Lokalsport

Kraft sieht gute Ansätze

Designierter VfL-Coach Zaungast in Gmünd

Es war ein Tag nach Maß für den FC Normannia Gmünd. Zum letzten Heimspiel der Saison 2009/10 kamen bei sommerlichen Temperaturen über 300 Zuschauer ins Normannia-Stadion – einer davon: VfL-Neu-Coach Rainer Kraft, der erst wenige Stunden zuvor aus Aserbaidschan zurückgekehrt war.

HELGE WAIDER

Schwäbisch Gmünd. Die Stimmung im neuen Normannia-Forum unmittelbar hätte kurz nach dem Schlusspfiff kaum besser sein können. Mittendrin steht Schiedsrichter Michael Karle aus Weinstadt, noch leicht errötet von den zurückgelegten Kilometern auf dem Spielfeld und nach einer fehlerfreien Partie. Die Gmünder haben ihm keine Chance zum Duschen gelassen. Es war der Wunsch des 35-Jährigen, seine aktive Karriere nach zwölf Jahren in der Oberliga und acht als Regionalliga-Referee dort zu beenden, wo sie 1990 begonnen hatte – in Gmünd. So war es eine feine Geste der Normannia, ihn wie auch Assistentin Anita Cohan mit einem Geschenk zu verabschieden.

Begrüßen konnte man während der Partie auf der Tribüne hingegen den designierten VfL-Coach: Rainer Kraft, bekanntlich ab 1. Juli Cheftrainer und Sportdirektor in Kirchheim, machte sich eifrig Notizen. Nachdem der kurz zuvor aus Aserbaidschan zurückgekehrte Fußballlehrer bislang lediglich das (Trauer-)Spiel vor vier Wochen gegen Durlach gesehen hatte, machte Kraft nun „gute Ansätze bei einzelnen Akteuren“ aus, ohne freilich ins Detail gehen zu wollen. Dies, so Kraft, sei bis zum Rundenende noch Aufgabe von Interimscoach Thomas Stumpp. Der sprach nach dem Spiel von einem „auch in dieser Höhe verdienten Gmünder Sieg“ und von lediglich zwei Phasen in der Partie, in denen der VfL Fußball gespielt habe. Auf Nachfrage bestätigte Stumpp, dass es für das Saisonfinale am Samstag gegen Crailsheim keine weiteren Wechselspielchen im Tor der Teckstädter geben wird: „Am Samstag steht wieder unser Stammtorhüter Michael Stowers im Tor.“ Dessen Vertreter war Edgar Porada, der mit einigen spektakulären Flugeinlagen glänzte, sich aber, so Stumpp, „einen bedauerlichen Fehlgriff kurz vor der Halbzeit leistete.“

Als „Fehlgriff“ erwies sich auch die Besetzung der linken Spielfeldhälfte. Sowohl David Hertel auf der Außenverteidigerposition als auch Vitali Lasarev im linken Mittelfeld waren in dieser Kombination ein Experiment, welches wohl als gescheitert erklärt werden muss. Dass es auf dieser Position besser geht, bewies der eingewechselte Selim Altinsoy.

Enttäuschend war hingegen die Leistung von Armin Ohran, der im Mittelfeld zu viele Ballverluste fabrizierte. Vielleicht lag‘s ja an der zentralen Position, denn auch der für ihn eingewechselte Emrah Polat sah kaum Land. Immer besser in Tritt kommt hingegen Youngster Marcel Helber, der aus dem erschreckend schwachen VfL-Team neben dem schnörkellosen Kapitän Christopher Eisenhardt herausragte und seine Ansprüche – vielleicht auch wegen der Visite von Rainer Kraft – für die neue Saison eindrucksvoll unterstrich.

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