Lokalsport

Kabinenpredigt rüttelt wach

Kirchheimer 2:1-Sieg gegen Freiberg dank Steigerung nach der Pause

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit hat Fußball-Oberligist VfL Kirchheim seinen Siegeszug auch beim SGV Freiberg fortgesetzt. Am Samstag gewann die Baumann-Truppe vor rund 250 Zuschauern durch Tore von Antonio Tunjic (58.) und Selim Altinsoy (84.) bei einem Gegentreffer von Predrag Sarajlic (21.) 2:1 (0:1).

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HELGE WAIDER

Freiberg. Deutliche Worte sind bisweilen hilfreich und heilsam, müssen aber nicht immer mit einem Donnerwetter einhergehen. VfL-Trainer Rolf Baumann wählte in der Halbzeitpause den offensichtlich subtileren Weg, redete seinen Akteuren ins Gewissen: „Wir hatten in der ersten Halbzeit keine klaren Handlungen und unternahmen alles, den Gegner präsent zu halten. Ich hatte die Mannschaft deshalb gebeten, das in der zweiten Hälfte anders zu machen,“ diktierte der VfL-Coach nach der Partie in die Blöcke der verblüfften Journalisten.

In der Tat brachte der VfL im ersten Spielabschnitt wenig zustande. Zwar hatte Antonio Tunjic nach Zuspiel von Abwehrchef Ferdi Er die erste Chance auf dem Fuß, scheiterte mit seinem schwachen Schuss jedoch an SGV-Keeper Frank Röser (6.). Danach kontrollierten die Einheimischen Ball und Tempo und hatten durch Goalgetter Marco Grüttner, der in der laufenden Runde bereits 23 Treffer erzielte, die erste Möglichkeit. VfL-Keeper Michael Stowers war jedoch auf dem Posten (10.). Bereits die zweite Freiberger Chance führte zum Führungstreffer. Einen Eckball von Andreas Grimmer verlängerte Grüttner auf Sarajlic, der keine Probleme hatte, den Ball aus Kurzdistanz im VfL-Gehäuse unterzubringen (21.).

Eine knappe Viertelstunde später entschärfte Stowers einen 15-Meter-Schuss von Marcel Schreiber (33.). In dieser Phase des Spiels standen die VfL-Akteure nicht nahe genug beim Gegenspieler. Zudem war das offensive Passspiel zu ungenau. Kurz vor der Pause nutzte erneut Schreiber eine solche Nachlässigkeit in der VfL-Abwehr und donnerte das Leder aus acht Metern unter die Querlatte. Doch die Kirchheimer hatten das Glück des Tüchtigen, als der Ball wieder aus dem Tor heraussprang und die Aktion von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck deshalb nicht als „Wembley-Tor“ anerkannt wurde (41.).

Nach dem Seitenwechsel wurde die rund 50-köpfige Kirchheimer Anhängerschaft angenehm überrascht. Des Trainers Schelte zeigte Wirkung und der VfL war von Beginn an die aktivere und gefährlichere Mannschaft. Der eingewechselte Uwe Beran fühlte sich in seiner Rolle als offensiver Denker und Lenker im zentralen Mittelfeld sichtbar wohl und zwang SGV-Torhüter Röser mit einem 16-Meter-Schuss gleich zu einer Glanzparade (49.). Beran war es auch, der neun Minuten später Tunjic mustergültig bediente. Aus halbrechter Position hatte der VfL-Goalgetter keine Mühe, aus zehn Metern zum 1:1-Ausgleich einzulochen (58.).

Weitere fünf Zeigerumdrehungen später war wiederum Beran Ausgangspunkt einer gefährlichen Szene, als er den fleißigen Maximilian Laible bediente. Laible legte quer auf Tunjic, der das Leder zwar im Tor unterbrachte, jedoch zurückgepfiffen wurde, weil der Schiedsrichter-Assistent eine Abseitsstellung erkannt haben wollte.

Mit der Einwechslung von Hans-Alex Thies sorgte Baumann in der Folgezeit für die nötige Ruhe in der Abwehr. Der 19-Jährige übernahm die Position des rechten Außenverteidigers, während Mannschaftskapitän Christopher Eisenhardt „seine“ linke Seite besetzen durfte. Die dadurch offensivere Ausrichtung von Selim Altinsoy sollte sich kurz darauf positiv bemerkbar machen. Der Ex-Stuttgarter wurde in der 84. Minute von Laible im Strafraum angespielt und erzielte mit einem fulminanten Diagonalschuss in den Winkel den 2:1-Führungstreffer der Kirchheimer.

Kurz zuvor war Tunjic erneut an Röser gescheitert, der einen Acht-Meter-Schuss per Fußabwehr entschärft hatte. Kurz vor dem Ende der Partie setzten die Einheimischen noch einmal zum Schlussspurt an, erzielten einen Treffer durch den eingewechselten Marius Müller, dem jedoch ebenfalls wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung versagt blieb (88.). Unterm Strich blieb für den VfL ein etwas glücklicher, aufgrund der guten zweiten Halbzeit und einer Vielzahl von Chancen jedoch verdienter Sieg, der auch für das Heimspiel am Sonntag gegen den VfR Mannheim hoffen lässt.

SGV Freiberg: Röser – Bortel, Salopec, Lukic (85. Bajrami), Grimmer (76. Pribyl) – Schreiber, Schwintjes, Deligiannidis, Schurichin (64. Müller) – Sarajlic, Grüttner.

VfL Kirchheim: Stowers – Eisenhardt, Kauffmann, Er, Altinsoy – Polat (61. Thies), Ohran (46. Beran), Otto, Kadrija (46. Söylemezgiller) – Laible, Tunjic.

Tore: 0:1 Sarajlic (21.), 1:1 Tunjic (58.), 1:2 Altinsoy (84.).

Gelbe Karten: Müller – Altinsoy, Laible, Tunjic.

Zuschauer: 250 (217 zahlende).

Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Müllheim) leitete die überwiegend faire Partie sehr umsichtig.