Lokalsport

Kirchheimer Drama in der Verlängerung

Aus der Traum vom größten Triumph der Vereinsgeschichte: Sieben Minuten fehlten den VfL-Basketballern am gestrigen Abend in Rastatt, um sich zurück ins Rennen um den Zweitliga-Aufstieg zu bringen. Nach der unglücklichen 74:76 (68:68)-Niederlage in der Verlängerung bleiben den Knights nur noch rechnerische Chancen.

BERND KÖBLE

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Dass man in Kirchheim alles andere als gewillt sein würde, die Aufstiegshoffnungen frühzeitig zu begraben, unterstrichen knapp 100 VfL-Fans, die in der Sporthalle des Rastatter Tulla-Gymnasiums gestern Abend zumindest akustisch die Regentschaft führten. Die hielt bis zwölf Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit, als bei Martinovics Wurf der Ball vom Korbrand zurück aufs Spielfeld sprang und Rastatt im Gegenzug der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich zum 68:68 gelang. Beim Stand von 65:53 fehlten den Knights im Schlussviertel ganze sieben Minuten, um dem Traum vom Aufstieg wieder ein Stückchen näher zu rücken. Der Rest ist schnell erzählt: Ein ganze Reihe zweifelhafter Schiedsrichterentscheidungen brachte den VfL in der Verlängerung vollends auf die Verliererstraße. Nachdem mit Bill Goehrke, Nenad Lukic und Wilu Lenger gleich drei Kirchheimer nach Fouls vom Feld mussten und Rastatts Zoran Seatovic Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe zugesprochen bekam, war die Entscheidung gefallen.

Den im Fanbus mitgereisten VfL-Anhängern stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Sie hatten zuvor einen durchaus vielversprechenden Beginn ihrer Mannschaft gesehen, die spielerisch überzeugte und bei freien Würfen konsequent punktete. Doch Rastatt zeigte sich davon unbeeindruckt und kam über die erste Angriffswelle zu vielen einfachen Punkten. Vor allem Joel Nganko, der überragende Center der Badener, leistete sich unterm Korb kaum Schwächen und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Gastgeber das Heft nie aus der Hand gaben.

Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel muss nun die Mathematik bemühen, wer noch Chancen auf den Aufstieg in die zweite Liga ausmachen will. Nächster Gegner des VfL ist am Samstag Nordmeister ASC Mainz (ausführlicher Bericht folgt).