Lokalsport

Knights vermasseln sich die Bescherung

Alles war angerichtet zur großen Weihnachtsbescherung. Doch als die VfL-Basketballer ihr Geschenk auspacken wollten, kam ihnen ein katastrophales zweites Viertel in die Quere am Ende verloren die Kirchheim Knights gegen Breitengüssbach mit 72:83 (36:51).

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Mit einer neuen Startformation begann Pasko Tomic das Spiel gegen den Tabellensiebten, der mit einer Siegesserie von drei klaren Erfolgen im Gepäck nach Kirchheim gereist war. Für Ross Jorgusen stand Kosta Karamatskos von Beginn an auf dem Feld. Mit ihm versuchten Tim Burnette, Tom Klemm, Antonis Sivorotka und Alex Zyskunov die Gäste in Schach zu halten. Zunächst gelang sogar mehr als das: Nichts war zu sehen von der bekannt aggressiven Abwehr des TSV. Wie das heiße Messer durch die Butter schnitten die Kirchheimer durch die so genannte Defensive der Gäste. Ein Korbleger nach dem anderen fiel in den Korb. Wenn nicht, gab es ein Foul und Kirchheim traf 14:7 stand es nach nur vier Minuten.

Dann holte TSV-Coach Rick Stafford vier Spieler vom Platz und brachte seine Einsatz-Reserve. Und mit ihr Alexej Bondar. Der taucht in keiner Statistik der zweiten Liga auf, aber gegen die Knights traf er drei Dreier nacheinander und mit einem Zirkus-Schuss unter dem Korb noch einmal zum 16:18. Doch das Team von Pasko Tomic ließ sich zunächst nicht beeindrucken, gab noch einmal Gas und beendete das Viertel mit einem 9:3-Lauf zum 25:21. Bis auf die Bondar-Überraschung wirkte Breitengüssbach hilflos in der Offensive und überfordert in der Defensive.

Bescherung? Ganz im Gegenteil. Im zweiten Viertel vergaßen die Knights plötzlich alle Tugenden. Auf der Gegenseite trafen auch andere fränkische Überraschungseier (Tadda, Brütting) aus dem Drei-Punkte-Land. Der VfL wirkte verunsichert. Da half es natürlich gar nichts, dass Kosta Karamatskos bei fünf von sechs Angriffen meinte, er müsse die Sache ganz alleine in die Hand nehmen. Außer Fehlwürfen und Ballverlusten kam nichts dabei heraus. Der TSV schaffte einen 10:0-Lauf, der VfL verlor seinen Rhythmus. Dabei war es nicht immer nur die Zonenverteidigung, die Kirchheim Probleme bereitete. Nachdem einmal der Wurm drin war, klappte es auch gegen eine Manndeckung nicht mehr wie zu Beginn. Von draußen fiel nichts mehr durch die Reuse (0:7 Dreier vor der Pause).

Die Ladehemmung währte ganze 18 Minuten und überdauerte sogar die Halbzeitpause. Nach nur 18 Punkten zwischen der zehnten und der 28. Minute stand es 43:61 das Spiel war verloren.

Trotzdem, und das ist das weiterhin Positive an dieser Saison, gab sich die Mannschaft nie geschlagen und kämpfte wacker weiter. Ein paar Mal schöpfte der eine oder andere optimistische Fan sogar noch Hoffnung auf die Wende. Zumindest dann, als Tim Burnette und der plötzlich auferstandene Kai-Uwe Kranz zwei Dreier zum 56:66 trafen. Doch da war auf einmal wieder dieser Bondar da, traf einen Zirkuswurf und einen Dreier von der Seite mit Brett zum 56:71 (33.).

Wieder kein Heimsieg allerdings gegen einen TSV Breitengüssbach, der nur von Ignoranten als eines der schwächeren Teams eingeschätzt werden kann. Schaut man auf die Tabelle, gibt es spätestens ab diesem 13. Spieltag nur noch vier Teams, die in diese Kategorie fallen: Kirchheim, Freiburg, Rastatt (alle drei Siege) und Mainz (zwei). Einer dieser vier wird absteigen diese Prognose scheint nicht sehr gewagt.

VfL Kirchheim Knights:

Burnette (18/2, 5:15 Würfe, 2:8 Dreier, 33:16 Min.), Goehrke (2, 6 Rebounds, 18:29 Min.), Hountondji (n.e.), Jorgusen (8, 2:7 Würfe, 4:4 Freiwürfe, 5 Assists, 28:38 Min.), Karamatskos (1, 0:6 Würfe, 3 Assists, 18:49 Min.), Klemm (4, 1:3 Würfe, 4 Rebounds, 4 Ballverluste, 35:37 Min.), Kranz (11/3, 3:6 Dreier, 16:25 Min.), Lenger (1:26 Min.), Reichmuth (n.e.), Sivorotka (16/1, 5:10 Würfe, 5:5 Freiwürfe, 25:49 Min.), Zyskunov (12, 6:11 Würfe, 9 Reb., 21:31 Min.).TSV Breitengüssbach:

Ferner (7), Brütting (3/1), D. Schneider (9), Betz (13/1), Deister (20, 4:10 Würfe, 12:15 FW), Tadda (6/2), Hauer (2), McDuffy, F. Schneider, Bondar (18/4), Zeis (4), Jungbauer (1).Würfe:

24:62/39 % (VfL), 24:54/44 % (TSV).Dreier:

6:25/24 % (VfL), 8/21/38 % (TSV).Freiwürfe:

18:26/69 % (VfL), 27:35/77 % (TSV). Rebounds: 37:43. Assists: 16:7.Ballgewinne:

7:3.Ballverluste:

14:13.Fouls:

25:23.Viertel:

25:21, 11:30, 14:15, 22:17.Schiedsrichter:

Herbert Schmidt (Lauterbourg) pfiff oft zu kleinlich, Gürcan Erdinc (Hausen) ohne Linie.Zuschauer:

1200.