Lokalsport

Kurioser Machtkampf im eigenen Stall

Die zweite Garnitur macht es dem Aushängeschild derzeit vor: Die zweite Mannschaft der Luftpistolenschützen des TSV Ötlingen hat mit zwei Siegen die Tabellenführung in der Regionalliga Süd-West verteidigt. Damit steht die Mannschaft bereits fest in der Relegationsrunde zum Aufstieg in die Bundesliga und könnte dort theoretisch auf die eigene "Erste" treffen.

LUDWIGSBURG Am Sonntag gelang es dem TSV Ötlingen in Ludwigsburg, sowohl die Gastgeber der SGi (5:0), als auch die Schützen der SG Ludwigshafen (3:2) zu besiegen. Damit hat sich die Mannschaft bereits vor dem letzten Wettkampf im Januar für die Aufstiegskämpfe qualifiziert. Selbst eine Niederlage, bei gleichzeitigem Sieg der Konkurrenz aus Willmandingen kann die Ötlinger nicht mehr von einem Relegationsplatz vertreiben. Dadurch ergibt sich für die Ötlinger eine kuriose Situation: Steigen die Schützen der ersten Mannschaft nach dem Januar-Wettkampf gegen Heidelberg ab, kann der TSV mit seiner "Zweiten" dennoch auf einen Verbleib in der höchsten deutschen Schützenklasse hoffen. Sollte die erste Mannschaft in Heidelberg jedoch mit 4:1 gewinnen, hätte Ötlingen in der Relegation zwei "Eisen" im Feuer. Man darf gespannt sein, was sich der Deutsche Schützenbund für einen solchen Fall einfallen ließe.

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Doch zurück zum Wochenende: Im ersten Wettkampf gegen Ludwigsburg musste Borys Graytser gegen "Altmeister" Alfons Messerschmitt antreten. Nach zwanzig Schuss lagen beide gleichauf, erst in der vierten und letzten Serie brach der Ludwigsburger mit 86 Ringen ein und musste Graytser mit 374:366 einen klaren Sieg überlassen. Markus Geipel begann gegen Thomas Schulz äußerst stark. 97 Ringe nach zehn Schuss deuteten bereits auf einen klaren Sieg des Ötlingers hin. Dennoch blieb die Partie spannend bis zum Schluss. Mit nur zwei Ringen Unterschied sicherte sich Geipel am Ende mit 371:369 Ringen den Sieg.

Auch Roland Preissler hatte gegen Reinhard Zintel am Sonntag einen Lauf. Nach der Hälfte des Wettkampfes lag er bereits mit vier Ringen in Führung und ließ sich diese bis zum vierzigsten Schuss nicht mehr nehmen. Am Ende stand es 373:369. Damit war der dritte Ötlinger Einzelpunkt gesichert und der Mannschaftssieg für die Rübholzer klar. Den vierten Punkt steuerte dann Nicola Zeiser in ihrem ersten Einsatz in der Regionalliga bei. Drei Ringe Vorsprung nach zwei Serien und eine gute Schluss-Serie brachten ihr den verdienten 364:359-Erfolg. Spannend machte es auch Rainer Bachmaier gegen Wilhelm Grampes. Dieser hatte als erster seinen Wettkampf mit 364 Ringen beendet und der Ötlinger musste die vorgelegten Ringe erst noch erreichen. Drei Ringe Vorsprung des Ludwigsburgers galt es mit den letzten zehn Schuss aufzuholen. Bachmaier schloss mit guten 93 Ringen zum Gleichstand auf. Damit war das erste Stechen des Tages angesagt. Die vorgelegte neun konterte der Ötlinger mit einer zehn und brachte den fünften Einzelpunkt nach Ötlingen.

Der Wettkampf gegen die Schützen der SG Ludwigshafen stand dann unter einem anderen Stern. Borys Graytser hatte die starke Gabriele Haas zur Gegnerin. Beide begannen mit 94 Ringen, aber erst im dritten Durchgang konnte sich Graytser mit einem Ring nach vorne schieben. Die Begegnung blieb weiterhin spannend. Sehr gute 97 Ringe brachten dann die endgültige Entscheidung zum 380:374-Sieg des Ötlingers. Eine konstant gute Leistung zeigte Markus Geipel in seinem Wettkampf gegen Marcus Goebel. Nie ließ er sich seinen erarbeiteten Vorsprung abnehmen und bezwang den Ludwigshafener mit 373:367.

Roland Preissler kam in seinem zweiten Wettkampf dieses Tages nicht so recht in Tritt. Bereits nach der Hälfte der Partie lag er mit sechs Ringen gegen Karlheinz Provo zurück. Er konnte den Rückstand nicht wieder wettmachen und verlor mit 360:365 Ringen. Ähnlich erging es Rainer Bachmaier an diesem Nachmittag. Gegen Walter Hery lag auch er nach zwanzig Schuss deutlich zurück und musste Hery mit nur 349 Ringen den Sieg überlassen. Dieser kam auch nur auf magere 355 Ringe. So war der Gleichstand in der Partie mit 2 : 2 hergestellt und alle Ötlinger Hoffnungen lagen auf den Schultern von Jörg Kobarg. Dieser hatte ebenfalls Startprobleme und musste von Beginn an den Vorgaben seines Gegners, Dr. Jürgen Dosch, hinterher laufen. Mit seinem letzten Schuss schaffte er den 365-Ringe-Gleichstand doch noch und erzwang das zweite Stechen dieses Tages. Alle drei Stechschüsse brachten keine Entscheidung. Erst mit dem vierten Stechschuss, bei dem die Zehntelwertung angewandt wird, siegte Kobarg und sicherte den Ötlingern damit den zweiten Tagessieg.

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