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Knights sagen Testspiel ab

Zu viele Ausfälle vor Partie gegen Hanau – zwei Neue für die letzte Lücke

Vier Spieler verletzt, kein vernünftiges Training unter der Woche – Kirchheims Basketballer haben den heutigen Test gegen Hanau abgeblasen.

Knights sagen Testspiel ab
Knights sagen Testspiel ab

Kirchheim. Alle Hände voll zu tun und trotzdem kein strikter Kurs in Richtung Saisonstart am 24. September. Zwei Wochen bleiben, um für den Ernstfall am ersten Pro-A-Spieltag in Köln gerüstet zu sein. Knights-Manager Christoph Schmidt und sein Headcoach Michael Mai haben sich die vielleicht wichtigste Phase der Vorbereitung anders vorgestellt. Mit Koch, Love, Hedley und Kronhardt sind gleich vier Spieler verletzt. „Ohne Point­guard macht das Spiel gegen Hanau wenig Sinn“, sagt Schmidt, der die für heute Abend, 18 Uhr, geplante Begegnung gestern schweren Herzens absagen musste.

Nach dem schwachen Auftritt gegen Aufsteiger Ehingen und dem Erfolg beim österreichischen Erstligisten in Wels am Dienstag hätte man sich gegen die stark einzuschätzenden White Wings, denen nicht wenige Experten in dieser Saison eine Überraschung zutrauen, neue Aufschlüsse erhofft. Hedley, der über Schmerzen im Sprunggelenk klagt, und Kronhardt, den mehrere kleinere Blessuren beschäftigen, werden kommende Woche zurückerwartet. Anders sieht es bei Koch und Spielmacher Carrington Love aus. Eine Kernspin-Untersuchung beim Amerikaner soll Anfang der Woche klären, woher die Schmerzen in der Leiste kommen. Tim Koch absolviert zumindest wieder Wurftraining. Die Sehnenentzündung als Folge einer geplanten Fersenoperation im Frühsommer klingt zwar ab, eine rasche Rückkehr aufs Parkett scheint jedoch schon aus Gründen der Risikovermeidung ausgeschlossen.

Oberstes Motto zurzeit: Ruhe bewahren. Dass mit Ausnahme des klaren Sieges gegen einen schwachen Gegner aus Weißenhorn und dem frühen Erfolg beim Erstligisten in Tübingen bisher wenig Erwärmendes heraussprang, ist auch Schmidt nicht entgangen. Daraus Rückschlüsse auf die tatsächliche Schlagkraft der Mannschaft zu ziehen, hält er für verfrüht. Wer Spiele in der Pre-Season auf die Goldwaage lege, sei selbst schuld, meint der Knights-Frontmann. „Einmal ist der Gegner noch nicht so weit, dann wiederum sind wir es“, meint er. „Dazu sind Vorbereitungsspiele schließlich da.“

Das heutige Spiel gegen Hanau wäre vor allem dazu da gewesen, zwei interessante Bewerber auf den vermutlich letzten freien Posten im Team unter die Lupe zu nehmen. Jonathon Williams trug schon am Dienstag in Wels das Trikot der Knights. Ein Mann mit Pro-A-Erfahrung und einer beeindruckenden Vorsaison. Der 26-jährige Amerikaner war mit 12,7 Punkten und 5,5 Rebounds zweitbester Scorer bei den Towers aus Hamburg, hinter Spielmacher Bazoumana Koné, der im Frühjahr nach Ludwigsburg in die BBL wechselte. Nachteil Williams: Der 1,98 Meter große Small Forward ist eigentlich ein Mann für die Drei, keiner der den Raum unterm Korb füllen kann. Dass er in Hamburg vergangene Saison dennoch häufig auf die Vier vorrückte und diese Rolle auch beherrschte, war mehr eine Notlösung und das Resultat zahlreicher Verletzter bei den Hanseaten. Williams hat das Beste draus gemacht. „Er ist ein Mann für die spektakulären Szenen“, meint Hamburgs Pressesprecher Jan Fischer.

Kandidat Nummer zwei heißt Seth Hinrichs. Ein klassischer Forward und guter Distanzschütze, der im Frühjahr mit dem zwölffachen portugiesischen Meister FC Porto erneut den Titel holte und dabei in 20 Spielen acht Punkte und fünf Rebounds einsammelte. 23 Jahre alt, ebenfalls Amerikaner und vor zwei Wochen noch auf der Wunschliste der Ludwigsburger für die BBL, wo er im Try Out durchfiel. In Kirchheim soll nach dem Wochenende eine Entscheidung fallen. Zweifellos stünden beide Kandidaten für mehr Qualität in der Mannschaft. Die könnte man im Moment ganz gut gebrauchen.

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