Lokalsport

Kabinenpredigt bringt die Wende

Wer nach dem Spiel der SG Lenningen gegen den HC Wernau in die Runde blickte, sah nur zufriedene Gesichter bei den SG-Fans und Verantwortlichen. Die Hahn-Sieben feierte einen 32:19 (12:9)-Sieg und schwebte danach auf Wolke sieben.

LENNINGEN Das war freilich nicht immer so. Bei der Halbzeitansprache wurde es richtig laut in der Kabine. Trainer Hans Hahn forderte Spieldisziplin ein. Bruno Rieke brachte die Gemütslage der SG-Fans auf den Punkt: "Das war "Dr. Jekyll und Mister Hyde". Soll heißen: Lenningen zeigte im Angriff zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Hier ein Schuss Genialität, dann wieder ein Festrennen mit unkontrolliertem Abspiel. Dies machte das SG-Spiel schwer. Zwar lagen Kazmaier und Co. ständig in Führung, konnten sich aber nie entscheidend absetzen. Hahn nahm bereits nach 12 Minuten, beim Stand von 5:3, eine Auszeit. Wernau zog seine Angriffe in die Länge, um durch Robin Filipzik und Andreas Beug die Treffer zu setzen.

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Dass sich diese Gegentreffer in Grenzen hielten, war wieder einmal das Verdienst von Sven Lamparter. Der SG-Zerberus hielt prächtig. Die offensive HC-Abwehr schmeckte den Lenningern überhaupt nicht. Die Blauen waren zu lange mit dem Ball unterwegs, statt schnelle Passfolgen zu spielen. Weil dies in Abschnitt eins zu selten vorkam, kämpfte Lenningen Handball statt Handball zu spielen. Andererseits war Wernau zu schwach. Trainer Sven Ost bilanzierte nach dem Spiel: "Wir haben viel zu statisch gespielt, waren zu langsam und haben schlecht abgeschlossen." Einige SG-Fans meldeten in der Halbzeit Zweifel an, ob bei dieser Spielweise die Punkte im Täle bleiben würden.

Besagte Kabinenpredigt brachte dann die Wende. Ab der 37. Minute spielte Lenningen Handball. Nach dem 14:11 begann ein achtminütiger Power-Handball mit Treffern von Leitner, Segeritz, Braunwarth, Wiesinger und Kazmaier. Da ging der HC in die Knie. Die Gastgeber zogen auf 22:11 davon und hinten hielt Tausendsassa Lamparter jeden Ball. Die HC-Torhüter Werner und Zeeb waren chancenlos. Besonders viel Ballgefühl entwickelte "Tiffi" Wiesinger. Ob knallhart oder sanfter Heber seine Quote war hundertprozentig. Der SG-Youngster war selbstkritisch genug und gab zu Protokoll: "Erst in der zweiten Halbzeit haben wir richtig zusammengespielt". Was jetzt Wernau noch gelang, waren Einzelaktionen ihrer Besten, Filipzik und Beug. Dies geschah vornehmlich aus der zweiten Reihe, als sich die SG-Abwehr hin und wieder ein Päus-chen gönnte. Vom 27:14 setzte sich Lenningen auf 31:19 ab. Und zum Schluss der "Erntedank": Eine Co-Produktion zum Kempa. Kazmaiers Pass erreicht Leitner Tor zum 32:19 Endstand. Fazit: Gelungener Landesligaeinstieg. Im Pokal gegen Plochingen (7. 10.) sowie den anschließenden Rundenspielen gegen Weilheim (9. 10.) und Owen (16. 10.) wird die "Messlatte" allerdings neu justiert werden müssen.

dölSG:

S. Lamparter, Born; Wiesinger (6), Kazmaier (6/2), Braunwarth (4), Kirschmann (4), Segeritz (4), Leitner (3), J. Lamparter (2), Gökeler (1), Renz (1/1), Schwohl (1).Wernau:

Werner, Zeeb; Filipzik ((7/1), Beug (5), Leuze (3), Abt (1), Schurr (1), T. Götz (1), Brodbeck (1), F. Götz, Bristle, Molitor. Zuschauer:

250. Schiedsrichter:

Lier/Lier, HSV Stuttgart Nord zeigten eine gute Leistung.