Lokalsport

Kirchheim kämpft vergeblich

Nach einem völlig verschlafenen Start sind die Kirchheimer Basketballer in Jena erfolglos einem Rückstand hinterhergerannt. Ohne die zuletzt beim Sieg gegen Chemnitz bewiesene Cleverness erlebten die Kirchheimer Fans ein vergebliches Aufbäumen ihrer Mannschaft.

THOMAS AUERBACH

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JENA Selbst eingefleischte Jenaer Fans schienen ihren Augen kaum zu trauen, wie ihre Mannschaft in den ersten Spielminuten die Kirchheimer Ritter regelrecht überrollte. Eine Woche zuvor hatten die POM baskets die ersten drei Viertel gegen Ehingen noch völlig verschlafen und das Spiel erst in der Verlängerung entschieden. Ganz anders am Samstagabend in der gut gefüllten Sporthalle Lobeda-West. Vor allem aus der Dreierdistanz rauschten allein im ersten Viertel sechs Dreier der Jenaer durch die Reuse. Alexander Seggelke, ausgewiesener Dreierspezialist, steuerte allein im Startviertel vier Distanztreffer bei. Da reichte auch eine unter normalen Umstände passable Dreierquote auf Kirchheimer Seite nicht. Ehe Kirchheim seine Abwehr stabilisieren konnte, stand es nach dem ersten Viertel bereits 35:18.

Diesem Rückstand sollten die Kirchheimer Korbjäger in den folgenden drei Vierteln hinterherlaufen. Stück für Stück nur bekam der VfL die Distanzschützen aus Jena unter Kontrolle und setzte vor allem im zweiten Viertel eigene Akzente. 52:40 hieß es dementsprechend zur Halbzeitpause. Im dritten Viertel kämpften sich die Ritter sogar zweimal bis auf sieben Punkte heran. Die Wende schien möglich. Aber die Nerven spielten diesmal nicht mit, anders als noch eine Woche zuvor beim Sieg gegen Chemnitz.

Jena befreite sich aus dieser kritischen Situation mit einem Dreier und auf der anderen Seite verpassten die Knights den Anschluss, als erst Kostas Karamatskos einen Bonusfreiwurf vergab, Andre Bynum einen Korbleger nicht unterbrachte und kurz darauf Alexander Zyskunov zwei Freiwürfe danebensetzte. Aber auch beim Stand von 72:62 nach dem dritten Viertel gab der VfL noch nicht auf. Die Knights kämpften sich erneut auf unter zehn Punkte heran. Doch in den entscheidenden Phasen fehlte die Ruhe, das Wurfglück und auch die Cleverness.

Unnötige Offensivfouls, und immer wieder der vergebliche Versuch, durch die von der Jenaer Abwehr dichtgemachte Zone zum Korb zu ziehen, verhinderten, dass die Ritter das Spiel drehen konnten. Als auch mehrere Dreierversuche in den Schlussminuten ihr Ziel verfehlten war klar: An diesem Abend würde Jena abgebrüht genug sein, ein starkes erstes Viertel nach Hause zu schaukeln. Als Kirchheim hätte den Anschluss finden können, bewies Jena die größere Coolness, dominierte das Spiel klar unter dem Korb und von der Dreierlinie. Dennoch verkaufte sich Kirchheim nicht unter Wert. Jenas Coach Björn Harmsen bestätigte den Knights folglich eine gute Leistung: "Kirchheim ist ein sehr schwieriger Gegner und ist mit diesem Team genauso schwer zu spielen, wie Kaiserslautern, Chemnitz oder Bayreuth."

Am kommenden Samstag gilt es, dies für die Knights in Punkte umzusetzen. Dann gastiert das Team aus Ehingen in der Sporthalle Stadtmitte. Die Donaustädter mussten sich in Rastatt mit 78:75 knapp geschlagen geben und rangieren nun punktgleich mit Rastatt auf den beiden Plätzen vor den Knights. Aus dem Zweikampf um den Abstieg ist also nun mindestens ein Dreikampf geworden. Während Kirchheim und Ehingen in den verbleibenden Spielen gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte antreten müssen, steht Rastatt der obere Tabellenbereich ins Haus. Es bleibt also spannend in der zweiten Liga Süd.

Für den kommenden Samstag haben sich in Kirchheim bereits zahlreiche Fans aus Ehingen angekündigt. Es könnte also eng werden in der Sporthalle Stadtmitte. Deswegen empfiehlt man bei den Knights, sich rechtzeitig im Vorverkauf mit Karten zu versorgen. Karten gibt es bei Sport Räpple und im Modehaus Bantlin.

Spielstatistik

VfL Kirchheim Knights:

Kranz, (11 Punkte/3 Dreier, 4:7 Würfe, 3:6 Dreier, 5 Fouls, 18:29 Min.), Bynum (11 Punkte/1 Dreier; 4:13 Würfe; 1:4 Dreier; 2:4 Freiwürfe; 7 Assists, 3 Steals, 6 Rebounds, 26:55 Min.), Burnette (21 Punkte/1 Dreier, 6:20 Würfe, 1:5 Dreier, 8:10 Freiwürfe, 30:53 Min.), Karamatskos (7 Punkte/1 Dreier, 2:5 Würfe, 2 Assists, 20:29 Min.), Christ (8 Punkte, 2:5 Würfe, 4:5 Freiwürfe, 6 Rebounds, 23:42 Min.), Goehrke (0 Punkte, 0:1 Würfe, 1 Rebound, 5 Fouls, 07:02 Min.), Howard (6 Punkte/1 Dreier, 3:6 Freiwürfe, 3 Rebounds, 15:46 Min.), Sivorotka (2 Punkte, 1:3 Würfe, 0:1 Dreier, 13:28 Min.), Klemm (3 Punkte, 3:4 Freiwürfe, 13:23 Min.), Zyskunov (7 Punkte, 3:6 Würfe, 7 Rebounds, 29:53 Min.).POM baskets Jena:

Mischa Zlotowski (17 Punkte/3 Dreier), Alexander Seggelke (21/4), Sean McCaw (14/2), Jernavis Draughn (8/1), Al Elliott (8/1), Lars Buss (10), Gregor Linke (4), Tony Granz (4).Würfe:

23:64/35,9 % VfL, 26:58/44,8 % Jena.Dreier:

7:24/29,2% VfL, 11:23/47,8% Jena.Freiwürfe:

23:39/59,0 % VfL, 23:28/82,1 % Jena.Rebounds:

31:44.Ballverluste:

13:21.Assists:

11:19.Ballgewinne:

11:5.Fouls:

28:26.Schiedsrichter:

Anton Kotlyar (Berlin) und Ronny Wegner (Leipzig).Zuschauer:

750