Lokalsport

Kirchheimer Rekordsieg in Crailsheim: Tabellenzweiter

Den erwartet hohen Sieg schafften die VfL-Regionalliga-Basketballer in Crailsheim. Der MTV Stuttgart verlor gleichzeitig zu Hause gegen Mannheim 87:89. "Wir hatten Spaß am Spiel." Wann hat man VfL-Coach Theo Leftakis jemals so zufrieden und entspannt gesehen?

CRAILSHEIM Bis auf zwei kleine Hänger im ersten und im zweiten Viertel erledigte der VfL die Aufgabe beim sieglosen Tabellenschlusslicht TSV Crailsheim 2 in ordentlicher Form. Mit 75:112 im Schnitt hatte der TSV seine bisherigen neun Saisonspiele verloren. Kirchheim schaffte ein 116:74 und war damit eine Nuance besser als der Durchschnitt der Liga. Für ein Team, das sich in den vergangenen zwei Jahren sehr schwer mit solchen Pflichten tat, ist das mehr als akzeptabel. Es war immerhin der erste Hunderter seit Januar 2003, wenn man das 102:99 beim MTV Stuttgart im März wegen der zwei Verlängerungen nicht dazu zählt.

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Crailsheim machte es dem VfL auch nicht sonderlich schwer. "Das war keine große Herausforderung", meinte denn auch Leftakis, der das Spiel dazu nutzte, seine Bankspieler etwas in Stimmung zu bringen. Vor allem Kapitän Robert Bruck (15 Punkte) und Michael Weiß (acht Punkte, sechs Rebounds) nutzten ihre Spielzeit gut, um den Trainer davon zu überzeugen, ihnen auch mal bei einem ernsthaften Spiel mehr Vertrauen zu schenken. Leftakis sagte aber auch: "Das war ein Trainingsspiel, wegen der Schwäche des Gegners erübrigt sich jede Einzelkritik."

Bemerkenswert: In der Effektivitätswertung, die alle Kategorien eines Spiels vereint, schaffte der VfL mit 154 Punkten einen Vereinsrekord. Allein acht Spieler hatten zweistellige Werte. Aber auch hier gilt: Angesichts des Gegners bedeutet das nicht viel. Nach unkonzentriertem Start legte der VfL durch David Bouwmeester und Kai-Uwe Kranz einen höheren Gang ein und beendete das erste Viertel mit 35:22. Dann begann Leftakis zu wechseln (ausgerechnet Kranz und Bouwmeester) und Crailsheim wehrte sich Plötzlich stand es nur noch 37:34 (26.). Doch der Wechsel auf eine Zonenverteidigung machte dem Spuk schnell ein Ende 51:34 (19.).

Bemerkenswert danach waren nur noch zwei Situationen: Einmal als Kranz richtig heiß lief und zwischen der 24. und der 26. Minuten zwölf Punkte in Serie zum 72:46 einstreute. Zum andern, dass es ausgerechnet Bill Goehrke war, der den Hunderter in der 35. Minute voll machte (100:62). Noch ein Argument (neben seinen neun Rebounds), den sympathischen Amerikaner auch für den Rest der Saison zu verpflichten. Gute Nachrichten gab es hinterher aus Stuttgart. Dort hatte Aufsteiger Mannheim für eine dicke Überraschung gesorgt und dem MTV mit 89:87 die zweite Heimniederlage in Serie beigebracht. Stuttgart, nach dem Sieg beim VfL noch heißer Titelanwärter, muss sich nun mit vier Niederlagen (12:8) hinten anstellen. Der SSC Karlsruhe verlor ebenso überraschend gegen die auswärtsschwachen Ludwigburger mit 73:87, wohl auch deshalb, weil die Barockstädter wieder auf Bundesliga-Rückkehrer Sebastian Kling zählen können.

Wie im Rausch präsentiert sich dagegen der nächste VfL-Gegner. Nach dem 131:71 vor einer Woche gegen Crailsheim fertigte der TV Rastatt-Rheinau (12:8) die zuletzt so starken Tübinger Youngster 94:57 ab. Coach Zoran Seatovic: "Bei uns sind endlich wieder alle fit. Das gibt ein heißes Spiel am Samstag in Kirchheim." Dieses "Weihnachtsspiel" sechs Tage vor Heiligabend verspricht ein Knaller zu werden. Der VfL (14:6), der nun zusammen mit dem SSC Karlsruhe (18:2) und der KGJ Schwenningen (14:6) das Führungstrio bildet, kann seine Siegesserie auf vier ausbauen. und als Tabellenzweiter auf einem Aufstiegsrundenplatz Weihnachten feiern. Schöne Aussichten.

mad

VfL Kirchheim:

Bouwmeester (8), Bruck (15/1), Goehrke (12), Hayden (11), Jorgusen (17), Kranz (25/3), Lenger (9), Reiter, Stifel (2), Tsouknidis (8), Weiß (9/1).TSV Crailsheim:

Arnautalic (3/1), Düll (4), Kienzle (12/1), Rüeck (25/2), Spangenberg (2), Talaba (17), Tomic (10).Dreier:

7 (VfL), 4 (TSV).Freiwürfe:

13:19/68,4 % (VfL), 19:28/67,8 % (TSV).Fouls:

23 (VfL), 21 (TSV).Schiedsrichter:

Bernd Neumann (Weil im Schönbuch) und Thomas Endriß (Stuttgart) hatten keine Probleme.Zuschauer:

50