Lokalsport

Kegelkrimi: Schiedsrichterin muss nachzählen

Die Meisterschaftsfrage in der Sportkegel-Verbandsliga ist weiter offen. In einem echten Krimi, in dem die erzielten "Holz" von der Schiedsrichterin hinterher nochmals sorgsam überprüft werden mussten, gelang der Herrenmann-schaft des VfL Kirchheim ein hauchdünner 5377:5376-Sieg über Spitzenreiter SKV Brackenheim.

KIRCHHEIM Nach allen 2400 in der Verbandsligapartie gespielten Kugeln zeigten die Zählwerke in der VfL-Kegelstube an der Jesinger Allee die schier unfassbare Differenz von lediglich einem Leistungspunkt (LP) Unterschied an. Nachdem auch die Rechenkontrolle der Schiedsrichterin zu keinem anderen Ergebnis führte, stand der hauchdünne 5377:5376-Sieg der Kirchheimer Herren fest. Für die Brackenheimer um so bitterer, da sie nicht nur das Vorrundenspiel mit zwei (!) Holz gegen Kirchheim verloren hatten, sondern nun auch noch hauchdünn den vorzeitigen Titelgewinn verpassten.

Anzeige

Vom Start weg zeichnete sich ab, dass es ein sehr enges und spannendes Spiel werden würde. Wolfgang Halama und Joachim Deuschle erspielten mit guten 934 LP beziehungsweise 923 LP in der Summe exakt den gleichen Zwischenstand wie ihre Kontrahenten Markus Roth (950) und Sven Beier (907). Im Mittelpaar hätte die Entscheidung für Kirchheim fallen können, wenn Markus Stark (920) und Vinko Lovric (888) in der zweiten Hälfte ihrer Durchgänge nicht deutlich nachgelassen hätten. So konnten gegen die nicht überzeugenden Gäste Daniel Seefeld (879) und Gerhard Scheerer (877) lediglich 52 Mehrholz erzielt werden. Für das erfahrene VfL-Schlusspaar galt es nun, diesen Vorsprung zu halten. Aber sowohl Michael Hoi (852) wie auch Herbert Dambaur (860) zeigten ungewohnte Schwächen, hatten aber Glück, dass der Brackenheimer Peter Schneider (855) eine gleichfalls indiskutable Leistung ablieferte. So musste auch sein Mitspieler Andreas Roth trotz guter 908 LP mit ansehen, wie die beiden Kirchheimer mit ihrer jeweils letzten Kugel exakt soviel Kegel trafen, die zum hauchdünnen Sieg ausreichten.

Die VfL-Herren haben bei noch zwei ausstehenden Spieltagen jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand auf den SKV und müssen auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters hoffen, um noch selbst nach dem Titel greifen zu können.

Nicht den Hauch einer Siegeschance hatte die erste VfL-Damenvertretung gegen den SKV Brackenheim: Sie unterlag mit 2468:2602 sehr deutlich. Auf VfL-Seite zeigten lediglich Heike Schubert mit sehr guten 448 LP und Antonia mit ordentlichen 427 LP gleich zu Beginn verbandsligataugliche Leistungen. Auch die für Cornelia Stark (50 Wurf: 173 LP) eingewechselte Carina Grolig enttäuschte mit ihren 218 LP nicht.

Damen ohne ChanceDie weiteren Kirchheimerinnen Monika Zechner (403), Martina Hoi (403) und Anita Deuschle (396) blieben deutlich unter ihrem Leistungsvermögen, so dass der Sieg für Brackenheim nie in Gefahr geriet. Für Brackenheim zeigten vor allem Inge Renner (470), Jasmin Dehn und Petra Dehn mit jeweils 443 LP sehr gute Ergebnisse.

In der Damenbezirksliga kassierte Verfolger VfL Kirchheim II beim Meisterschafts-Mitfavoriten BKSV Stuttgart-Nord 2 eine klare 2353:2417-Niederlage. Für Kirchheim konnten nur Heide-Rose Stiffel (421 LP) und Carina Grolig (409 LP) überzeugen. Die weiteren Ergebnisse von Angelika Graß (391), Karin Mayerhöffer (389), Sandra Friedrich (385) und Dagmar Frey (358) waren einfach zu wenig, um die Gastgeberinnen ernsthaft zu gefährden, die als beste Akteurin Petra Sturm (444) in ihren Reihen hatten. Damit dürfte der Meisterschaftszug für den VfL bei noch zwei ausstehenden Punktspielen abgefahren sein.

Die zweite Herrenmannschaft beendete die Kreisligasaison 2006/2007 mit einer unnötigen 5155:5215-Niederlage bei den Wernauer Sportfreunden. Bester Spieler auf Kirchheimer Seite war Norbert Kotz mit guten 892 LP, wogegen die restlichen Spieler mehr oder weniger im Mittelmaß versanken. Dagegen zeigte die dritte VfL-Herrenmannschaft beim 2455:2422-Heimerfolg gegen Rot-Weiß Stuttgart, dass man das Siegen in der Kreisklasse Stuttgart noch nicht verlernt hat. Sehr gute Leistungen zeigten Frank Falkenstein (432), Heinz Merkl (428) und Horst Grolig (417). Die weiteren Kirchheimer Akteure Simon Hoi (398), Alfred Kotz (394) und Herbert Merkl (386) lieferten durchwachsene Leistungen ab.

hd