Lokalsport

Jochen Leitner macht den Unterschied

Lenningens "Zauber"-Duo Jochen Leitner und Steffen Kazmaier setzte die Akzente beim Auswärtsspiel bei der HSG Ebersbach/Bünzwangen. Ihre Tore ermöglichten im Spiel der Handball-Landesliga einen 28:25 (16:9)-Sieg .

EBERSBACH Ansonsten spielte Lenningen auf Sparflamme. Das lag auch mit daran, dass Abwehrchef Jochen Renz wegen Leistenbeschwerden pausierte und Christoph Wiesinger, ebenfalls krankheitsbedingt, nur in den letzten zehn Minuten auflaufen konnte. Nicht dabei war Jan Lamparter, der bei einem Familienfest in Hamburg weilte.

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Gegen eine Spitzenmannschaft wäre die sonntägliche Darbietung der Lenninger in die Binsen gegangen. "Heute war das Eins-gegen-Eins-Spiel unserer Abwehr die Schwachstelle", bemängelte Trainer Hans Hahn. Und Oswin Gabler, in den Siebzigerjahren erfolgreicher TSVO-Trainer, sah noch ein weiteres Handicap: An der Bürde des Tabellenführers trägt Lenningen im Moment schwer. Das war deutlich nach dem Wechsel zu spüren, als Ebersbach/Bünzwangen einen Sieben-Tore-Rückstand zum 19:19 (43.) aufholte. Zur Halbzeit war sich der SG-Anhang einig, dass das dicke 16:9-Polster im zweiten Abschnitt bessere Spielideen reifen ließe.

Denn bis dahin lebte Lenningen nur von den Einzelaktionen eines Jochen Leitner und Steffen Kazmaier. Und auch Sven Lamparter zeigte vor allem in der Nahdistanz gute Abwehrreflexe gegen die HSG-Schützen. Das sah nach dem Seitenwechsel plötzlich anders aus: Nach Leitners 18:12 (34.) wurde die SG-Abwehr vom 17-jährigen HSG-Youngster Tobias Effenberger dreimal hintereinander düpiert. Aus dem Rückraum konnte er unbedrängt seine Wurfqualitäten unter Beweis stellen. Und da Sven Lamparter im Tor schon unterwegs war, wurde er von Effenberger verladen.

Auch eine SG-Auszeit fruchtete nicht. In der 43. Minute drohte das Spiel zu kippen, Alexander Meidl hatte den nun eingewechselten Jörg Tombrägel bezwungen 19:19. Nur einer ließ nicht locker: Jochen Leitner. Der Kirchheimer Jugendreferent zeigte feine Körpertäuschungen, traf zum 20:19 und 23:20 (48.). In seinem Kielwasser fand auch Marc Segeritz zur Präzision zurück. Gott sei Dank hatten diese beiden gut justiert. Im Defensivbereich fanden bei der SG derweilen weiter die Irrfahrten des Odysseus statt. Tobias Effenberger und der antrittsstarke Thorsten Findeis gaben der offensiven SG-Abwehr manches Rätsel auf. Mit einer Manndeckung gegen Jochen Leitner und Steffen Kazmaier versuchte HSG-Trainer Helmut Schragner das Spiel noch zu kippen. Es war zu spät. Auch deshalb, weil Jörg Tombrägel in der 57. Minute, beim 27:24, einen Strafwurf von Daniel Müller parierte.

Ganz am Schluss blitzte doch noch Kreatives auf: Christoph Wiesinger, wenige Minten vorher eingewechselt, machte mit einem Drehwurf alles klar 28:25.

Eduard Rath, HSG-Abteilungsleiter, zollte seiner Mannschaft nach Spielende ein Lob: "Wir haben heute mit dem Tabellenführer auf Augenhöhe gespielt. Unsere junge Mannschaft hat eine gute Moral bewiesen." SG-Spieler Jochen Leitner war auch zufrieden. "Zehn Minuten nach der Halbzeit waren wir zu passiv und haben den Vorsprung hergegeben. Aber wir haben das Format, auch wenn`s nicht so gut läuft, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen", sagte er.

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Leitner (9), Kazmaier (7/6), Segeritz (5), Braunwarth (2), Kirschmann (2), Baumann (1), Gökeler (1), Wiesinger (1), Schwohl.Zuschauer: 200. Schiedsrichter: Zeidler/Ziegler (Steinheim/Kleinbottwar) konnten nicht überzeugen.