Lokalsport

Karow fliegt und genießt Ausblick

Weiterhin erschwerte Bedingungen bei den Segelflug-Weltmeisterschaften im schwedischen Eskilstuna: Diesmal blieb über viele Kilometer die Thermik aus. Holger Karow bekam's zu spüren. Der zweifache WM-Sieger mit der festen Mitgliedschaft bei der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf-Hirth, zum Auftakt Neunter, suchte über längere Flugstrecken den Aufwind vergebens.

LOTHAR SCHWARK

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ESKILSTUNA Trotz Funkausfall wegen technischen Defekts startete Holger Karow bei den Segelflug-Weltmeisterschaften im schwedischen Eskilstuna ganz gut: Er finishte als Neunter der Offenen Klasse mit 118,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Damit war er zum WM-Auftakt ganz flott unterwegs.

Dabei erzielte das Mitglied der Fliegergruppe Wolf Hirth auf einem Nimbus 4-Segelflieger 863 Punkte. Mit dem rasanten Schnitt von 127,7 km/h über die 410,4 Kilometer lange Flugstrecke siegte Michael Sommer vom FSC Möve Obernau. Dabei erreichte der zweite in der Königsklasse startende Deutsche die optimale Punktzahl von 1000 Punkten. Platz zwei erflog der Südafrikaner Quintin Maine mit 125,8 km/h auf Nimbus 4 (971 Punkte) vor Landsmann Oscar Goudriaan, der auf ASW-22 BLE 125,7 km/h und 970 Punkte erflog. Dabei waren die Bedingungen in der einfließenden polaren Kaltluft als durchaus nicht einfach einzustufen, berichtete der 40-jährige Karow nach Rückkehr in Eskilstuna.

Karow musste teilweise Flugstrecken von 50 Kilometern ohne den Hauch geringster Thermik absolvieren. "So musste ich zweimal tief hin-ab, um wieder Anschluss an die Thermik zu bekommen", sagte Karow seinem Teamchef Rainer Wienzek. Dabei absolvierte er seinen Flug fast ohne Mitkonkurrenten. Es war sein erster Wertungsflug dieser Weltmeisterschaft.

Karow weiter: "Das war schon nervig, ohne Funk und so ohne Informationen über Flugstrecke und Wetter den Flug zu bestehen".

Trotz aller Anspannung im Cockpit konnte der Berufspilot bei dba doch noch die wundervoll geformte schwedische Landschaft genießen. "Am nördlichen Wendepunkt konnte man in aller Ruhe die Ostsee bewundern", schwärmte der Offene-Klasse-Pilot vom malerischen Ausblick unterwegs. Mit seinem neunten Tagesplatz hatte Karow damit alle Chancen, bei einer Geschwindigkeitsaufgabe von vier Stunden wieder ins Spitzenfeld vorzudringen. Schwierig war das Wetter einzuschätzen, da kurz nach dem Start zum zweiten Wertungsflug, einzelne Schauer aus kräftigen Kumuluswolken ausregneten.