Lokalsport

Lado Fumic: "Ich wollte zeigen, wo der Hammer hängt"

Beim Bundesliga-Auftaktrennen der Mountainbiker in Münsingen hat der Kirchheimer nach einem taktisch ausgeklügelten Rennen vor 7 000 Zuschauern den zweiten Platz belegt.

EDGAR VELOCI

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MÜNSINGEN Dass Lado Fumic schon in der ersten Runde mit Hilfe einer abgesprochenen, taktischen Variante eine Attacke lancierte und sich alleine an die Spitze setzte, war schon bemerkenswert. Als er sich dann Runde um Runde mit einem Abstand von 15 bis maximal 20 Sekunden vorne alleine austobte und den Jubel der begeisterten Zuschauer genoss, wurde mit jeder 4,8 Kilometer langen Schleife das Staunen größer.

In der sechsten von sieben Runden schlossen die drei Verfolger auf. Manuel Fumic hatte sich zu diesem Zeitpunkt vom zehnten Rang nach vorne gearbeitet und versuchte, der Spitzengruppe Gesellschaft zu leisten. "Immer wenn ich dran war, bin ich an der gleichen Stelle wieder weg geplatzt." Manuel Fumic kam zwar zu Beginn der letzten Schleife noch einmal heran, doch dann musste er wieder klein beigeben. Martin Gujan (Schweiz), Jose Hermida (Spanien) und Lado Fumic machten so die Podiumsplätze unter sich aus.

Bedauerlicherweise waren es überrundete Fahrer, die das Rennen zwei Kilometer vor dem Ziel entschieden. Gujan kam vorbei, Hermida und Fumic waren blockiert. "Ich habe Glück gehabt", bekannte Gujan, dem Fumic eine starke Leistung attestierte. Lado Fumic wiederum, der drei Sekunden hinter Gujan (1:34:12) Hermida im Finish um eine Bike-Länge bezwang, bekam vom Silbermedaillengewinner von Athen ein dickes Kompliment. "Lado war unglaublich stark."

Der Kirchheimer bedauerte zwar, nicht gewonnen zu haben, war aber mit seiner Leistung voll zufrieden. "Ich wollte heute zeigen, wo der Hammer hängt", erklärte er die frühe Attacke. Die Rechnung wäre fast aufgegangen. Die eindrucksvolle Zuschauerkulisse dürfte ihn zusätzlich beflügelt haben. "Das war eine wahnsinnige Atmosphäre", freute er sich über das große Publikum zum Bundesliga-Auftakt.

Manuel Fumic wiederholte seinen vierten Platz (31 Sekunden zurück) aus dem Vorjahr. "Als zum Schluss die Spielchen los gingen, da konnte ich nicht mehr. Ich habe vielleicht für die Aufholjagd zu viel Kraft verbraucht", sagte der 23-Jährige. Außerdem fehle ihm noch die schnelle Erholung nach intensiven Phasen, wie bei großen Tempoverschärfungen.

Stefan Sahm (Bissingen) rätselte nach seinem 17. Platz (4:22 Minuten Rückstand) über seine Leistung. "Ich weiß nicht woran es gelegen hat, die Beine waren jedenfalls nicht gut." Gleich zu Beginn verfing sich ein Ast in seinem Rad, das warf ihn aus den ersten 20 heraus. Eine Heuschnupfen-Attacke am Vorabend, nachdem er sich beim Short-Race am Vorabend noch stark präsentiert hatte, mehr fiel ihm auf Anhieb nicht ein.

Marc Gölz benötigte vier Runden, um auf Touren zu kommen. Der Weilheimer bemerkte bis dahin ziemlich schwere Beine, fand keinen Rhythmus und keine gute Fahrlinie. Dann platzte plötzlich der Knoten und er gewann noch einige Positionen. "Schade, dass es nicht mehr für die Top-20 gereicht hat, aber es ist ein weiterer Schritt in Richtung Topform", meinte er. Rang 27 mit 7:15 Minuten Rückstand warf das Ergebnis aus.