Lokalsport

Knights verpassen Sensation

Eine kleine Chance war da, doch sie wurde nicht genutzt. Die Kirchheimer Zweitliga-Basketballer haben gegen das Spitzenteam POM baskets Jena zwar gut mitgehalten, verloren aber 60:73 (22:29). War das der Aufbruch in bessere Zeiten oder doch nur die Fortsetzung der Niederlagenserie?

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Nach dem zu hoch ausgefallenen 60:73 der Kirchheim Knights gegen den Tabellendritten POM baskets Jena können einige Argumente angebracht werden, die dem neuerdings Drittletzten Mut machen können. Es war ohne Zweifel das beste Spiel des VfL seit der Heimniederlage gegen Bayreuth. Die Abwehr zeigte wahrscheinlich sogar die beste Saisonleistung. Erstmals wurde die Lethargie-Attacke des ersten Viertels vermieden. Sogar die Freiwurfquote ging etwas nach oben. Und gekämpft wurde von der ersten bis zur allerletzten Minute.

Warum hat es trotzdem nicht zum ersten VfL-Heimsieg in der zweiten Liga gereicht? Vor allem, weil Jena individuell besser war, unter dem Korb (Reboundverhältnis 25:44) dominierte und, wenn es darauf ankam, cleverer agierte. In der entscheidenden Phase machte der VfL einfach mehr Fehler als die Thüringer. Nach den vielen Beschwörungen unter der Woche bekamen die Knights tatsächlich das beste erste Viertel der Saison zustande. Beim 11:12 konnte der Jenaer Granz fast mit der Sirene mit einem geschenkten Drei-Punktespiel auf 15:11 für die Gäste erhöhen.

Doch die Geschichte dieses Spiels hatte zwei Mottos: Der VfL ließ sich nie abschütteln und: der VfL war nicht gut genug, selbst in Führung zu gehen. Das war nach dem 9:7 tatsächlich kein einziges Mal mehr der Fall. Wenn der an diesem Abend beste Spieler, Alex Zyskunov, zwischen der neunten und der 17. Minute allerdings nicht fünf Freiwürfe in Serie vergeben hätte, wäre das durchaus einmal drin gewesen.

Das zweite Viertel war geprägt von viel Kampf, wenig Körben und wieder einem schlechten Schluss für die Einheimischen, die in der letzten Minute fünf Punkte zum 22:29 kassierten. Dennoch: Nichts war entschieden, und Jena machte auch nicht den unbezwingbaren Eindruck eines echten Spitzenteams. Spielerisch waren die Gäste dem VfL jedenfalls keineswegs voraus. Nach der offensiven Magerkost der ersten Hälfte gab es für die 1 100 Zuschauer dann im dritten Abschnitt reichlich Punkte zu sehen. Allein Alex Zyskunov machte deren elf, Antonis Sivorotka und Kai-Uwe Kranz trafen Dreier, und so entstand vor dem Schlussviertel beim 48:53 eine Situation, mit der nur Optimisten gerechnet hatten: Die Knights waren immer noch auf Tuchfühlung.

Die Möglichkeit zur Sensation wurde jedoch zweimal vergeben. Zunächst verwarf Zyskunov beim 50:53 wieder zwei Freiwürfe nach einem Foul von Buss, und beim nachfolgenden Angriff vergab Ross Jorgusen überhastet null Punkte aus dieser Doppelchance. Zum zweiten Mal nach dem 53:55 (35.), zu dem Kosta Karamatskos dem Dreierschützen Kranz glänzend aufgelegt hatte. Doch nach einem Ballgewinn von Zyskunov schoss Sivorotka beim Fastbreak Kranz den Ball an die Füße: Nichts wars mit dem Ausgleich. Clever und blitzschnell produzierte Jena den entscheidenden 7:0-Lauf zum 53:62 (37.), der Rest war Enttäuschung erst viel später ein wenig Stolz, sich doch ganz gut aus der Affäre gezogen zu haben.

Diesen Stolz gilt es nun mitzunehmen ins Training und die kommenden Spiele. Zum nächsten Heimspiel in zwei Wochen kommt der Tabellenletzte USC Freiburg: Da geht es dann schon um praktisch alles.

Spielstatistik

VfL:

Goehrke (16:44 Min.), Jorgusen (4, 2:8 Würfe, 21:31 Min.), Karamatskos (7 Assist, 23:12 Min.), Klemm (8/1, 3 Rebounds, 3 As., 3 Steals, 32:41 Min.), Kranz (14/3, 3:9 Dreier, 3 Reb., 35:19 Min.), Lenger (n.e.), Sivorotka (9/1, 3:9 Würfe, 3 Reb., 31:51 Min.), Zyskunov (25, 10:15 Würfe, 5:13 Freiwürfe, 9 Reb., 5 Ballverluste, 39:09 Min.).POM baskets Jena:

Zlotowski, Seggelke (18/2), McCaw (17/1), Reyes-Napoles (1), Elliott (10/2), Buss (9), Franke, Linke (11/3), Granz (7).Würfe:

21:51/41 % (VfL), 24:54/44 % (POM).Dreier:

5:23/21,7 % (VfL), 8:20/40 % (POM).Freiwürfe:

13:22/59 % (VfL), 17:19/89 % (POM).Rebounds:

25:44.Ballverluste:

14:14.Ballgewinne:

9:9.Assist:

14:9. Fouls:

20:20.Schiedsrichter:

Henning Frölich (Trier) und Mesut Aydogdu (Stuttgart) .Zuschauer:

1100.