Lokalsport

Kampf um die Krone im Revier

Handballfans im Täle in Derby-Stimmung: Nach längerer Pause treffen heute Abend in der Teckhalle die einstigen Landesliga-Konkurrenten TSV Owen und SG Lenningen erstmals in der Verbandsliga aufeinander. Der Dritte gegen den Neunten der Tabelle ist nur in der Papierform eine klare Angelegenheit.

BERND KÖBLE

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Nimmt man den bisherigen Saisonverlauf zum Maßstab, dann gibt es für die Lenninger Auswahl heute Abend in Owen nichts zu erben. Der TSV, wie ein Irrwisch in die Verbandsliga gestartet und bis zum siebten Spieltag noch mit blütenweißer Weste, strahlt jenes Selbstvertrauen aus, das der SG bis dato fehlte. Mangelnde Konstanz, fehlender Mumm und eine Vielzahl technischer Unzulänglichkeiten, kennzeichneten bisher die meisten Auftritte der Lenninger in der neuen Saison. Also alles klar? Mitnichten.

Die beiden jüngsten Owener Niederlagen gegen die Topfavoriten aus Plochingen und Heiningen sind angesichts der bescheidenen Ziele, mit denen die Owener ins Abenteuer Verbandsliga gestartet sind, zwar lässliche Sünden, doch sie haben gezeigt, dass die vor Kampfgeist strotzende Winkler-Truppe durchaus verwundbar ist.

Auf der Gegenseite scheint die SG Lenningen gerade rechtzeitig zum ersten Kräftemessen der Lokalrivalen alte Tugenden wiederentdeckt zu haben. Mit dem neuen Trainer Holger Kiedaisch wurde auch der Glaube an die eigene Stärke wiederbelebt. Dass Kiedaisch ein Owener Eigengewächs ist und heute Abend zum ersten Mal in "seiner Halle" auf der Bank des Gegners Platz nehmen wird, verleiht der spannungsgeladenen Samstagabend-Show zusätzliche Würze. Trotz hoffnungsvoller Signale ist Kiedaisch Realist genug, die Lage vor dem heutigen Spiel richtig einzuschätzen: "Owen ist klarer Favorit, die TSV-Fans erwarten nichts als einen Sieg." Anders als der Tabellendritte, der nur gegen den Spitzenreiter aus Plochingen zu Hause kräftig Federn lassen musste, hatte das Lenninger Flaggschiff nach einer ganzen Reihe kräftiger Breitseiten schon früh Schlagseite bekommen. Doch in der Rolle des Underdogs wittern die Lenninger ihre Chance. Das vom Sinken bedrohte Schiff ist stabilisiert, die Bilanz mit 5:3 Punkten aus den zurückliegenden vier Spielen zumindest vorzeigbar. Dass das Feuer unterm Wielandstein wieder brennt, wurde schon diese Woche deutlich: "Wir haben gut trainiert und freuen uns riesig auf das Spiel", spricht SG-Torhüter Sven Lamparter der ganzen Mannschaft aus der Seele. Für Trainer Holger Kiedaisch stellt sich vor allem die Frage, ob seine Mannschaft das bisher hohe Owener Tempo wird mitgehen können. Im Heimspiel vergangene Woche gegen den TSV Bartenbach ließen die Lenninger auch in punkto Schnelligkeit steigende Tendenz erkennen. Daher wird Kiedaisch der selben Anfangsformation auch heute Abend vertrauen. Zum Pechvogel wird der gerade wieder genesene Christoph Baumann, der sich beim Schulsport erneut verletzte und der Mannschaft weiterhin fehlen wird.

Auf Owener Seite steht hinter dem Einsatz von Rückraum-Kanonier Benjamin Kazmaier, der sich in Heiningen eine Platzwunde am Kopf zugezogen hat, ein dickes Fragezeichen. Owens Spielertrainer Christoph Winkler geht mit der ihm eigenen Gelassenheit ins Spiel: "Die letzten beiden Niederlagen sind kein Beinbruch. Wir haben gegen stark spielende Mannschaften verloren, jetzt geht der Blick nach vorne." Für Spannung ist also gesorgt, und das einzige, was heute Abend sicher sein dürfte, ist der Mangel an Sitzplätzen in der chronisch überlasteten Teckhalle, wo im Anschluss an das Spiel eine Party mit Musik und Barbetrieb steigen wird.

TSV Owen:

Carrle, Reckziegel; Baisch, Dunkel, H. Hoyler, C. Hoyler, Kazmaier, Kirchner, Krüger, Meißner, Schmidt, Sigel, Wahl, Winkler.SG Lenningen:

S. Lamparter, Born; Austen, Braunwarth, Brugger, Kazmaier, Kirschmann, J. Lamparter, Leitner, Renz, Schwohl, Segeritz, C. Wiesinger, J. Wiesinger.