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Kirchheimer Junioren-Biker landet hinter europäischer Elite in Albstadt auf Platz drei

Kirchheimer Junioren-Biker landet hinter europäischer Elite in Albstadt auf Platz drei

Starker Auftritt für die Junioren-Biker des MTB Teck beim Bundesligarennen in Albstadt: Lukas Kuch gelang mit einem starken dritten Platz der Sprung aufs Podium, Christian Pfäffle überraschte mit Platz sechs. Marco Tippmann wurde Zwölfter.

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Edgar Veloci

Albstadt. Trainer Dominik Micolaj sprang über die Bande und kam jubelnd auf seinen Schützling zu. „Das war das Renn-Eis“, rief er lachend und beglückwünschte Lukas Kuch (Radsport Fischer & Wagner) zu einem starken Rennen. Das „Renn-Eis“ hatten die Fahrer des MTB Teck schon am Vorabend zu sich genommen, ein Ritual, das es bei den Cross-Country-Bikern schon seit Jahren gibt. Den Kirchheimer und seine Vereinskollegen hat es offenbar beflügelt. Kuch fuhr in Albstadt von Beginn an ein offensives Rennen, war nach der ersten Runde in der dreiköpfigen Spitzengruppe vertreten. Gemeinsam mit Vize-Europameister Michiel van der Heijden und Julian Schelb diktierte er das Geschehen. Das Trio vergrößerte im Regen den Vorsprung gegenüber dem Schweizer Kevin Krieg bis auf eine Minute.

Im sogenannten „Bullenuphill“ griff Julian Schelb in der vierten Runde an, binnen zwei Minuten war das Klassement gemacht. Der Münstertäler kam weg, der Holländer setzte sich an Position zwei und Kuch an drei. „Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich schon mitgegangen, aber da waren die beiden einfach zu stark.“ Kuch brachte seinen dritten Platz sicher ins Ziel, das er mit 2:39 Minuten Rückstand auf Schelb (1:19:56) erreichte, der wiederum nach einem Sturz in der letzten Runde noch sieben Sekunden Vorsprung vor dem dreifachen Weltcup-Sieger aus Holland ins Ziel brachte.

Dass Kuch überhaupt ein halbes Rennen lang mit den beiden Medaillenkandidaten für die Europameisterschaft mitfahren konnte, war die eigentliche Überraschung des Tages. Für eine solche sorgte auch Christian Pfäffle (Ghost Racing Team). Dass er am Berg seinen direkten Konkurrenten immer wieder davonfahren konnte, überraschte den Neuffener selbst. „Es lief super heute. Das hätte ich nicht gedacht, weil ich solche Strecken eigentlich nicht mag.“ In der vierten Runde setzte er sich mehr und mehr von seinen Begleitern ab und verbuchte mit Rang sechs (+6:04) sein bisher bestes Saisonergebnis.

Marco Tippmann (Radstudio ­Kuettner) lag bis dahin gleichauf mit seinem MTB-Teck-Vereinskameraden. Doch Tippmann verlor in den schmierigen Abfahrten immer wieder Zeit, die er auch mit einer starken Leistung in den Anstiegen in der zweiten Rennhälfte nicht mehr aufholen konnte.

„Meine Beine waren super, aber ich hasse den Schlamm“, meinte er hinterher. Sein Ziel, fünftbester Deutscher zu werden und sich damit nachdrücklich für einen weiteren Weltcup-Einsatz zu empfehlen, verfehlte der Kirchheimer. Er kam als siebter Deutscher auf Rang zwölf (+8:20) ins Ziel. Ob er dennoch ein weiteres Weltcup-Rennen bestreiten darf, ist noch nicht sicher. Sicher ist aber, dass Lukas Kuch bei der Europameisterschaft in Israel Anfang Juli und dann auch bei der WM in Kanada mit dabei sein darf. „Das ist ein großer Erfolg für mich“, freute sich Kuch. Für Christian Pfäffle steht nach dieser Leistung zumindest die Tür zur WM auch ein wenig offen. Für die WM werden mehr Sportler nominiert, als für die EM.

Die Elite-Rennen gingen an Sabine Spitz und Moritz Milatz. Die Olympiasiegerin profitierte etwas vom Defekt-Pech ihrer österreichischen Teamkollegin Lisi Osl und siegte in 1:32:25 Stunden mit 44 Sekunden Vorsprung. Die Dänin Annika Langvad wurde mit 2:59 Minuten Rückstand Dritte.

Milatz konnte nach 1:52:26 Stunden indes den WM-Dritten Florian Vogel aus der Schweiz um 41 Sekunden distanzieren. Das Duo lag bis zur vorletzten Runde gemeinsam an der Spitze. Lukas Flückiger (Schweiz) wurde mit 49 Sekunden Rückstand Dritter.

Bei den Juniorinnen musste Carmen Wolfer (Nolte-Küchen) vom MTB Teck ihr Rennen aufgeben.

Der Wernauer Siggi Tröndle (Team Radsport Fischer & Wagner) belegte im Rennen der Masters den dritten Platz. Gemeinsam mit dem Kelkheimer Max Friedrich und Thorsten Pott aus Remscheid lag Tröndle bis kurz vor Schluss der 46 Kilometer gemeinsam vorn. Er hatte zu Beginn des Rennens das Tempo diktiert, doch ein Fahrfehler vor dem Ziel nahm ihm die Möglichkeit, um den Sieg mitzusprinten. Der ging in 1:27:25 Stunden an Max Friedrich, der Pott hauchdünn bezwang. Tröndle wurde elf Sekunden dahinter Dritter. „Schade, dass mir der Fehler passiert ist, mir ging es heute sehr gut“, meinte Tröndle, der sich aber dennoch über seinen Podestplatz freute.