Lokalsport

Kießling-Coup bei Kaiserwetter

Der Hahnweidwettbewerb steht in diesem Jahr unter einem guten Stern: Bereits am ersten Wertungstag am Samstag hatten alle Wettbewerbsklassen bei strahlendem Sonnenschein eine über 300 Kilometer lange Aufgabe zu bewältigen. Lokalmatador Mario Kießling (Fliegergruppe Wolf-Hirth) ließ die gesamte Standard-Klasse hinter sich.

CORINNA FRITZ

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KIRCHHEIM 100 Mannschaften fieberten nach dem Eröffnungsbriefing am Freitagabend dem ersten Wettkampftag entgegen. Die Erwartungen wurden erfüllt: Bereits nach dem Aufstehen war klar, dass das Wetter einen spannenden Wertungstag zulassen würde. Bis zum allmorgendlichen Briefing waren alle Maschinen aufgebaut, standen in Reih und Glied auf der Startbahn und warteten darauf, von ihren Piloten und Pilotinnen bis zu 400 Kilometer weit am Himmel über Süddeutschland geflogen zu werden.

Sportleiter Abi Kießling und "Wetterfrosch" Dr. Karl Josef Dahlem hatten anspruchsvolle Aufgaben gestellt. Alle Wettbewerbsklassen mussten generell in einem flachen Dreieck zunächst in Richtung Schwarzwald fliegen, um dann nordöstlich der Alb, am zweiten Wendepunkt, auf dem dritten Schenkel zur Hahnweide zurückzukehren. Diese Dreiecke umfassten je nach Klasse einen Umfang von 326,3 Kilometern in der Doppelsitzer-Klasse bis zu 417,8 Kilometern in der Offenen Klasse.

Die 381,7 Kilometer in der Standard-Klasse bewältigte der ehemalige Deutsche Meister Mario Kießling am schnellsten. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 123,3 Stundenkilometern wurde er nicht nur Tagessieger, sondern war auch schnellster Pilot des gesamten Teilnehmerfelds. Platz zwei ging an den Schweizer Marcel Dünner mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 116,8 km/h und mit weiteren zwei km/h weniger im Durchschnitt flog Klaus Karg aus Augsburg auf Platz drei. In der Rennklasse entschied der ehemalige Vize-Weltmeister Michael Grund aus Stuttgart den Konkurrenzkampf zwischen ihm und dem Kirchheimer Tilo Holighaus für sich. Mit nur siebzehn Sekunden Vorsprung kam Grund im Ziel als erster an. Dieser winzige Vorsprung zeigt sich auch in der Punktewertung: Michael Grund führt mit nur vier Punkten vor Tilo Holighaus und dieses direkte Aufeinandertreffen in der Rennklasse wird weiter spannend bleiben. Pit Folwill aus Bonn belegte den dritten Podestplatz.

380 Kilometer mussten die Piloten in der 18-Meter-Klasse zurücklegen. Dies gelang Carsten Runge aus Aschaffenburg mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 116,5 km/h und einem knappen Vorsprung von fünf Sekunden auf den Hahnweid-Piloten Thomas Ingerfurth aus Nellingen am besten. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 115,5 km/h flog sich Martin Gräf aus Homburg auf Platz drei. Die anderen Hahnweid-Piloten mussten sich im Mittelfeld einordnen.

Die Doppelsitzer hatten mit 326 Kilometern die kürzeste Strecke des Tages zu bewältigen. Matthias Sturm und Heike Schnatz, junge Piloten vom LSV Schwarzwald, kehrten nach 2.47,44 Stunden als Schnellste auf die Hahnweide zurück. Franz Gall und Hilmar Schill aus Stuttgart verwiesen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 113,1 km/h Sigi Baumgart und Brigitte Brüning auf Platz drei. In der Offenen-Klasse siegte Stefan Senne aus Sindelfingen, der Ehemann der Europameisterin Kathrin Senne, mit einem Vorsprung von vier Minuten. Alexander Müller vom LSC Burg Feuerstein flog auf Platz zwei und Francois Jermaisse aus den Niederlanden belegte Platz drei.

Favorit und Weltmeister Holger Karow wird aus beruflichen Gründen erst am Montag starten. Stellvertretend ging der Jugendnationalmannschaftspilot Christian Kocks an den Start. Durch Gerätefehler konnte er am Samstag allerdings keine Punkte verbuchen. Das Team um Willi Balz, der ebenfalls für die Fliegergruppe Wolf-Hirth an den Start geht, musste sich wegen einer zu hohen Abfluggeschwindigkeit und daraus resultierender Strafpunkte auf Platz sechs einordnen.

Generell war der erste Wettbewerbstag ein großer Erfolg: Von 92 startenden Maschinen mussten nur vier vorzeitig landen. Die Kirchheimer Jugendlichen, die teilweise ihren ersten Wettbewerbsflug absolvierten, konnten den Samstag alle mit einer erfolgreichen Heimkehr zur Hahnweide beenden. Auch am Sonntagmorgen war der Wettergott den Piloten hold: Jupp Dahlem, der an diesem Tag nicht nur für die Wetterinformation zuständig war, sondern auch den sportlichen Leiter vertreten musste, forderte die Piloten mit Strecken von bis zu knapp 440 Kilometern heraus.

Wettbewerbsleiterin Rita Heimann zeigte sich stolz auf den bisherigen reibungslosen Verlauf der ersten beiden Wettbewerbstage. Sie freute sich vor allem, dass das Team der Fliegergruppe Wolf-Hirth am 1. Mai-Feiertag nicht nur durch den Wettbewerb, sondern auch durch eine spektakuläre Vorführung des Kirchheimer Kunstflugpiloten Klaus Lehnhart die zahllosen Besucher für ihre Anreise zur Hahnweide entlohnen konnte.