Lokalsport

Kampfansage aus Neidlingen

„Relegation wäre neue Erfahrung“ – TSVW übermorgen Meister?

Schwäche zeigen verboten in der Fußball-Kreisliga A-Staffel 2: Im sich zuspitzenden Kampf um Relegationsplatz zwei zählen für den TV Neidlingen (daheim gegen den TSV Ohmden) und den TV Unterboihingen (zu Gast bei AC Catania) nur noch Siege. Der TSV Weilheim, zu 99 Prozent bereits in der Bezirksliga, könnte rein theoretisch bereits am Sonntag die Sektkorken knallen lassen.

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moritz hönig

Kirchheim. Angenommen, der TSV Weilheim gewinnt am Sonntag beim Abstiegskandidaten FC Unterensingen und der TV Neidlingen spielt höchstens Unentschieden gegen den TSV Ohmden – dann wäre der TSV Weilheim vier Spieltage vor Schluss Meister. Ein Rechenspiel, das TSVW-Coach Alexander Hübbe zwar kennt, ihn aber nicht wirklich interessiert: „Unabhängig davon, wann wir auch rechnerisch nicht mehr von Platz eins zu verdrängen sind, wollen wir bis zum letzten Spiel Gas geben.“ Doch Hübbe warnt seine Elf vehement vor dem akut abstiegsgefährdeten FC Unterensingen, der am vergangenen Sonntag in Ohmden nach fünf sieglosen Spielen in Serie mal wieder drei Punkte eingefahren hat. „Der FCU ist ein brandgefährlicher Gegner, der uns sicherlich wieder einiges abverlangen wird“, so Hübbe.

Zum Zuschauen verdammt ist am Sonntag der Tabellenzweite SF Dettingen. Selbst spielfrei, könnten die Sportfreunde den Relegationsplatz an den TV Neidlingen verlieren, der gegen den wankelmütigen TSV Ohmden drei Punkte anpeilt. „Die Mannschaft will den nächsten Sieg einfahren und den zweiten Platz erobern“, erklärt TVN-Coach Bernd Ruoß frank und frei, „die Relegation wäre ein neue und spannende Erfahrung für uns.“ Es ist eine Kampfansage. Unterschätzt werden sollten die Gäste aus dem Bergwald allerdings nicht. So hat der TSV noch mit einigen Abstiegssorgen zu kämpfen und könnte einen unangenehmen Gegner wie im Hinspiel darstellen: Da verlor der TVN 3:6.

Auch der TV Unterboihingen wird im Kampf um Platz zwei noch ein Wörtchen mitreden. Der Aufsteiger spielt eine überraschend starke Saison und rangiert aktuell auf Tabellenplatz vier – mit Kontakt nach oben. Coach Dieter Hiller allerdings sieht die Sache nüchtern: „Der Aufstieg ist für uns noch kein Thema. Wir wollen uns zuerst noch richtig in der Liga akklimatisieren.“ Größtes TVU-Manko ist derzeit die fehlende Konstanz in den Leistungen der Spieler mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 22. Dementsprechend prognostiziert Hiller für das TVU-Gastspiel beim AC Catania einen offenen Ausgang. Als Vorteil für Unterboihingen könnte sich die Tatsache erweisen, dass die Mannschaft nach zehn Tagen ohne Ligaspiel ausgeruht in die Begegnung geht, während die Catanesen eine kräftezehrende Englische Woche hinter sich haben.

Düstere Stimmung herrscht zurzeit beim VfL Kirchheim II. So fand der am Saisonende scheidende Coach Antonio Pepe nach der 0:3-Heimpleite gegen Neckarhausen deutliche Worte in Richtung Mannschaft: „Ich bin sehr enttäuscht über die Einstellung einzelner Spieler. Das Spiel war ein Armutszeugnis.“ Auch die Trainingsbeteiligung – am Dienstagabend fand sich Pepe mit nur drei Spielern auf dem Rasen wieder – ist Indiz für fehlende Einstellung und Motivation der Mannschaft, die derzeit zwar im Niemandsland der Tabelle auf Rang acht rangiert, den Klassenerhalt aber noch nicht endgültig gesichert hat. Am Sonntag sind die VfL-Kicker nun beim Tabellennachbarn TSV Oberboihingen gefordert.

Ein Duell zweier Tabellennachbarn steigt auch in Frickenhausen, wo die zweite Mannschaft des TSV Jesingen gastiert. Mit sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz haben sich auch die „Gerstenklopfer“ noch nicht aller Abstiegssorgen entledigt. „Für’s Füße hochlegen ist es noch zu früh“, so Spielertrainer Marc Augustin, der seinem Team gegen den 1. FCF II durchaus einen Dreier zutraut.

Den Spieltag komplettieren die Begegnungen zwischen dem TSV Harthausen und dem FV 09 Nürtingen II sowie zwischen dem TB Neckarhausen und Oberlenningen.