Lokalsport

Krisengipfel an der Jesinger Allee

Die Lockerheit bei Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim trotz der jüngsten Talfahrt erstaunt. Es ist allerdings fraglich, ob jene auch nach einer Heimniederlage morgen gegen die TSG Balingen (Anpfiff: 14 Uhr) anhalten würde.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Drei Pleiten in Folge: Die Rede ist nicht etwa vom VfL, der aktuell bereits vier Flops am Stück hingelegt hat, sondern vom morgigen Kirchheimer Gegner TSG Balingen. Der Kontakt zur Spitze ist bei dem Team aus dem Zollernalbkreis nach den aktuellen Niederlagen etwas abgerissen, plötzlich hängt der Himmel bei der TSG nicht mehr voller Geigen. Für die Balinger heißt das im Klartext, dass es beim Gastspiel in Kirchheim bereits um alles oder nichts im Kampf um Platz eins geht.

Für die Kirchheimer muss das wie ein wahres Luxusproblem klingen, stehen die Gäste doch mit 32 Punkten und Platz vier immer noch relativ gut im Vergleich zu den schwer gebeutelten Teckstädtern da. Das 1:3 am vergangenen Samstag in Laupheim war nicht nur ein neuerlicher Nervtöter für den Verbandsligisten, sondern das Team stellte auch einen Negativrekord aus dem Jahr 1997 ein. Nach 14 Minuten bereits 0:3 gegen den VfL so stand es auch 1997 beim Oberligaspiel in Aalen. Der VfL-Trainer hieß damals Andreas Kleinhansl.

Den jetzigen Kirchheimer Übungsleiter Rentschler dürfte es nur wenig trösten, dass es schon einmal eine solche fußballerische Panne in der jüngeren VfL-Geschichte gab. Dieses Mal könnte der Flop aber ganz bittere Kosequenzen haben. Die Kirchheimer sind inzwischen auf einem Abstiegsplatz gelandet und stehen ab sofort unter dem massiven Druck des Punkte-sammeln-müssens.

Besonders bitter ist hierbei für das Team von Rentschler, dass selbst ein SV Fellbach Anfang September noch mit 1:8 an der Jesinger Allee gedemütigt die Kirchheimer mittlerweile tabellarisch überflügelt hat. Der Neuling gewann bei der Sportvereinigung Böblingen am vergangenen Sonntag 2:1. Der Fellbacher Zwischenspurt erinnert ein wenig an die Situation in der vergangenen Verbandsligasaison. Damals retteten sich einige schon weit abgeschlagen scheinende Teams mit einer Siegesserie darunter übrigens auch die TSF Ditzingen, die ein paar Moante später wieder an die Tür zur Oberliga anklopft.

Bei den Kirchheimern scheint sich jedenfalls die Abwehr zunehmend zum Hauptproblem in der Mannschaft zu entwickeln. Ob mit einem fitten Routinier Stefan Ziegler und einem Spielertrainer Michael Rentschler als Innenverteidigerduo ein ähnliches Chaos mit Zuordnungs- und Abstimmungsproblemen wie zuletzt herrschen würde? VfL-Insider bezweifeln dies. Doch Ziegler ist nach seinem Kniescheibenbruch im vergangenen Frühjahr noch Rekonvaleszent und Rentschler ist unschlüssig, ob er ein "Comeback" auf dem Feld feiern soll.

Die Kirchheimer wissen jedenfalls morgen gegen 15.45 Uhr, was die Uhr geschlagen hat. Dann wird der Unparteiische die Kicker beider Teams mit dem Schlusspfiff in die Winterpause schicken. Angesichst des ersten Gegners im neuen Jahr der VfL startet am 18. Februar beim Meisterschaftskandidaten TSF Ditzingen Richtung Saisonfinale wären drei Punkte mehr als ein Nervenbalsam für die Teckstädter.