Lokalsport

K(l)eine Chance

VfL-Basketballer bei Liga-Überflieger Mitteldeutscher BC

Die VfL Kirchheim Knights in der Rolle des krassen Außenseiters: Im Gastspiel bei Liga-Dominator Mitteldeutscher BC geht es morgen Abend auch um Schadensbegrenzung. Doch intern glaubt man an die Chance.

Anzeige

moritz hönig

Kirchheim. Mit dem Mitteldeutschen BC wartet am Samstagabend der seit elf Spielen ungeschlagene Tabellenführer der Pro A auf die Kirchheimer Basketballer. Erschwerend kommt hinzu, dass Coach Frenkie Ignjatovic die Reise ohne den gesperrten Andreas Hornig antreten muss.

Es war der fünfte Spieltag der aktuellen Saison, als der bis dato ungeschlagene Mitteldeutsche BC in Kirchheim antreten musste. Die Knights siegten 96:92 – der erste Paukenschlag in der Pro A. „„Das war eine Riesenleistung meiner Mannschaft“, erinnert sich Ignjatovic. Seitdem kassierte der MBC nur noch eine einzige weitere Niederlage und gewann dazu die letzten elf Spiele – die Rollen morgen Abend sind klar verteilt.

Kein Team vermag dem MBC derzeit Paroli zu bieten. „„Wir wollen den ersten Platz nicht mehr hergeben““ sagt Trainer Björn Harmsen, „„unser Ziel ist der Bundesliga-Aufstieg.“ Team-Topscorer ist Wayne Bernard. Der 27-jährige US-Amerikaner erzielt im Schnitt 14,3 Punkte und glänzt insbesondere von jenseits der 6,25- m-Linie: Beachtliche 47 Prozent seiner Drei-Punkte-Würfe finden ihr Ziel. Unterstützung findet er vor allem in seinen Landsmännern Gregory Burks, der durchschnittlich 13,1 Punkte pro Spiel erzielt, und Johnnie Gilbert (12,6 Punkte/9,8 Rebounds). Den großen Star sucht man in Reihen des Mitteldeutschen BC aber vergebens. Die Mannschaft ist sehr ausgeglichen besetzt, starke Bankspieler mit inbegriffen. „Wir wollen als Team glänzen““, unterstreicht Harmsen, für den sich dadurch vielfältige taktische Möglichkeiten eröffnen. Die Kirchheimer bekommen es in Weißenfels nicht nur mit der Mannschaft, sondern auch mit einer großen Fangemeinde zu tun. Weit mehr als 2 000 Besucher finden sich regelmäßig zu den MBC-Heimspielen in der heimischen Stadthalle ein und sorgen so für die größte Fan-Kulisse der Liga.

Hexenkessel hin oder her – Ignjatovic gibt sich vor der schwersten Auswärtsfahrt der Saison locker, sagt: „Meine Mannschaft hat in Weißenhorn nichts zu verlieren und kann frei aufspielen.““ Einen Kirchheimer Sieg erwartet morgen tatsächlich keiner – vielleicht die Chance für die Knights. Allerdings fehlt morgen Andreas Hornig. Für den Kirchheimer Center-Hünen zieht das disqualifizierende Foul im Heimspiel gegen Heidelberg eine Sperre nach sich, ob für ein oder gar drei Spiele, steht noch aus. Für Ignjatovic ist der Fall allerdings erledigt: „Andreas hat sich bei der Mannschaft entschuldigt. Das Thema ist vom Tisch.“

Mit Ausnahme von Hornig werden die Knights wohl in Bestbesetzung antreten können. Alle Spieler brennen, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. Ebenso ihr Trainer, der an die, wenn auch kleine, Siegchance glaubt: „Wir werden 120 Prozent dagegen halten.““