Lokalsport

"Kombinierer sind die wahren Helden"

Heute geht's los: Wettkampftag eins in Turin. Vor Beginn der XX. olympischen Winterspiele haben wir Sportler und Funktionäre nach ihren Lieblings-Wettbewerben befragt jenen, die sie sich bei den täglichen TV-Übertragungen auf keinen Fall entgehen lassen wollen.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Zig Millionen Fernsehzuschauer werden in Deutschland gezählt werden, wenn bei der

O:902F602.EP_XX. Winterolympiade bis zum 26. Februar rund um die Autometropole Turin 2500 Sportler aus 82 Nationen an elf Schauplätzen um 84 Goldmedaillen kämpfen. Gestern war die offizielle Eröffnungsfeier heute steigt die Spannung: Die Wettkämpfe beginnen. Just vor dem olympischen Schlagabtausch auf Eis oder Schnee haben wir Insider befragt, welcher Wettbewerb sie bei der weltweit zweitgrößten Veranstaltung in diesem Jahr nach der Fußball-WM am meisten fasziniert konkret: welche Sportart am besten gefällt. Wer für sie persönlich die "heißesten" Medaillentipps sind, verrieten die Befragten auch.Rolf Schildhabl, Vorsitzender des Skiclubs Lenninger Alb (SLA): "1972 war's, Winterspiele in Sapporo. Damals bin ich morgens um halb Fünf aufgestanden, um Rosi Mittermaier im Fernsehen zu sehen. Die alpinen Skiwettbewerbe haben mich schon immer begeistert. Ich hoffe, dass mein Arbeitgeber, eine große Versicherung in Stuttgart, während der Olympiatage hausintern Großleinwände aufstellen wird, damit man die Übertragungen tagsüber verfolgen kann. Ansonsten nehme ich die Wettbewerbe zuhause auf alle Fälle auf Video auf das Erlebnis einer Liveübertragung wäre mir freilich lieber. Im deutschen Team halte ich Kombinierer Ronny Ackermann und Biathletin Uschi Disl für die aussichtsreichsten Medaillenkandidaten."Philipp Hauff, 17, VfL-Skirennläufer mit dem Gewinn der baden-württembergischen Herren-Slalommeisterschaft als bisher größtem persönlichen Erfolg: "Natürlich verfolge ich die alpinen Skiwettbewerbe mit größtem Interesse. Auch, um das eine oder andere abzuschauen. Benjamin Raich, Georgio Rocca und Bode Miller sind Weltklasseläufer mit guter Technik, und es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich deren Läufe von denen auf meiner Leistungsebene unterscheiden. Echte Medaillenchancen haben die Deutschen in den Skiwettbewerben allerdings wohl kaum. Beim Bobfahren, Rodeln und Biathlon ist das anders."Matthias Bankwitz, Vorsitzender des SVL Kirchheim: "Sofern es meine Zeit erlaubt, werde ich sämtliche Alpinwettbewerbe anschauen, die der Herren wie der Damen. Klar, die Deutschen haben in diesen Disziplinen wohl keine echte Medaillenchance; ich sehe aber, an welchen Stangen die Läufer die vielleicht entscheidenden Sekundenbruchteile liegen lassen. Da ich selbst Ski fahre, habe ich den Blick dafür. Auch die Skisprungwettbewerbe interessieren mich besonders; die Sportart hat mit ihrer wachsenden Popularität in den letzten Jahren mein Interesse geweckt. Medaillengewinne traue ich Eisschnellläuferin Anni Friesinger und Rodler Georg Hackl zu."Julia Grüning, 12, schwäbische Schülermeisterin vom TV Neidlingen: "Ich gehe auf die Realschule und schaue mir die Olympiade im Fernsehen öfters mal an Nachmittagen an abhängig davon, welche Sportart gezeigt wird. Am interessantesten ist der Frauenslalom, weil der ein schnelles Rennen verspricht. Auch die Biathlon-Staffel der Frauen werde ich mir anschauen. Biathlon finde ich echt sehenswert, weil das spannend ist und sich an den Schießständen noch einiges ändern kann. Schanzenspringen finde ich nicht so gut." Gerhard Weiler, Hobbyskifahrer und Ex-VfL-Fußballer: "Leider kann ich unter der Woche nur wenig Fernsehen schauen, mein Job lässt das nicht zu. An den Wochenenden schaue ich dafür umso intensiver, besonders die Biathlonwettbewerbe. Seit ich das Weltcuprennen in Ruhpolding als Zuschauer live vor Ort erleben konnte, bin ich von diesem Sport hellauf begeistert. Zu unseren aussichtsreichsten Medaillengewinnern in Turin zähle ich die Rodlerinnen, die Biathlonstaffel und Eisschnellläuferin Anni Friesinger." Daniela Ambacher, Ski-Bezirkstrainerin Mittlere Alb: "Die Herrenabfahrt schau ich auf alle Fälle an, dort geht's spektakulärer zu als bei den Damen. Echt faszinierend finde ich die Langlaufwettbewerbe, und den über 50 Kilometer halte ich für den Königswettbewerb der Olympischen Winterspiele schlechthin. Unvorstellbar für mich als Alpinläuferin, was die Läufer konditionell da leisten. Medaillenkandidaten sind für mich Anni Friesinger, Claudia Pechstein und unsere Biathleten."Heiner Dangel, Vorsitzender des Schwäbischen Ski-Verbandes (SSV) aus Ötlingen: "Mein Herz schlägt für viele Sportarten, persönlich Priorität haben bei mir aber die alpinen Veranstaltungen. Den Kombinationswettbewerb zwischen Slalom und Abfahrt, in dem die wahren Helden der Spiele fahren, schaue ich mir auf alle Fälle an. Ich fiebere mit Georg Hackl, dass er bei der Olympiade etwas "reißt" und schließlich als ganz großer Sportler in die olympischen Annalen eingeht. SSV-Biathletin Simone Denkinger aus Gosheim drücke ich fest die Daumen, dass sie mit einer Medaille nach Hause fliegt."