Lokalsport

„Klar bin ich enttäuscht“

Mountainbike: Vor 20 000 Zuschauern kommt Manuel Fumic in Offenburg nicht über Rang 28 hinaus

Das Mountainbike-Weltcup-Rennen in Offenburg hat für Manuel Fumic mit einer Enttäuschung geendet. Der Kirchheimer wurde beim Sieg von Julien Absalon lediglich 28. Youngster Lukas Kuch vom MTB Teck kam im Juniorenrennen auf Rang 16, die Teamkollegen Christian Pfäffle und Marco Tippmann wurden 21. und 67.

Edgar Veloci

Offenburg. Es war gewiss sportliche Feinkost, die in Offenburg zu sehen war. Doch die Hoffnungen, dass Manuel Fumic mit einer abermaligen Podiumsplatzierung für einen Leckerbissen sorgen würde, lösten sich schon nach einer von sieben Runden in Luft auf.

Der Kirchheimer startete gewohnt schnell, diesmal am Hinterrad von Weltmeister Nino Schurter. Doch war es in Houffalize noch Manuel Fumic gewesen, der dem Schweizer ein zu hohes Anfangstempo vorgegeben hatte, büßte diesmal der Cannondale-Biker. „Mir haben ein paar Prozentpunkte gefehlt“, erklärte Manuel Fumic später. Mit 40 Sekunden Rückstand kam er als 18. aus der ersten 5,1-Kilometer-Schleife und auch danach ging es weiter rückwärts, sodass er nach drei Runden nur noch 32. war. „Ich habe versucht zu kämpfen, weil ich die Fans im Kopf hatte“, so Fumic. Die großartige Atmosphäre, die 20 000 Zuschauer und das schöne Pfingstwetter an die Rennstrecke zauberten, motivierten den 28-Jährigen immer wieder. „Ich habe versucht, den Körper zu zwingen, aber länger als eine halbe Runde ging das nicht gut“, bekannte er.

So fand er nie einen richtigen Rhythmus und hatte nach 36,6 Kilometern 7,08 Minuten Rückstand auf Julien Absalon. Der Franzose gewann zum vierten Mal in Folge in Offenburg und holte sich seinen 22. Weltcupsieg souverän mit 49 Sekunden Vorsprung auf Weltmeister Nino Schurter und 1,08 Minuten vor dem Tschechen Jaroslav Kulhavy. Bester Deutscher war Wolfram Kurschat, der als Neunter ins Ziel kam.

Befragt nach den Gründen für das Scheitern nannte Manuel Fumic „einige Dinge, die in dieser Woche nicht so gelaufen sind, wie sie sollten.“ Dazu zählte ein Trainingssturz, bei dem er aufs Knie gefallen war sowie der Heuschnupfen, der sich mit dem sonnigen Wetter eingestellt hatte. „Klar bin ich enttäuscht, aber der Blick geht nach vorne. Ich baue jetzt neu auf und dann sehen wir, was in der zweiten Saisonhälfte noch möglich ist.“

Immerhin wahrte Fumic die Chance auf einen guten Platz in der Gesamtwertung. Während Absalon vor Schurter und José Hermida die Führung übernommen hat, liegt Fumic hinter Kulhavy auf Rang fünf.

Kuch: „Mehr war nicht drin“

Enttäuschung auch beim Kirchheimer Lukas Kuch (Radsport Fischer & Wagner), der sich nach dem Juniorenrennen im Ziel erst mal in den Schatten setzte. „Mehr war nicht drin“, meinte er. Mit seinen 6,14 Minuten Rückstand auf den Sieger Michiel van der Heijden (Niederlande) war Kuch zwar bester Deutscher, doch das war für den Kirchheimer nicht von Bedeutung.

Auf dem Kurs in Offenburg kamen seine Schwierigkeiten auf flacherem Gelände zum Tragen. „Besonders auf leicht abfallenden Passagen habe ich viel Zeit verloren. Da fehlt mir das Gewicht“, meinte Kuch. Trotzdem positionierte er sich in den ersten beiden Runden auf Rang zehn, lag für kurze Zeit sogar auf Platz sechs. Doch ab der dritten Runde büßte er Positionen ein. „Das ist einfach nicht mein Kurs“, meinte Kuch noch.

Club-Kamerad Christian Pfäffle (Ghost Racing Team) kam das Terrain schon mehr entgegen. Der Neuffener hatte eine hintere Startposition, kam aber in der 1,1 Kilometer langen Startloop gut weg. Im Gedränge wurde dann allerdings sein Schaltwerk etwas demoliert, sodass er in der Folge Probleme hatte. Trotzdem kämpfte er sich von Rang 39 nach einer Runde immer weiter nach vorne. Als 21. erreichte er mit 7:21 Minuten dasselbe Ergebnis wie schon in Houffalize. „Nach der Enttäuschung von Heubach war das gut. Ich bin ganz zufrieden wie es gelaufen ist“, meinte Pfäffle, der siebtbester Vertreter des jüngeren Jahrgangs wurde.

Für den Dritten im Bunde des MTB Teck nahm das Rennen einen etwas unglücklichen Verlauf. Marco Tippmann hatte sich bis auf Platz 44 vorgearbeitet, als er einen Sturz fabrizierte. Der endete zwar nicht dramatisch, doch danach plagten ihn Krämpfe im Oberschenkel. „Das hat mich voll aus dem Rhythmus gebracht. Ohne den Sturz wäre ich ganz zufrieden gewesen“, bedauerte Tippmann (Radstudio Kuettner).

Der Sieg ging an Vize-Europameister Michiel van der Heijden, der in der Schlussrunde seinen letzten Begleiter, Roger Walder aus der Schweiz, um 52 Sekunden distanzierte. Zuvor war der Münstertäler Julian Schelb eingebrochen und später ausgestiegen.

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