Lokalsport

Kirchheim Knights: Kommen schwere Zeiten?

Der mühsame 80:73 (34:35)-Erfolg beim Tabellen-Schlusslicht USC Freiburg sorgte bei den VfL-Basketballern schon nicht für Heiterkeit. Die Nachrichten von der Konkurrenz noch weniger.

KIRCHHEIM Zuerst die beiden guten Nachrichten: Die Kirchheim Knights haben die Pflichtaufgabe beim Tabellenletzten in Freiburg gelöst und sind wieder Tabellenführer der Regionalliga, da Spitzenreiter TV Rastatt-Rheinau beim Titelverteidiger KGJ Schwenningen 86:92 unterlag. Die schlechten Nachrichten überwiegen allerdings. Zum einen ist die Form der Kirchheimer Basketballer derzeit nicht gerade berauschend, zum anderen hat die unmittelbare Konkurrenz auf eine Weise aufgerüstet, dass die Tage ganz oben in der dritten Liga gezählt sein könnten.

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Beim Spitzenspiel riss ein Spieler für Schwenningen die Angelegenheit an sich, der ohne zu zögern als der beste der Liga bezeichnet werden kann: Sova Taletovic, der vier Jahre lang beim TSV Crailsheim in der zweiten Liga stets für 20 Punkte gut war. Der 30-Jährige wurde von der nach zwei Niederlagen (eine am grünen Tisch) kriselnden KGJ im Handstreich verpflichtet und entschied sein erstes Spiel mit 36 Punkten (fünf Dreier) quasi im Alleingang. Beim Kracher gegen die Knights am 11. Dezember wird Taletovic auch dabei sein, nachdem der Verein seine Verpflichtung bis zum Saisonende bekannt gegeben hat.

Doch auch der derzeitige Tabellenzweite, TV Rastatt-Rheinau, hat sich verstärkt. Statt des angekündigten Slowenen stand in Schwenningen plötzlich der weißrussische Nationalspieler Alexander Zyskunov (28 Jahre, 2,09 m) auf dem Feld, der im Sommer noch beim Supercup in Braunschweig gegen die deutsche Nationalmannschaft um Dirk Nowitzki gespielt hatte. Er machte in seinem ersten Spiel zwar nur neun Punkte, bildet nun aber mit Joel Nganko und Dima Binkovski ein bärenstarkes Trio unter dem Korb, das in dieser Dichte kein anderes Team aufzuweisen hat. Spielertrainer Zoran Seatovic: "Das war ein reiner Glücksfall. Er wohnt in Karlsruhe und kostet uns zunächst keinen Cent. Wir haben eine Probezeit vereinbart, danach sehen wir weiter." Das Spiel wurde vier Minuten vor Schluss entschieden, als die Gastgeber aus einem Angriff sieben Punkte machten: Foul plus technisches Foul, alle vier Freiwürfe verwandelt, beim anschließenden Ballbesitz ein Dreier. Seatovic: "Wir haben uns selbst geschlagen, da war alles drin."

Kirchheim hat in zwei Wochen durchaus gute Chancen. Da muss der VfL aber deutlich mehr zeigen als zuletzt in Freiburg. Die Vorbereitung war katastrophal: Im Nachhinein muss es wohl als Fehler eingestuft werden, das Risiko des Testspiels gegen den MTV Stuttgart eingegangen zu sein. Wie da den Rittern die Rüstung über die Ohren gezogen wurde, hat Spuren hinterlassen. Dann gab Theo Leftakis auch noch trainingsfrei wegen Thanksgiving Der Gegner hieß ja nur Freiburg. Individuell passt derzeit ebenfalls wenig: Kai-Uwe Kranz ist nach dem kleinen Zwischenhoch in Heidelberg weiter außer Form (2:11 Würfe, 0:5 Dreier), Jorgo Tsouknidis, Wilu Lenger und Joe Hountondji setzen kaum Akzente. Verlass ist derzeit nur auf Ross Jorgusen und Chuks Neboh sowie mit Abstrichen James Hayden und Bill Goehrke.

Am Samstag hat der VfL seinen letzten Auftritt in diesem Jahr: Aufsteiger TV Konstanz kommt.

mad

VfL Kirchheim:

Goehrke (7), Hayden (12/1), Hountondji (3), Jorgusen (24/2), Kikic (n.e.), Kranz (7), Lenger, Neboh (20), Tsouknidis (7/1).USC Freiburg:

Eisenbarth, Friedel (18/4), Lange (12), Meyer, Mönch (6/1), Riedel (10), Wendt (4), Wiedenbach (3), Zinz (20).Dreier:

4 (VfL), 5 (USC).Freiwürfe:

18:27/66,7 % (VfL), 16:23/69,6 % (USC).Fouls:

17 (VfL), 23 (USC).Viertel:

20:23, 15:11, 14:20, 24:26.Schiedsrichter:

Frank Niedrig (Walldorf) und Nils Höpker (Karlsruhe) hatten keine Probleme.Zuschauer:

50