Lokalsport

Kirchheim stolpertüber Kerner

Kirchheims Hoffnungen auf die Ausrichtung der deutschen Kunstturnmeisterschaften vom 1. bis 3. September haben einen Dämpfer erhalten. Was aus Kirchheimer Sicht zum Sportereignis des Jahres hätte werden sollen, scheitert nun an der Fernsehtauglichkeit der Sporthalle Stadtmitte.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Ausgerechnet Deutschlands prominentester Talkmaster wird für Kirchheim zum Spielverderber. Weil das "Prominenten-Turnen mit Johannes B. Kerner" im Rahmen des deutschen Turnfestes im vergangenen Jahr sich zum Publikumsrenner entwickelte, soll dieser Programmpunkt auch bei den deutschen Kunstturnmeisterschaften im September einen festen Platz bekommen. Damit ist klar: Bei der Vergabe der Titelkämpfe wird die TV-Tauglichkeit des Austragungsortes zum schlagenden Argument. Gegen erstligaerprobte Sportstätten wie die Göppinger Hohenstauffenhalle oder der Sindelfinger Glaspalast stürzen die Kirchheimer Aktien naturgemäß ins Bodenlose. Stadt und VfL als möglicher Ausrichter wurden gestern vom Schwäbischen Turnerbund (STB) informiert.

Dort wollte man mit der Nominierung der Teckstadt vor allem der guten Nachwuchsarbeit im VfL Respekt zollen. "Die Chancen waren durchaus da", meint STB-Sprecherin Birgit Roth, die angesichts der geänderten Rahmenbedingungen um Verständnis wirbt. "TV-Formate wie die Prominenten-Turnshow ist für die öffentliche Akzeptanz unseres Sports enorm wichtig", sagt Roth. "Leider erfüllen nicht alle Bewerber die Voraussetzungen für eine solche Fernseh-Übertragung." Eine endgültige Entscheidung wollen die Verantwortlichen des DTB erst nach einer umfassenden Hallenbesichtigung mit der Produktionsfirma treffen.

Bei den Beteiligten in Kirchheim scheint sich die Trauer indes in Grenzen zu halten. "Das wäre eine großartige Sache für uns gewesen", meint Anneliese Sahm von der VfL-Turnabteilung, ohne zu verschweigen, welch enormen Kraftakt dies für die kleine Kirchheimer Turngemeinde bedeutet hätte. Nach dem Bundesligaaufstieg im vergangenen Jahr sei man nun auch froh, durchatmen zu können. Der Ausrichtung der deutschen Schüler- und Jugendmeisterschaften am 24. und 25. Juni hat die Turnabteilung aus Termingründen bereits eine Absage erteilt. Dies war seitens des DTB als Trostpflaster für die gescheiterte Bewerbung in Aussicht gestellt worden. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagt Anneliese Sahm. Heißer Kandidat bleibt der VfL dagegen für die erneute Austragung der Bundesliga-Relegationskämpfe zum Saisonende.