Lokalsport

Königsgasse stiftet bei den Damen Verzweiflung

Ein hauchdünner 5515:5509-Heimsieg gegen den ESV Ravensburg II reichte zur Verteidigung der Tabellenführung: Die erste Herrenmannschaft der VfL-Sportkegelabteilung darf weiter am Aufstieg schnuppern. In Reihen der Kirchheimer Damenmannschaft herrscht weniger gute Stimmung. Nach der 2552:2603-Heimniederlage ge-gen den SKV Brackenheim ist die Mannschaft wie gehabt Vorletzter.

KIRCHHEIM Mit dem Glück des Tüchtigen im Verbandsliga-Spitzenspiel gegen Verfolger ESV Ravensburg II gingen am Ende die Kirchheimer von den Bahnen: Ganze sechs Mehrholz reichten zu den zwei Punkten. Die Partie begann zwar mit einer Schrecksekunde für den VfL: Leistungsträger Wolfgang Halama verletzte sich bei den ersten Würfen leicht. Doch Halama biss die Zähne zusammen und zeigte trotz des Handicaps eine herausragende Leistung (954). Er beherrschte seinen Kontrahenten Ralf Blaich (914) klar. Joachim Deuschle begann wie gewohnt stark und ließ ebenso dann wie gewohnt stark nach er versäumte somit ein wesentlich besseres Resultat als (ordentliche) 906 Leistungspunkte. Da sein Gegner Hans Peter Saile (861) nicht mithalten konnte, ging der VfL mit 85 Kegel in Front. Im Mittelpaar verpassten die VfL-Spieler Uwe Jauss (905 LP) und Markus Stark (900 LP) trotz mehrmaliger guter Ansätze die Vorentscheidung. Zdravko Lotina mit tollen 976 LP und Marco Eichelberger (885) brachten die Bodenseestädter zurück ins Spiel. Der auf 29 Kegel geschmolzene VfL-Vorsprung musste nun vom Schlusspaar gegen zwei der besten Verbandsligaspieler verteidigt werden: Herbert Dambaur kämpfte sich trotz gesundheitlicher Probleme mit 929 LP immer wieder an Bernd Lutz (954) heran, während Michael Hoi (921) gegen Celestino Gutierrez (919) auf der Schlussbahn nachließ das Spiel drohte zu kippen. Doch mit viel Kampfgeist und dem notwendigen Glück konnten die wichtigen Punkte im Titelkampf mit den letzten Kugeln doch noch gerettet werden.

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Die 1. Damenmannschaft, mitten im Abstiegskampf, musste eine bittere Heimniederlage gegen den Tabellenvierten SKV Brackenheim hinnehmen, wobei das Resultat (2552:2603) über den knappen Spielverlauf ein wenig hinwegtäuscht. Im Startpaar zeigte sich der VfL mit Heike Schubert (426) und Antonia Hoi (sehr gute 452) den Gegnerinnen Inge Renner (441) und Jasmin Dehn (434) ebenbürtig und brachte Kirchheim mit 3 Kegel in Front. Im Mittelpaar dann Licht und Schatten beim VfL viel Licht durch Monika Zechner mit tollen 455 LP, aber viel Schatten bei Sandra Friedrich mit 400 LP und schlechtem Abräumspiel. Bei den Gästen unterliefen Nicole Pulfer (457) und Petra Dehn (401) ebenfalls Fehler, sodass beide Teams nach den ersten beiden Durchgängen exakt holzgleich waren. Für Kirchheim konnte Cornelia Stark (424) gegen Andrea Schmitt (423) ein Holz gewinnen, allerdings erwischte Martina Hoi (395) einen rabenschwarzen Tag beim Abräumen und unterlag Christina Lämmlen (447) deutlich. Der Spielbericht zeigte die wiederholten VfL-Probleme in dieser Saison auf: Das Spiel ging eindeutig wegen zu schwachem Abräumspiel (801:883 LP beziehungsweise 34:25 Fehlwürfe) an den SKV Brackenheim.

Höchststrafe für die VfL-Bezirksligadamen: Sie verloren gegen den TSV Weinsberg 2 mit einem einzigen Holz 2369:2370. Im Startpaar konnten weder Karin Mayerhöffer (373 LP) noch Anita Deuschle (385 LP) ihr tatsächliches Leistungsvermögen abrufen, sodass die Gäste mit Barbara Vogel (412) und Christine Scholze (401) leichtes Spiel hatten. Das Mittelpaar mit Dagmar Frey (388 LP) und Carina Grolig (401 LP) konnte den Rückstand dank mäßig agierender Gäste (Elisabeth Germann 377, Annemarie Kling 380) auf 23 Kegel verringern.

Im letzten Durchgang dann ein wahres Drama. Sigrun Grolig (393 LP) und Heide-Rose Stiffel mit sehr guten 429 LP kämpften sich Holz für Holz an die Gäste (Petra Mohr 401; Erika Scharf 399) heran, alle Spielerinnen hatten den Durchgang beendet, nur Heide-Rose Stiffel hatte noch zwei Wurf. Bei vollem Bild stand ein Rückstand von 13 Kegeln zu Buche. Wie nah Glück und Pech im Kegeln beieinander liegen, zeigte sich jetzt. Mit ihrem 99. Wurf spielte Stiffel einen "Handneuner", und dann eine sogenannte Königsgasse, die bekanntlich drei Punkte bringt. Nun findet sich die Damenreserve mit 6:12 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder.

hd