Lokalsport

Knights vor Härtetest im Chemnitzer Hexenkessel

Mit der längsten Reise der Saison setzen die Kirchheim Knights ihr Zweitligaabenteuer fort: Morgen geht es tief nach Sachsen hinein zum BV TU Chemnitz 99. Gut 470 Kilometer Autofahrt nach Chemnitz: Das wollte das Management seinen Spielern dann doch nicht antun.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Aber es gibt ja noch die Deutsche Bundesbahn und den Gruppenreisen-Tarif. So fahren die Knights morgen früh kurz vor acht am Kirchheimer Hauptbahnhof los und machen es sich in den Zugsitzen bequem. Da man dank einer Kooperation des Chemnitzer Klubs mit dem Hotel Mercure auch noch günstige Doppelzimmer angeboten bekam, konnte man die komplette Reise für weniger als 40 Euro pro Person bestreiten und deshalb fahren auch einige Fans mit auf der langen Reise bis kurz vor Dresden.

Unterstützung können die VfL-Basketballer allemal gebrauchen. Die Formkurve zeigte zuletzt nach unten, Folge war die völlig unnötige Heimniederlage gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf, Union Shops Rastatt. Um die Stimmung zu heben, hatte Coach Pasko Tomic am Mittwoch einen Abend ohne Basketball im Programm: Zunächst entspannten die Spieler im Thermalbad in Bad Beuren, dann ging's zu Jorgo zum griechischen Abendessen ins Ötlinger Rübholz. Auch wenn die Kirchheimer Griechen, Kosta Karamatskos und Antonis Sivorotka, am Ende doch nicht zum Sirtaki-Tanzen überredet werden konnten, der Abend mit der üppigen Balkanplatte erfüllte doch hundertprozentig seinen Zweck: Am Zusammenhalt und der Atmosphäre in der Mannschaft kann es nicht liegen, wenn der Trip nach Sachsen schief geht.

Wovon man ausgehen muss. Chemnitz gilt als eines der besten Teams der Liga. Auswärts hat das Team von Coach Mike Smith zuletzt allerdings versagt, verlor Mitte Oktober in Crailsheim 84:87 und am vergangenen Wochenende völlig überraschend 83:92 beim Aufsteiger Kickz München, welcher sich zwei Tage zuvor von seinem Trainer Thomas Blechner getrennt hatte. Deshalb gab es schon am Sonntagabend erste Krisengespräch zwischen Vorstand und Trainer, Vereinschef Detlef Müller verkündete: "Jetzt ist Schluss mit lustig." Am Montag gab es schon die nächste, dreistündige Aussprache, und jetzt hoffen natürlich die vielen Fans der Sachsen, dass die Zeit der Pleiten vorbei ist und das selbst gesteckte Ziel Aufstieg in die Bundesliga doch noch in Angriff genommen werden kann.

Apropos Fans: Mit fast 2000 Zuschauern pro Heimspiel (1943) sind die Chemnitzer die Nummer eins der Liga, gefolgt von Nördlingen (1500), Bayreuth (1217) und den Knights (1200). Letztere erwartet also ein Gegner, der extrem unter Druck steht, eine aufgeheizte Atmosphäre in der Richard-Hartmann-Halle und geringe Siegchancen. Denn natürlich ist Chemnitz haushoher Favorit und deshalb haben die Knights auch nichts zu verlieren. "Wir wollen uns gut präsentieren, darum geht es", sagt Coach Pasko Tomic.

Auf keinen Fall soll es eine Klatsche wie in Kaiserslautern geben (75:111), eine Niederlage mit weniger als 20 Punkten Rückstand wäre schon ein wichtiger Schritt hin zur Form des Saisonbeginns, als es in Langen und Lich die bisher einzigen Siege gab. Panik kommt bei den Knights dennoch nicht auf.

Tomic: "Wir dürfen nicht vergessen: Wir sind im Plan. Wir müssen jetzt nur das Negativerlebnis gegen Rastatt verarbeiten. Das einzige, was ich verlange, ist noch mehr Aggressivität und zwar von Anfang an."

VfL: Goehrke, Hountondji, Jorgusen, Karamatskos, Klemm, Kranz, Lenger, Sivorotka, Zyskunov.