Lokalsport

Knights verlieren Jorgusen und ein Fünkchen Glaube

Die Karten an der Tabellenspitze der Basketball-Regionalliga sind neu gemischt. Nach der 65:79 (23:32)-Niederlage beim TV Rastatt-Rheinau stehen die Kirchheim Knights zwar noch an der Tabellenspitze, haben durch das schwere Restprogramm aber allen Grund, besorgt zu sein.

RASTATT Was erschwerend hinzukommt: Anfang der zweiten Hälfte vertrat sich Ross Jorgusen das linke Sprunggelenk. Er spielte zwar weiter, musste aber am Sonntag ins Krankenhaus zu Röntgenaufnahmen. Ob und wie lange der wichtigste Kirchheimer ausfällt, stand gestern noch nicht fest.

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Warum nur sind die Knights nicht in der Lage, gegen die Spitzenteams ihre beste Leistung abzurufen. In allen drei Spielen dieser Saison gegen Rastatt und Schwenningen zog der VfL den Kürzeren. Jorgusen drückte es so aus: "Alles, was sie angepackt haben, funktionierte. Alles, was wir probierten, ging schief."

Wie schon im Heimspiel gegen den TVR versagte Kirchheim auch diesmal vor allem bei den Würfen. Ob systematisch herausgespielt, ob verzwungen oder verzweifelt gegen Rastatt erscheint der Korb stets wie vernagelt. Die beiden Besten des VfL, Jorgusen und Kai-Uwe Kranz, verschossen allein 24 Würfe, darunter 15 aus dem Drei-Punkte-Land. Da die Gastgeber 40 Minuten lang Zonenverteidigung spielten und dem VfL derzeit ein korbgefährlicher Center fehlt, kann man mit einer Team-Quote von 36 Prozent normalerweise nicht gewinnen. Coach Theo Leftakis: "Rastatt hat sich gut auf unsere Werfer konzentriert. Sie waren deshalb immer unter Druck, mussten schnell werfen."

Das ging schon im ersten Viertel so los: nur vier von 16 Versuchen fanden da den Weg in den Korb, in der Defensive konnten Ivan Blace und Larry Johnson nicht kontrolliert werden und so ging Rastatt, ohne selbst zu überzeugen, 16:11 in Führung. Im zweiten Viertel wurde es nicht besser. Was die 300 Zuschauer (fast die Hälfte davon wohl Kirchheimer) auf ihren Gartenstühlen rund ums Feld geboten bekamen, hatte keineswegs die Qualität eines Spitzenspiels der dritten Liga. Bill Goehrke ackerte zwar wie wild unter den Körben, holte einen Rebound nach dem anderen, vorne aber schien er eher Angst vor dem Abschluss zu haben.

Kurz nach der Pause schien nach einem fast schon "obligatorischen" technischen Foul, das Schiedsrichter Kolja Isijanov diesmal offenbar nach zu heftigen Foul-Rufen von der Ersatzbank gegen Kirchheim gab, das Spiel schon vor einer Vorentscheidung. 25:37 stand es nach zwei Minuten der zweiten Hälfte. Obwohl Kirchheim durch einige der ansehnlicheren Angriffe Ende des dritten Viertels einmal auf 39:44 (29.) verkürzte, führte Rastatt in der 33. Minute plötzlich mit 15 Punkten (62:47). Vielleicht auch deshalb, weil Goehrke eine kurze Auszeit bekam und Jugend-Nationalspieler Dima Binkovsky innerhalb von vier Minuten acht Punkte gelangen.

Trotzdem wurde es noch einmal spannend. Jorgo Tsouknidis, Wilu Lenger, Jorgusen und Goehrke brachten den VfL auf 55:65 heran. Anschließend wurde gut verteidigt und vorne sorgten zwei Dreier von Jorgusen und Kranz für das 61:65 (2,30 Minuten vor Schluss). Als Tsouknidis kurz darauf es stand 63:67 aber den frei stehenden Kranz in der Ecke übersah, selbst einen Dreier versuchte und knapp verfehlte, war die Chance dahin.

Die restlichen 100 Sekunden gab es ordentliche Freiwürfe der Hausherren (8:13), vergebliche Verzweiflungsdreier der Knights und deshalb einen etwas zu hoch ausgefallenen, aber absolut verdienten Sieg des TVR, der nun wieder realistische Chancen auf das Erreichen der Aufstiegsrunde hat.

mad

Spielstenogramm

VfL Kirchheim: Goehrke (5), Hayden (5), Jaballah (n.e.), Jorgusen (22/4), Kranz (13/3), Lenger (8), Lukic (5), Martinovic (5/1), Tsouknidis (2).TV Rastatt-Rheinau: Seatovic (19/1, 12:16 FW), Durdic (1), Nganko (8), Tafra, Coric (n.e.), Tolo (n.e.), Dugandzic (n.e.), Binkovski (15), Parrisius (5/1), Blace (19/2), Johnson (12).Dreier: 8 (VfL), 4 (TV).Freiwürfe: 13:24/54,2 % ( VfL), 22:37/59,4 % (TV).Fouls: 27 (VfL), 21 (TV).Viertel: 16:11, 16:12, 17:19, 30:23.Schiedsrichter: Johannes Hack (Sandhausen) und Kolja Isijanov (Stuttgart) waren beide ohne Linie.Zuschauer: 300