Lokalsport

Kakteen, Korallen:Hohe Defektgefahr

Vorsicht, Defektgefahr: Der Weltcup-Start 2006 der Mountainbiker am Samstag mit Lado Fumic und Marc Gölz erfolgt auf der Karibik-Insel Curaao. Im Training muss(te) das Profiduo von der Teck schon mal auf Kakteen oder Schlangen auf der Strecke achten.

ERHARD GOLLER

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CURAAO 30 Grad, eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine sehr spezielle Strecke. Das sind die wichtigsten äußeren Eindrücke, die Lado Fumic (Kirchheim) und sein Weilheimer Teamkollege Marc Gölz vom Weltcup-Ort in der Karibik vermelden. Beide stecken voller Vorfreude: Nicht nur, dass sie auf Curaao das "Caribean Feeling" spüren, sie finden die Strecke am Mambo Beach auch "richtig gut" (Fumic) und "voll geil" (Gölz).

Fumic, Gölz und ihre Nationalmannschaft sind von der paradiesischen Schönheit der Insel 70 Kilometer vor der nördlichen Küste von Venezuela richtig angetan: Geckos an der Wand, Kolibris in den Büschen, Schlangen auf der Rennstrecke, das ist nicht alltäglich, auch nicht für weit gereiste Mountainbike-Profis. Der 6,8 Kilometer lange Kurs windet sich in unzähligen Kurven aber mit wenigen Höhenmetern durchs Gebüsch, zu dem auch Kakteen gehören. Ein Terrain, das eigentlich dem verletzten Manuel Fumic entgegenkäme. "Man kann fast nirgends überholen. Es ist wichtig, über die gesamten zwei Stunden die Konzentration aufrecht zu erhalten. Wenn man einmal den Rhythmus verliert, dann ist es vorbei. Man muss kühlen Kopf bewahren", sagt Lado Fumic, der zum Weltcupauftakt einen Platz unter den ersten zehn will.

Nicht mit Vollgas, dafür aber immer mit der optimalen Linie, scheint der beste Weg. Und ein guter Start, weil der Kurs fast nur aus engen Singletrails besteht, in denen überholen immens schwierig ist. Und wer von der Spitze aus fährt, hat in diesem Fall Vorteile, weil er die Linie unverstellt im Blick hat. "Für mich wird der Start entscheidend, weil ich weit hinten stehe. Aber im Verlauf des Rennens wird viel passieren, das heißt, es wird Defekte geben. Wer einmal zu viel riskiert, der hat verloren", glaubt Marc Gölz.

Die Stacheln der Kakteen und die versteinerten Korallenriffe sind äußerst Defektgefährdend. Da gilt die Wahl der richtigen Reifen als mit entscheidend. "Wir haben experimentiert und glauben, eine gute Lösung gefunden zu haben", erzählt Fumic. Sein Ex-Teamkollege Bart Brentjens hat die Strecke ausgewählt. Der Niederländer gilt als Mitfavorit. Allerdings haben kleine, wendige Fahrer im ewigen Zickzack eher Vorteile als der lange Brentjens.

Zu den Favoriten beim ersten Weltcuplauf zählen ansonst die üblichen Verdächtigen: Christoph Sauser (Schweiz), Julien Absalon (Frankreich), Ralph Näf (Schweiz), vielleicht auch Commonwealth-Games-Sieger Liam Killeen. Bei den Damen reiste Sabine Spitz aus Murg-Niederhof erst am Donnerstag an inklusive eines Infekts, den sie mitbrachte. Ihren Karibik-Trip bezeichnete sie als "Harakiri".