Lokalsport

Künftig ohne Jugendleiter

Eine Satzungsänderung, eine hohe Auszeichnung für VfL-Tennischef Günther Kirchner sowie Neuwahlen zum Vorstand standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung des VfL Kirchheim am Freitagabend in der Stadiongaststätte.

HELGE WAIDER

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KIRCHHEIM Ohne Jugendleiter und ohne stellvertretenden Kassier geht der Hauptverein VfL Kirchheim in die nächste Legislaturperiode. Per Satzungsänderung wurde in der Hauptversammlung am vergangenen Freitag festgelegt, dass beide Posten im Vorstand gestrichen werden. Die Jugendarbeit, so der stellvertretende VfL-Vorsitzende Gunther Frey, werde in den Abteilungen gepflegt und im Vorstand sei ein Hauptkassier ausreichend. Das Votum, für das eine Zweidrittelmehrheit notwendig war, fiel einstimmig für die Änderung aus.

VfL-Vorsitzende Doris Imrich hatte zuvor 36 stimmberechtigte Mitglieder begrüßt, was angesichts einer Gesamtmitgliederzahl von aktuell 4235 einer Quote von gerade mal 0,85 Prozent entspricht. In ihrem Tätigkeitsbericht der vergangenen zwei Jahre betonte die Vorsitzende, dass sich der Sport derzeit in einem Spannungsverhältnis zwischen Sparen und Gestalten bewege. Erfreut zeigte sie sich über die Tatsache, dass die Fördermittel der Stadt nicht weiter reduziert worden seien. Darüber hinaus habe der Verein in die Erhaltung von Eigentum investiert. Unter anderem seien die Fenster in der Gaststätte, in der Pächterwohnung und der Geschäftsstelle erneuert worden und die Gymnastikhalle habe einen neuen Sockel erhalten.

Zum 1. Januar 2005 sei eine Beitragserhöhung vorgenommen worden. Die Quote der Beitragsrückführung an die Abteilungen, betonte Imrich, sei jedoch mit 50 Prozent unverändert geblieben. Im Landkreis Esslingen, verkündete die Vorsitzende stolz, sei der VfL an den Mitgliederzahlen gemessen derzeit der größte Verein. In Baden-Württemberg rangiere der VfL mit mehr als 80 lizenzierten Übungsleitern auf Platz 17. Das Highlight der vergangenen zwei Jahre stellte für Doris Imrich das Landeskinderturnfest 2003 dar, an dem sich der VfL mit rund 500 Helfern beteiligt hatte. Aus den Vorbereitungen der Großveranstaltung sei schließlich auch das Projekt "Kinder in Bewegung Kinder unsere Zukunft" entstanden, mit dem der VfL und die Stadt Kirchheim den Innovationspreis 2003 beim Sportkongress in Stuttgart erhalten hatte.

Das Jahr 2004 sei geprägt gewesen vom Kampf um das Kirchheimer Hallenbad, das mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit vor der Schließung bewahrt worden sei. Folgerichtig sei dann das Hallenbad auch erfolgreiches Pilotprojekt für die Schlüsselgewalt der Vereine in Sportstätten geworden. Das Ehrenamt, betonte die Vorsitzende, sei die Seele des Sportvereins. Der übernehme viele pädagogische, gesundheitspolitische und soziale Aufgaben, die anders gar nicht zu finanzieren seien.

Einen Überblick über die Finanzen des Vereins erläuterte in Abwesenheit der entschuldigten Hauptkassiererin Anni Dangel-Anders die nach 23 Jahren scheidende Kassiererin Gudrun Maier. Demnach schloss der VfL das Geschäftsjahr 2003 mit einem Plus von rund 8 000 Euro und das Jahr 2004 mit einem Gewinn von rund 15 000 Euro ab. Die Kassenprüfer Adolf Köhler (Tennis) und Gerhard Suskin (Ringen) bescheinigten den Kassiererinnen und dem gesamten Vorstand eine tadellose Amtsführung und empfahlen die Entlastung, die unter der Regie von Günther Kirchner vom Plenum fast einstimmig erfolgte.

Bei der anschließenden Neuwahl wurde Doris Imrich als Vorsitzende wiedergewählt. Bei den übrigen Posten herrscht überwiegend Kontinuität. Für den nach zehn Amtsjahren nicht mehr kandidierenden Karl-Heinz Wecker (Tennis) wurde Marc Eisenmann (Handball) als neuer stellvertretender Vorsitzender gewählt. Als neue Beisitzerin für die ausscheidende Rosemarie Fritsch (Turnen) wurde Michaela Pohl (Turnen) gewählt. Bei der zuletzt vakanten Position eines Platzausschussvorsitzenden wurde der Praxis Rechnung getragen. Für die Instandhaltung und Pflege der Plätze stellte sich wie schon im Jahr 2004 die VfL-Fußballschule zur Verfügung.

Eine besondere Ehrung wurde Günther Kirchner zuteil. Der Abteilungsleiter Tennis, der dieses Amt seit der Gründung der Abteilung 1974 bekleidet, erhielt die höchste Auszeichnung, die der Verein zu vergeben hat: die VfL-Verdienstmedaille mit der VfL-Ehrennadel mit Brillant. Kirchners launiger Kommentar nach der Verleihung: "Mal sehen, ob ich noch ein paar Jahre dranhänge . . ."