Lokalsport

Kirchheimer Teams fünf Mal auf dem Podium

Die Kirchheimer Turnerjugend auf Höhenflug: Beim Landesfinale der Mannschaften in der Sporthalle Stadtmitte räumten VfL-Teams vier Titel ab und sicherten sich als Dritte einen weiteren Podestplatz das beste Ergebnis, dass es für die Kirchheimer jemals gegeben hat.

HEIKO PAUL

Anzeige

KIRCHHEIM Unter den Augen von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker legten die Mädchen am Samstag gleich richtig los. Beide Mannschaften, die E- und D-Jugend, wurden ihrer Favoritenrolle aus den Qualifikationswettkämpfen gerecht. Immerhin schon zum dritten Mal in Folge siegte die D-Jugend, hier sind die zehn, elf und zwölf Jahre alten Mädchen am Start. Die Mannschaft mit Samantha Müller, Ira Graf, Lena Schalow, Elli Schäffer und Stefanie Hütter leistete sich keinen einzigen Einbruch. Glücklicherweise: Denn nach Boden, Stufenbarren, Sprung und Schwebebalken betrug der Vorsprung auf Böckingen nur 0,7 Punkte. Nur ein kleiner Patzer, und schon wäre die hart erkämpfte Führung weg gewesen. Da tat es gut, eine Samantha Müller imTeam zu haben, die nach einem starken Wettkampf in der Einzelwertung den zweiten Rang belegte, oder Ira Graf, die am Boden mit 5,85 von sechs möglichen Punkten die Tages-Höchstwertung in der gesamten D-Jugend erturnte.

War die D-Jugend noch hart umkämpft, machte es die E-Jugend weniger spannend. Drei Punkte Vorsprung vor dem MTV Ludwigsburg nach vier Geräten sprechen eine deutliche Sprache. Die neun und zehn Jahre alten VfL-Turnerinnen beherrschten ihre Gegnerinnen ganz klar. Patricia Schäffer, Adina Hausch, Dorina Bosch, Lisa Kiedaisch und Ivonne Giese siegten an allen Geräten und auch die Einzelwertung ging an eine Kirchheimerin. Patricia Schäffer war beste Turnerin des Wettkampfs, knapp vor Adina Hausch. Herausragendes Mannschaftsergebnis: 15 Punkte wären für den Kirchheimer Nachwuchs am Barren maximal zu holen gewesen, 14,3 Punkte erzielten sie am Ende.

Wie schnell eine Mannschaft abstürzen kann, zeigte der TB Neckarhausen. Beim Nordentscheid noch auf dem zweiten Rang, fanden sich die Turnerinnen beim Württembergischen Landesfinale auf dem zehnten Platz wieder. Keine Mannschaft am Start hatte der VfL beim Baden-Württembergischen Landesfinale der Jugendturnerinnen C (Jahrgang 90/91). Hier siegte die TSG Backnang vor dem TV Baiersbronn, dem TSV Ellwangen und dem SV Hülben. Die Offene Klasse dominierte der TSB Ebingen vor dem TSV Berkheim und der TSG Heilbronn.

Haben die Kirchheimer Mädchen die Titel bei den Mannschaftsmeisterschaften geradezu abonniert, so liegt bei den Jungen der letzte Kirchheimer Sieg schon drei Jahre zurück. Doch bei der Mammutveranstaltung in Kirchheim 420 Turnerinnen und Turner waren am Start wollten die Vfl-Teams zuschlagen. Doch wie immer galt es, die erfolgreichen Cracks der TSG Öhringen zu besiegen sie sind bislang der Maßstab in Deutschlands Süden. Die E-Jugendlichen Felix Pohl, Marcus Bay, Julian Hausch und Yannik Bauser hatten sich also einiges vorgenommen, waren sie doch noch beim Nordent-scheid den Konkurrenten aus Öhringen knapp unterlegen.

Eine geradezu salomonische Entscheidung nach einem spannenden Wettkampf dann am Sonntag in Kirchheim: Punktgleich, auf die Hundertstel genau, belegten Öhringen und Kirchheim Platz eins. Die Heimmannschaft hatte am letzten Gerät noch gleichgezogen. Entscheidend für den VfL-Erfolg: Felix Pohl, der nach vier Geräten die Einzelwertung mit 19 von 20 möglichen Punkten gewann, knapp vor Marcus Bay. Auch die Platzierung des Teams VfL Kirchheim II ist nicht zu verachten. Simon Schlick, Luca Mühleisen, Enno Schwenk und Merlin Köhler erreichten unter zwölf Mannschaften den fünften Rang.

Auf einen übermächtigen Gegner traf die Kirchheimer D-Jugend. Öhringen war nicht zu schlagen, das war nach der Qualifikation schon klar. Ebenso: EinPlatz auf dem Podium ist möglich. War es Aleksej Sinicyn, Marius Gebhardt, Giulio Schmid, Daniel Paul und Moritz Bader noch gelungen, beim Nordentscheid die Konkurrenten aus Backnang in Schach zu halten, drehten diese in Kirchheim den Spieß um. Ein einziges Zehntel gab den Ausschlag und die VfL-Turner fanden sich hinter Öhringen und Backnang auf dem dritten Rang wieder.

Mit enormem Selbstvertrauen starteten die C-Jugendlichen (13 und 14 Jahre alt). Immerhin hatten sie sich in der Qualifikation schon gegen die TSG Öhringen durchgesetzt. Weil die Jugendturner C nicht nur gegen die Württemberger Konkurrenten anzutreten hatten, sondern das Baden-Württembergische Landesfinale um den LBS-Team-Cup bestritten, hätte auch noch eine Mannschaft aus dem Badischen den Kirchheimern den Titel streitig machen können. Doch der Dauerbrenner Kirchheim gegen Öhringen entwickelte sich wieder zum Zweikampf an der Spitze. Der VfL mit André Schaich, Moritz Pohl, Simon Paul, Fabian Gärtner und Johannes Dieterich begann am Sprung. Simon Paul legte mit der besten Sprungwertung des Wettkampfs vor, André Schaich folgte knapp dahinter, doch eine weitere Wertung, deutlich über sechs von sieben möglichen Punkten fehlte. Weitere 0,25 Punkte Rückstand kamen am Barren hinzu. Die Kirchheimer Fan-Gemeinde war beunruhigt.

Leichte Vorteile dann erstmals am Reck, ebenso am Boden. Sensationell dann die Vorstellung der Kirchheimer am Pauschenpferd: 6,6 Punkte für Simon Paul, 6,75 Punkte für André Schaich und sogar 6,85 Punkte für Moritz Pohl Die Kirchheimer hatten mit traumhaft sicher vorgetragenen Übungen am Zittergerät der Männer 20,2 von 21 möglichen Punkten erreicht. Da konnte Öhringen nicht mehr kontern, zumal der VfL auch an den Ringen nichts mehr anbrennen ließ und die Höchstwertung erreichte. Aus dem Rückstand hatte das VfL-Team einen Vorspung von knapp zwei Punkten gemacht.

Welch turnerisches Vermögen für einen Sieg notwendig ist, wird bei der C-Jugend deutlich. André Schaich, Sieger in der Einzelwertung in Kirchheim, ist Mitglied des Bundeskaders und im Alter von 14 Jahren bereits in der VfL-Verbandsligamannschaft einer der wichtigsten Punktelieferanten. Ein Jahr jünger ist der Bundeskaderturner Moritz Pohl. Simon Paul ist mehrfacher Landessieger und feierte in der vergangenen Saison sein Debüt in der Kirchheimer Verbandsligamannschaft.

Doch nicht nur die Turnerinnen und Turner waren die Sieger des Wochenendes: Eine ausgezeichnet funktionierende Organisation um die VfL-Turnfamilie Sahm/Pohl, viele ehrenamtliche Helfer, ein unter Hochdruck arbeitendes Küchenteam zur Bewirtung von über 1000 Gästen machten die Ausrichtung des Landesfinales zu einem beeindruckenden Event.