Lokalsport

Knights ein Fressen für die Löwen

Kirchheimer rutschen nach 95:103-Niederlage in Herten auf Tabellenplatz drei ab

Das Aufstiegsrennen in der 2. Basketball-Liga Pro B bleibt spannend: Nach der überraschenden 95:103-Niederlage des bisherigen Tabellenführers aus Kirchheim in Herten, liegen vier Teams punktgleich an der Tabellenspitze. Die Knights mussten ihren Platz an der Sonne an Essen abgeben und liegen nach der Pleite im Ruhrpott hinter Crailsheim auf Rang drei.

Herten. Mit Abschluss des 23. Spieltags sind die Karten der 2. Basketballbundesliga Pro B für das Finale neu gemischt – spannender könnte der Endspurt um die beiden Aufstiegsplätze kaum sein: An der Spitze das Führungsquartett mit jeweils 36 Punkten: Essen, Crailsheim, Kirchheim und Freiburg. Dahinter rangiert mit einer Niederlage mehr auf dem Konto München. Brisant: Die fünf Aufstiegsanwärter treten im restlichen Saisonverlauf noch alle gegeneinander an. Aus Kirchheimer Sicht unerfreulich an dieser Konstellation freilich ist der Umstand, dass die 95:103 Niederlage der Knights in Herten bei gleichzeitigen Erfolgen der Konkurrenz dazu geführt hat, dass die Teckstädter auf den dritten Platz zurückgefallen sind.

Dabei lief die Partie gegen die Hertener Löwen zunächst gar nicht mal schlecht. Ohne ihren erkrankten Topscorer Tim Burnette ins nördliche Ruhrgebiet angereist, gelang es Kirchheim, von Beginn an Akzente zu setzen. Vor allem David McCray trug dazu bei, dass die Knights das erste Viertel mit 27: 24 gewannen.

Grundlage dafür war zudem die gute Defensivarbeit gegen den Topschützen der Liga von jenseits der Dreipunktelinie: Thomas Dreesen wurde so gut abgeschirmt, dass er bis zum Halbzeitpfiff keinen einzigen Punkt für seine Farben beizusteuern vermochte. Nicht in den Griff bekam die Knights-Defensive allerdings den Hertener Neuzugang Dustin Pfeiffer: Der wieselflinke, nur knapp einmetersiebzig große US-Aufbauspieler wirbelte die Kirchheimer Abwehrreihen ein ums andere Mal so durcheinander, dass er entweder selbst abschließen oder seine Mitspieler wirkungsvoll in Szene setzen konnte. So war es nicht weiter verwunderlich, dass es keinem der beiden Teams gelang, sich abzusetzen. Die 650 Zuschauer bekamen eine attraktive Partie zu sehen.

Ausgeglichen der Spielverlauf auch nach der Pause, allerdings unter veränderten Vorzeichen: Hertens Topschütze Dreesen drehte nun zusehends auf und konnte in der zweiten Halbzeit 20 Punkte markieren. In Kirchheims Offensive vermisste man nun die letzte Konsequenz: Gleich nach Wiederanpfiff wurden mehrere aussichtsreiche Situationen, die mit simplen Fastbreak-Punkten hätten abgeschlossen werden können, leichtfertig versiebt. Dennoch bildete die Offensive an diesem Tag weiterhin den starken Kirchheimer Part. Beim Stand von 64:66 nach 30 Minuten konnten sich beide Teams noch gute Siegchancen ausrechnen.

Als dann Kai-Uwe Kranz zu Beginn des Schlussabschnitts drei Angriffe hintereinander mit erfolgreichen Dreiern abschloss, wähnten zunächst die mitgereisten Knights-Fans ihr Team auf der Siegerstraße. Doch Pfeiffer, Dressen und Hertens zweiter Amerikaner Baker verhinderten die vorzeitige Entscheidung. Auch beim 95:93 30 Sekunden vor Schluss war für die Knights noch alles drin. Die Bemühungen, die Partie in den letzten Sekunden durch Fouls und vergebene Hertener Freiwürfe noch umzubiegen, fruchtete freilich nicht – die Gastgeber erwiesen sich als sichere Freiwurfschützen (zehn von elf verwandelt in der letzten Minute) und konnten den glücklichen 103:95-Erfolg auf ihrem Habenkonto verbuchen.

Nachdem nun die Knights ihr Punktepolster eingebüßt haben, ist bei allen vier Topteams samt Verfolger München die Ausgangssituation für den Endspurt gleich: Auf Ausrutscher der Konkurrenz kann man nicht länger bauen. Die beiden Teams, die sich im Kräftemessen unter ihresgleichen durchsetzen, werden am Schluss den Sprung in die Pro A schaffen. ste

VfL Kirchheim Knights: Kranz (14 Punkte / 4 Dreier), McCray (27 Punkte / 2 Dreier / 5 Assists / 10:11 Freiwürfe), Wysocki (4 Punkte), Lenger (nicht eingesetzt), Peter Klemm, Howard (2 Punkte), Scott (14 Punkte / 4 Dreier), Tom Klemm (12 Punkte), Kesselring (10 Punkte / 7 Rebounds), Hornig (12 Punkte / 7 Rebounds)

Hertener Löwen: Stachula (10 Punkte / 2 Dreier), Lukenda, Dreesen (20 Punkte / 4 Dreier), Rosenthal, (11 Punkte), Fiorentino 15 Punkte / 7 Rebounds), Both ( Punkte), Pfeifer (21 Punkte / 2 Dreier / 10 Assists), Baker (24 Punkte, 2 Dreier / 9 Rebounds)

Kirchheim: 53:65 Würfe (53 %), 10:29 Dreier (35%), 15:21 Freiwürfe (71 %), 24 Rebounds, 17 Ballverluste, 12 Assists, 8 Ballgewinne, 26 Fouls

Herten: 34:59 Würfe (57 %), 10:21 Dreier (48 %), 25:30 Freiwürfe (83 %), 25 Rebounds, 16 Ballverluste, 15 Assists, 5 Ballgewinne, 19 Foul

Viertelergebnisse: 24:27, 22:20, 18:19, 39:29

Zuschauer: 650

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