Lokalsport

Kantersieg im Relegations-Nachsitzen

Je länger die Saison dauert, umso besser läuft es bei den Handballerinnen der SG Lenningen. Im ersten Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der Landesliga fegte die Petersenn-Sieben den VfL Ostdorf mit 34:14 (17:7) aus der Halle.

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Lenningen. Einziger Trost für die Gäste: sie warfen das erste und das letzte Tor. Entsprechend bedient war VfL-Trainer Jörg Schuler: „Wir haben unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt, im Angriff keine Bälle gefangen und in der Rückwärtsbewegung keine Zuordnung gehabt“. Bereits nach sechs Minuten musste er eine Auszeit nehmen. Saskia Schweikert hatte zum 5:1 getroffen. Ostdorf versuchte mit schnellen Wechseln die SG-Abwehr ins Laufen zu bringen. Doch die gut organisierte Lenninger Defensive hatte beim Eins-gegen-Eins deutliche Vorteile.

Ein starkes Spiel lieferte Miriam Emmenegger auf Rechtsaußen ab. Schön frei gespielt, platzierte sie ihre Würfe ins kurze Eck. Der Unterschied zwischen beiden Teams: Lenningen zeigte sich in der Breite viel torgefährlicher und durchsetzungsfähiger. Nach dem 9:4 (16.) hatten die SG-Torjägerinnen Sarah Timar und Antje Schlenk ihr Torvisier besser justiert. Die SG setzte sich auf 12:5 (20.) ab. Es waren nicht nur die Kernwürfe aus dem Rückraum, die den VfL zermürbten, auch beim Positionsspiel zeigten die Gastgeberinnen ihre Qualitäten. Die vielen „Lecks“ in der Abwehrmitte oder auf den Außenpositionen nutzte die SG zum Erfolg. Einzige Kritik: die Chancenverwertung.

Auf der anderen Seite haderte Jörg Schuler mit seinen Strafwurfschützen. Von sechs Würfen landete nur einer im Netz. Nicole Hahn im SG-Tor wartete wieder mit einer starken Leistung auf und hielt vier Würfe. Enttäuschend die VfL-Topwerferinnen Daniela Mladenovic, Lena Letsch und Michelle Trendy, die bei der SG-Abwehr in besten Händen waren. Nach dem 17:7 durch Sandra Kuch wurden die Seiten gewechselt.

Ein bisschen Widerstand regte sich bei den Gästen, als sie auf 9:18 verkürzten. Aber schon wie in der ersten Hälfte verpuffte ihr Angriffsdruck beim Spiel in die Breite. Stark verunsichert verloren sie auch Bälle und luden die SG zu Kontern ein. Da waren die Lenningerinnen mächtig unterwegs und bauten die Führung ständig aus – 24:12 (45.). Mit ihren wenigen Möglichkeiten scheiterten die Gäste immer wieder an Nicole Hahn. Für das eine oder andere „Sahnehäubchen“ hätten die SG-Angreiferinnern noch sorgen können, wären sie nicht zu ballfixiert gewesen.

Bedauernswert waren die VfL-Torhüterinnen Lisa Hafner und Karin Renner. Letztere musste einen knallharten Distanzwurf von Rau zum 28:12 (49.) passieren lassen. Da gab es dann auch vom SG-Anhang Applaus, als Jennifer Langer zum 13:28 (51.) traf. Lenningens Klasseleistung krönte Antje Schlenk mit einer Körpertäuschung, in dem sie zwei Abwehrspielerinnen aussteigen ließ und das 34:13 (57.) erzielte. SG-Trainer Uli von Petersenn: „Wir haben gespielt, was vorgegeben wurde. Ostdorfs Passspiel stoppten wir frühzeitig. Unser Angriffsspiel konnten wir torgefährlich in die Breite verlagern. Deshalb waren wir auch auf den Außenpositionen so erfolgreich“. Da sah SG-Zuschauerin Lore Kazmaier nur noch ein Luxusproblem beim Rückspiel: „Hoffentlich hat da die SG noch genügend Motivation.“ döl

SG Lenningen: Hahn, L. Reichle; Timar (8/4), Emmenegger (6), Rau (6), Schlenk (6), Kuch (3), Blocher (2), C. Reichle (1), Scheu (1), Schweikert (1), Dieterich, Kazmaier.

VfL Ostdorf: Renner, Hafner; Mladenovic (4/1), Langer (2), Letsch (2), Terendy (2), Eggert (1), Haug (1), Nothke (1), Zeiher (1), Beck, Kaiser, Rönisch.

Zuschauer: 120.

Schiedsrichter: Beck/Fleddy (Eningen)