Lokalsport

Kontinuität fehlt weiter

Heimniederlage für VfL-Basketballer

Das von vielen mit Hoffnung befrachtete letzte Oberligaspiel 2013 ist für die Basketballer des VfL Kirchheim in die Hose gegangen: Gegen den TV Derendingen gab es ein ernüchterndes 61:85.

Das Bild täuscht: So wie hier Jonathan Gritschke konnten sich die VfL-Basketballer gegen Derendingen nur selten durchsetzen. Fot
Das Bild täuscht: So wie hier Jonathan Gritschke konnten sich die VfL-Basketballer gegen Derendingen nur selten durchsetzen. Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Die Formkurve weist nach dem ersten Saisonsieg vor zwei Wochen nach unten, der Tabellenletzte der Oberliga steckt in einer Krise. Coach Pasko Tomic sieht es so: „Natürlich ist jetzt ein bisschen Unsicherheit in der Mannschaft, wenn man zweimal mit 20 Punkten verliert. Aber auch in diesen Spielen haben wir in Phasen unsere Oberliga-Tauglichkeit gezeigt. Aber die Kontinuität fehlt halt weiter.“

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Gegen den TV Derendingen, dem nicht nur Tomic „gehobenes Oberliga-Niveau“ attestiert, ging es ganz im Gegensatz zum Auswärtsspiel in Göppingen ganz gut los. 13 der 17 Punkte zur 17:14-Führung nach dem ersten Viertel kamen von den Centern Dominik Eberle, Cveti Bozic, Marsel Sibinovic und Constantin Munz, zu Beginn des zweiten Abschnitts traf Chris Reza einen Dreier und baute die Führung auf 20:14 aus. Das war es dann aber auch schon mit der Kirchheimer Herrlichkeit. Derendingen erhöhte den defensiven Druck so, dass der VfL kaum mehr zu Erfolg versprechenden Angriffen kam. Stattdessen beherrschten Ballverluste und gegnerische Schnellangriffe die Szenerie in der Sporthalle Stadtmitte. Die Gäste legten einen 25:10-Lauf hin und setzten sich so auf 39:30 ab.

Da neun Punkte Rückstand zur Pause gar nichts sind, kam der VfL entsprechend motiviert aus der Kabine. Spielmacher Jonathan Gritschke, der (wie Munz) wegen eines U 20-­Oberligaspiels am Mittag allerdings nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, und Chris Schraml (wegen Prüfungsstress mental nicht auf der Höhe) mit seinem einzigen Punkt des Nachmittags verkürzten auf 33:41, dann aber ging es weiter wie im zweiten Viertel: Die sehr ausgeglichenen, hart an der Grenze verteidigenden Derendinger zogen auf 49:33 (24.) davon, was eine Vorentscheidung war. Zu Beginn des Schlussviertels war der Abstand ähnlich (46:63), als Bozic und Eberle noch einmal die zweite Luft bekamen: Alle Punkte bis zum 58:68 (36.) stammten von den beiden Centern, ein kleiner Hoffnungsschimmer war sichtbar. Doch ein Ballverlust, ein anschließendes unsportliches Foul und sechs verwandelte Freiwürfe zum 58:74 (37.) überpinselten den Schimmer brutal. Das Endergebnis von 61:85 spiegelt sicher den Spielverlauf nicht ganz wider, doch man muss so ehrlich sein, die Überlegenheit dieses Gegners vorbehaltlos anzuerkennen.

Mit einem Sieg aus elf Spielen schließt der VfL damit die Vorrunde ab. Realisten sagen: Immer noch ein Sieg mehr als erwartet. Optimisten weisen auf einige knappe Niederlagen hin. Doch die Tabelle lügt nicht: Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nach dem überraschenden Neckarsulmer 76:72 in Reutlingen zwei Siege. Aber noch sind elf Partien zu absolvieren, elf Möglichkeiten also, etwas zu holen. Andererseits auch eine sehr lange Zeit, den Überlebenskampf auszuhalten. Es gab jetzt schon ein paar kleine Zeichen, dass die Frustrationen nicht immer so einfach weggesteckt werden können. Genau das aber ist weiter die Hauptaufgabe dieses Teams.ut

VfL: Bozic (13), Eberle (14), Gritschke (7/1), Munz (8), Reichmuth (2), Reza (3/1), Schlipf, Schraml (1), Sibinovic (10), Wanzke (3/1)