Lokalsport

Karow gewinnt im Poker um die beste Startzeit

POCIUNAI Endlich einmal eine fliegbare Aufgabe, und doch hatte es das 436 Kilometer lange Vieleck, das es am Mittwoch in der Offenen Klasse so schnell wie möglich zu durchfliegen galt, in sich. Teammeteorologe Dr. Erland Lorenzen warnte die deutschen Piloten vor dem schnellen Thermikabbau, der zu erwarten war. Der Mann vom Wetterdienst sollte Recht behalten und Weltmeister Holger Karow bewies erneut seinen Riecher für den richtigen Startzeitpunkt. Anders als seine Teamkollegen Uli Schwenk und Tassilo Bode setzte Karow auf Geduld. Am frühen Nachmittag überflog er ein letztes Mal die imaginäre Startlinie, 20 Minuten später als die beiden anderen deutschen Piloten. Zu dieser Zeit hatte sich die Thermik weiter aufgebaut, waren die Bedingungen besser geworden. Der Weltmeister pokerte hoch und gewann. Zwar unterliefen auch ihm zwei, drei kleine Fehler, die letztlich den Tagessieg kosteten, doch mit Gerard Lherm und Markus Gaumann ließen auch die beiden größten Konkurrenten Punkte.

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20 Minuten nach Bode und Schwenk war Karow gestartet. Ihm gelang das Kunststück, den Abstand auf zwei Minuten zu verkürzen. In seinem Gefolge waren der Brite Russell Cheetham und der Tscheche Marek Pechanek, der auch den Tagessieg errang. Karow als Dritter erhielt 977 Punkte. Uli Schwenk und Tassilo Bode wurden gemeinsam Fünfte mit 910 Punkten. In der Gesamtwertung führt jetzt wieder Russell Cheetham (5757 Punkte), der unter Fliegerkollegen in der Kritik steht, gilt er doch als einer, der in erster Linie mitfliegt und das eigene Risiko scheut. Der Franzose Gerard Lherm ist Zweiter mit 5740 Punkten, Karow Dritter mit 5714 Punkten. Hinter Gaumann, der am Mittwoch außen landen musste, folgt Tassilo Bode als Fünfter (5367 Punkte). Uli Schwenk bleibt hinter dem Polen Janusz Centka Siebter (5335 Punkte). Am gestrigen Donnerstag war wieder schönes, gut fliegbares Wetter, bei dem sich Holger Karow erneut eine gute Platzierung ausrechnete.



Auch Mario Kießling holt in der Standardklasse wieder auf und landete am siebten Tag auf Platz 14. Bei endlich guten Aufwindbedingungen rückte der Hahnweidpilot auf den vierten Gesamtplatz vor. Mit 4 536 Punkten liegt er nur noch drei Plätze hinter dem führenden Polen Tomasz Rubaj (4833 Punkte). Kießlings Teampartner Erwin Sommer belegte Platz 18 und damit Gesamtplatz zehn mit 4191 Punkten.