Lokalsport

Kein Bein-, höchstens ein Zehenbruch

Trotz einer starken Leistung schafften die VfL-Regionalliga-Basketballer den Coup nicht: Zum Auftakt gewann Mitfavorit TV Rastatt/Rheinau in einem echten Spitzenspiel 94:90 (47:51).

RASTATT "Am Ende haben unsere Foulprobleme das Spiel entschieden", resümierte VfL-Coach Theo Leftakis eine Stunde nach Spielende. Denn im letzten Viertel waren nacheinander Nenad Lukic, David Bouwmeester und Wilu Lenger mit fünf Fouls auf die Bank marschiert, und da dies drei der besten Rebounder waren, wirkte sich ihre Demission weit mehr aus als die von TV-Spielmacher Lars Moysich, der schon im dritten Viertel auf die Bank musste. Das sah auch Rastatts Coach Zoran Seatovic so, der selbst Moysich hervorragend ersetzte: "Am Ende war unsere längere Bank auf der Centerposition entscheidend."

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Vielleicht ging dem VfL am Ende aber auch ein wenig die Luft aus in diesem unglaublich intensiv geführten Spiel auf höchstem Regionalliga-Niveau, das leider nicht die entsprechende Schiedsrichter-Ansetzung erfahren hatte. Bernd Neumann (Weil im Schönbuch) hatte nicht seinen besten Tag und darüber hinaus genug zu tun, die Fehler seines Partners auszubügeln. Frank Niedrig (Walldorf) zeigte einfach nicht die Qualität für ein solches Spiel an der Schwelle zur zweiten Liga.

Die Partie indes war immer spannend, immer unterhaltsam, und über lange Strecken war der VfL Kirchheim im Vorteil. Nicht so im ersten Viertel. Da traf der TV vier Dreier, dazu war Center Joel Nganko (zehn Punkte) nicht zu stoppen. Wenigstens punkteten Ross Jorgusen und Kai-Uwe Kranz, so dass trotz eines Traumviertels der Gastgeber das 29:25 eigentlich gar nichts bedeutete. Im zweiten Viertel hatte Leftakis nach Versuchen mit Jorgo Tsouknidis und Robert Bruck mit Nenad Lukic seinen Small Forward für diesen Abend gefunden. Obwohl die ganze Woche wegen einer schmerzhaften Sehnenentzündung auf dem Spann ohne Training, spielte der 31-Jährige seine ganze Routine aus und traf traumwandlerisch sicher. Seine zwölf Punkte in nur sieben Minuten drehten die Partie, der VfL ging 46:38 in Führung und gab sie bis zur 38. Minute nicht mehr ab.

Bis Mitte des dritten Viertels hielt Kirchheim diese Führung (65:61, 27.), dann schien eine Vorentscheidung zu fallen: Kranz und Jorgusen trafen fünf von sechs Freiwürfen, Lukic setzte noch zwei Punkte drauf 72:61 (28.). Doch es folgte dieses verflixte vierte Viertel, in dem dem VfL offensiv nichts mehr einfiel und sich die Badener gegen die in der Größe dezimierten Teckstädter einfach jeden Rebound angelten. Dazu kam, dass die Rastatter von der Bank Manuel Mikail brachten, den der VfL erstmal ballern ließ und der zwei Dreier ins Herz traf den zweiten zum 91:89 ganze 70 Sekunden vor Schluss, wovon sich Kirchheim nicht mehr erholte.

Das Fazit dieses Spiels: In dieser Verfassung gehören beide Teams in die obere Etage der Regionalliga. Wenn man aber bedenkt, dass beim VfL James Hayden (gesperrt) und als Center Marco Stifel (verletzt) fehlten Leftakis: "Mit Marco als weiterem Rebounder hätten wir sicher gewonnen" muss man keineswegs schwarz sehen. Insofern war diese Niederlage gewiss auch kein Beinbruch höchstens vielleicht einer der kleinen Zehe.

mad VfL:

Bouwmeester (15 Punkte, 1:2 Freiwürfe), Bruck, Jorgusen (25/1, 16:18), Kikic (4, 2:4), Kranz (20/3, 1:2), Lenger (4), Lukic (18/2, 6:6), Reiter, Tsouknidis (4/1, 1:2), Zeitler.TVR:

Seatovic (14/3, 1:2), Moysich (8/2), Durdic, Nganko (28, 4:7), Orschulko (2), Hermann (2), Tolo (23/4, 8:10), Mikail (6/2), Ullrich (8, 6:10), Binkovsky (3, 3:4).Dreier:

7 (VfL), 11 (TVR).Fouls:

32 (VfL), 28 (TVR).Schiedsrichter:

Bernd Neumann (Weil im Schönbuch) war nicht besonders gut, Frank Niedrig (Walldorf) völlig fehl am Platz.