Lokalsport

Keine Spitzenränge für die Teckfahrer bei WM

Keine Überraschung in Norwegen. Die Teck-Vertreter Stefan Sahm (der immerhin noch zweitbester Deutscher wurde), Lado und Manuel Fumic hatten bei der Marathon-Weltmeisterschaft der Mountainbiker erwartungsgemäß nichts mit der Vergabe der Medaillen zu tun.

EDGAR VELOCI

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LILLEHAMMER Bei der Marathon-WM in Lillehammer belegte Stefan Sahm als zweitbester Deutscher den zwölften Platz. Die Fumic-Brüder Manuel und Lado hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun, kamen als 23. und 25. ins Ziel.

Es war ein ungewöhnliches Mountainbike-Rennen, das sich da zwischen Rena und Lillehammer entwickelte. Ungewöhnlich nicht nur, weil sich mehr als 12 000 Biker frühmorgens ab sieben Uhr auf den Weg machten, sondern auch, weil beim 116-Kilometer-Rennen die Vorentscheidung bereits nach etwa sieben Kilometern fiel. Eine matschige Singletrailpassage nutzten fünf Fahrer zum Angriff. Mit Thomas Frischknecht (Schweiz), der seinen zweiten Marathon-WM-Triumph feierte, und Bart Brentjens (Niederlande) waren zwei Topfavoriten darunter.

"Ich habe gesehen, wie die weggefahren sind. Ich war 300 Meter dahinter und hatte keine Chance, zu folgen", sagte Stefan Sahm (Bissingen) im Ziel. Die fünf Spitzenfahrer mit dem Pfälzer Karl Platt, der zu einem späten Zeitpunkt Defekt hatte und seine Medaillenchancen einbüßte, hatten bereits an der ersten Zwischenzeit nach 17 Kilometern einen Vorsprung von zwei Minuten. Erst dort erfuhr die 25-köpfige Verfolgergruppe (mit Sahm), was Sache war.

Danach entwickelte sich auf relativ flachem Terrain eine Art Straßenrennen. Sahm wollte aus Rücksicht auf seinen Landsmann Platt kein Tempo machen. "Wir sind entweder gebummelt oder gesprintet, weil es um gute Positionen vor einem Singletrail ging", rekapitulierte Sahm. Der Vorsprung der Spitze vergrößerte sich jetzt, und als es in die letzten 17 cross-country-ähnlichen Kilometer ging, war auch die nächste Gruppe mit den Fumic-Brüdern aufgefahren. Etwa 40 Fahrer kämpften jetzt um die Plätze hinter den Spitzenrängen.

"Auf der Schlussrunde habe ich richtig Druck in den Beinen gehabt. Aber ich war auch zu weit hinten, als es losging", erklärte der Bissinger. Tatsächlich jagte die große Gruppe wild durch die Verpflegungszone in den ersten Singletrail hinein. Für Sahm reichte es immerhin noch zu einem respektablen 12. Platz mit 9,11 Minuten Rückstand auf Thomas Frischknecht (3.52,01 Stunden). Bart Brentjens wurde Zweiter vor dem Italiener Dario Acquaroli. Als erster der Verfolger kam der Ex-Dettinger Peter Riis Andersen (Dänemark) ins Ziel. Platt wurde mit seinem Handicap als Sechster bester Deutscher.

Lado und Manuel Fumic hatten den Zug am Anfang auch verpasst. "Das haben wir ein bisschen verpennt, da war außerdem ein mächtiges Gerangel. Wir mussten uns in der ersten Phase von Gruppe zu Gruppe hangeln", meinte Manuel Fumic. Die fehlende Streckenkenntnis sei ein echtes Handicap gewesen, meinte der 23-Jährige. Auch Lado Fumic bedauerte den Umstand. "Meine Beine waren super." Als es vor der Schlussrunde durch das Skistadion der Olympiastadt ging, lagen die Brüder nicht weit genug vorne, um sich eine bessere Position zu sichern. "Die Motivation war auch weg, weil die Spitze unerreichbar war", gab Lado Fumic zu Protokoll.

Bei den Damen war es Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle, die vor heimischem norwegischem Publikum ihren Marathon-Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte. Die Slowenin Blaza Klemencic wurde Zweite vor der Schweizerin Petra Henzi.