Lokalsport

Kein Sieger im Lokalderby

Handball-Bezirksliga: VfL kann beim 27:27 in Owen Vier-Tore-Vorsprung nicht über die Zeit bringen

Leistungsgerechtes Remis im Lokalderby der Handballbezirksliga: Der TSV Owen und der VfL Kirchheim haben sich nach einem Spiel mit turbulenter Schlussphase mit 27:27 voneinander getrennt. RichtigeFreude kam nach dem Spiel auf beiden Seiten nicht auf, da der Punkt weder dem VfL im Rennen um die vorderen Tabellenplätze, noch dem TSV im Abstiegskampf recht weiterhilft.

Augen zu und durch: Das Derby zwischen Owen und Kirchheim bot den Zuschauern ein kampfbetontes Hin und Her, an dessen Ende es ke
Augen zu und durch: Das Derby zwischen Owen und Kirchheim bot den Zuschauern ein kampfbetontes Hin und Her, an dessen Ende es keinen Gewinner gab. Foto: Markus Brändli

Owen. Nach einer laut TSVO-Trainer Vasile Oprea „guten Vorbereitung“ in der Winterpause legten die Gelbhemden zu Beginn der ersten Halbzeit gut los. Vor allem die Defensive der Owener stand in der Anfangsphase bestens und ließ dem VfL kaum Möglichkeiten zur Entfaltung. So war es der Ex-Kirchheimer Leo Real, der in 14. Minute den Treffer zum 6:3 für die Gastgeber markierte.

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Doch die Kirchheimer kamen jetzt besser ins Spiel. Angeführt von Martin Rudolph, der der Owener Abwehr während des gesamten Spiels große Probleme bereitete, kämpften sich die Kirchheimer zurück. Beim 9:9 durch Matz Mikolaj war das Spiel wieder völlig ausgeglichen. Bis zur Halbzeit sollte sich keine der Mannschaften entscheidend absetzen können. Den Treffer von Moritz Bittner zum 13:13 nach einer sehenswerten Kombination, beantwortete Rudolph prompt zur 14:13-Pausenführung für den VfL.

Nach Wiederanpfiff gestaltete sich das Spiel zunächst wieder ausgeglichen. Beide Defensivreihen bestimmten das Spiel. Bis zum 16:17 durch Hannes Raichle per Rückraumtreffer konnten die Teckstädter noch Schritt halten. In der Folgephase Mitte der zweiten Halbzeit jedoch schlichen sich immer mehr einfache Fehler ins Owener Spiel. Man lud die Kirchheimer durch einfache Ballverluste zu schnellen Toren ein. So sah sich Oprea beim Stand von 22:19 für den VfL gezwungen, sein Team in einer Auszeit neu einzustimmen. Diese zeigte jedoch zunächst wenig Wirkung. Nach einem weiteren Ballgewinn durch Rudolph wurde dieser beim direkten Tempogegenstoß von Bäuchle gefoult. Die Schiedsrichter entschieden, Bäuchle mit Rot vom Spielfeld zu schicken – eine harte Entscheidung. Den darauffolgenden Siebenmeter verwandelte Julian Mikolaj sicher zur ersten Vier-Tore-Führung für die Gäste.

Doch die rote Karte hatte für die Owener einen aufweckenden Charakter. Es wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert und die Teckstädter konnten sich zurück ins Spiel kämpfen. In den letzten zehn Minuten waren vor allem Dominic Fischer, der vier der letzen fünf Tore für die Owener erzielte, und Uwe Raichle im Owener Tor, die Garanten der Aufholjagd. Auch die Abwehr um Defensivchef Matthias Büchele stand nun wie ein Bollwerk. Den Kirchheimern gelang in der Schlussphase lediglich ein Tor. Julian Mikolaj war es, der mit einem artistischen Dreher seine Mannschaft drei Minuten vor dem Ende wieder mit 27:26 in Führung brachte. Doch im Gegenzug gelang TSV-Kapitän Raphael Schmid der Ausgleich – 27:27 stand auf der Anzeigetafel bei noch 90 zu spielenden Sekunden und der VfL war in Ballbesitz. Doch dem Team von Trainer Engelbert Eisenbeil gelang es nicht, ihre Angriffsaktion in einen Torerfolg umzumünzen. Raichle parierte einen Rückraumwurf glänzend und so war plötzlich der TSV wieder am Drücker mit der Chance auf den Sieg. In der Offensive fasste sich nun Spielmacher Hannes Raichle ein Herz, doch der Kirchheimer Torhüter konnte den Ball entschärfen und es waren immer noch 20 Sekunden auf der Uhr. Der VfL schaltete schnell auf die Offensive um. Doch zu mehr als einem direkten Freiwurf nach Abpfiff reichte es nicht. Am Ende trennten sich beide Mannschaften nach einer turbulenten Schlussphase leistungsgerecht mit 27:27.

Für den TSV Owen ein durchaus guter Start ins neue Jahr, der den Teckstädtern Antrieb für die nächsten Wochen geben kann. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und guten Kampfgeist gelang es den Schützlingen von Oprea dem Tabellenzweiten einen Punkt abzutrotzen. Und auch die beiden Neulinge Moritz Bittner und Timm Roth fügten sich nahtlos in die gute Mannschaftsleistung ein. Doch ausruhen darf man sich keineswegs unter der Teck. Denn bereits am nächsten Sonntag steht ein weiteres wichtiges Spiel im Abstiegskampf auf dem Programm, wenn es zum Tabellenletzten SKV Unterensingen II geht.

Für den VfL ist dieses Ergebnis gleichbedeutend mit einem ärgerlichen Punktverlust. Um nach der sehr guten Hinrunde nun nicht den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren, müssen die Kirchheimer schleunigst wieder ihre Form aus dem Vorjahr finden.

An den nächsten zwei Spieltagen wartet mit dem TV Altbach gleich zweimal hintereinander ein Team aus dem unteren Tabellendrittel auf den VfL. Vier Punkte sind dabei Pflicht, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden – schließlich hat der TSV Weilheim die Kirchheimer dank eigenen Siegs gegen Unterensingen vom zweiten auf den dritten Platz verdrängt. ras/ol

TSV Owen: U. Raichle, Stoll – M. Raichle (1), Real (8), Fischer (6), H. Raichle (5), Roth, Bäuchle (1), Schmid (5/1), Bittner (1), Kupferschmid, Jauss, Bauer

VfL Kirchheim: Pisch, Weber – O. Latzel (4), Sadowski, M. Mikolaj (4), Kapp, Weber, J. Mikolaj (6/4), Späth, Schwarzbauer, Keller (2), Schafhitzel (3), Rudolph (7), Pradler (1)