Lokalsport

Kirchheimer Vereine schmieden Solidarpakt

Zusammenrücken heißt es in den kommenden acht Wochen für die einzelnen Abteilungen der Kirchheimer Sportvereine. Nach der Schließung der Sporthalle Stadtmitte und der daraus resultierenden Platznot ist Krisenmanagement gefragt. Doch der Ausnahmezustand hat wie so oft auch eine positive Seite. Er zeigt: Die Solidargemeinschaft ist intakt.

BERND KÖBLE

Anzeige

KIRCHHEIM Jeder Zug will wohl überlegt sein, denn er hat Auswirkungen an anderer Stelle. Was führende Köpfe aus Vereinen und Stadtverwaltung am Donnerstagabend gemeinsam exerzierten, erinnert an eine Schachpartie. Nicht ganz, denn am Ende des gemeinsamen Ringens um Trainingszeiten und Hallenkapazitäten gab es weder Verlierer noch Gewinner. Wer kommt wo und zu welcher Zeit unter und wer muss dafür weichen? Kirchheims Sportamtsleiter Steffen Weigel hatte schon im Vorfeld der Krisensitzung an den Teamgeist der Abteilungsvertreter appelliert, und er wurde nicht enttäuscht: "Die Sache ging relativ zügig und reibungslos über die Bühne", zeigte sich Weigel gestern erleichtert über Verständnis und Kooperationsbereitschaft seitens der Vereine.

Unterm Strich stand ein Ergebnis, das zwar jedem Opfer abverlangt, sich am Ende jedoch als mehrheitsfähig erwies. Die Basketballer des VfL müssen zumindest nominell keine Trainingseinbußen hinnehmen, auch wenn sich die Übungsabende in den nächsten Wochen auf mehrere Hallen verteilen werden. Mit der Walter-Jacob-Halle beim Schlossgymnasium steht zudem der Austragungsort für die kommenden vier Heimspiele des Regionalligisten fest (siehe auch Artkel unten). Ein Umstand, der in erster Linie der Solidargemeinschaft zuzuschreiben ist. Den Teilortvereinen, die in Jesingen und Ötlingen zusammenrückten, um zusätzliche Hallenstunden zu ermöglichen und nicht zuletzt der VfL-Handballabteilung, die auf Belegungszeiten verzichtete und in den kommenden Wochen nun mit eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten leben muss. "Das wird chaotisch", ahnt Abteilungsleiter Klaus Reehten, der 23 Jugendmannschaften unterzubringen hat und dabei froh ist, dass die Stadt vorübergehend flexiblere Hallenschließungszeiten in Aussicht stellt. Not macht überdies erfinderisch und so verlegt die erste Mannschaft eine von drei Trainingseinheiten kurzerhand ins Fitness-Studio.

Vor allem das bevorstehende Wochenende wird für die Handballer zum Problem: Während die Frauenmannschaft und drei weitere Jugendpaarungen am Sonntag in der reaktivierten Kreissporthalle Unterschlupf finden, bekommen andere eine Zwangspause verordnet: Das für heute Abend in der Sporthalle Stadtmitte vorgesehene Bezirksklassenduell der ersten Mannschaft gegen den TSV Neckartenzlingen fällt ebenso aus wie alle davor angesetzten Jugendbegegnungen. Das freilich soll eine Ausnahme bleiben. "In der Kürze der Zeit war keine Lösung zu finden", bedauert Steffen Weigel, der jedoch verspricht, dass zumindest der Wettkampfkalender bis zum 25./26. März jenem Wochenende, an dem die Halle wieder in Betrieb gehen soll von weiteren Ausfällen verschont bleibt.

INFO

Folgende für heute angesetzten Handballbegegnungen in der Sporthalle Stadtmitte fallen aus:

VfL Kirchheim SG Teck 2 (weibliche C-Jugend, Kreisliga 1), VfL Kirchheim 2 TSV Neckartenzlingen (männl. C-Jugend, Kreisliga 3), VfL Kirchheim 1 JSG Lauterstein/Winzingen (männl. C-Jugend, Landesliga), VfL Kirchheim JSG Uhingen/Holzhausen (männl. A-Jugend, Bezirksklasse), VfL Kirchheim TSV Neckartenzlingen (Männer, Bezirksklasse).In der Kreissporthalle finden am Sonntag statt:

VfL Kirchheim JSG Uhingen/Holzhausen (männl. D-Jugend, Bezirksliga), VfL Kirchheim 2 TSV Neckartenzlingen (männl. D-Jugend, Kreisliga 3), VfL Kirchheim TSV Neuhausen/F. (weibl. B-Jugend, Bezirksklasse), VfL Kirchheim TSV Neckartenzlingen (Frauen, Bezirksklasse).