Lokalsport

Lado Fumic träumt weiter von einer Goldmedaille

Lado und Manuel Fumic (v. l.) stehen in Athen vor dem wichtigsten Tag ihrer sportlichen Laufbahn.

Foto: Jean-Luc Jacques

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ATHEN "Es ist ein bisschen ko

(O:27070409.JP_misch", meinte Manuel Fumic nach der Trainingseinheit auf dem Olympiakurs, "man kann nie richtig Vollgas geben. Immer wenn du denkst, jetzt kannst du richtig schnell fahren, dann musst du gleich wieder abbremsen."


Auch die Konkurrenz beschreibt die Eigenheit der Strecke so. Manche Fahrer verlassen das Gelände mit einem Lächeln auf dem Gesicht wie etwa der Spanier Jose Hermida. "Ein spanischer Kurs", freute sich der Europameister. Lado Fumic ist indes nicht ganz sicher, was er davon halten soll. "Wenn ich gut drauf bin, dann müssen sie auf mich aufpassen", sagt er mit einem Grinsen. Die unrhythmische Charakteristik kommt Manuel Fumic auf jeden Fall entgegen, genauso wie seinem Bruder Lado. Doch bei den Fumics sind kurz vor dem wichtigsten Tag ihrer Laufbahn die Gefühle gemischt.


Die hohen Erwartungen aber haben sich nicht verändert. Bundestrainer Frank Brückner wäre mit Lado Fumic zufrieden, wenn er das Sydney-Ergebnis (Rang fünf) wiederholen könnte. Manuel Fumic sieht Brückner unter den besten Zwölf. Beide haben für sich selbst allerdings höhere Ziele formuliert.


"Wir haben vier Jahre lang auf diesen Tag hingearbeitet. Jetzt wollen wir zeigen, was wir können. Ziel ist eine Medaille, der Traum Gold", sinniert Lado Fumic. Bronze, Silber oder Gold würden die Möglichkeiten im Sponsoren-Sektor für ihn deutlich verbessern und vermutlich der ganzen Szene einen Schub verleihen. Gleichzeitig wäre es ein gutes Argument für die Vertragsverlängerung mit seinem Brötchengeber: Teamsponsor T-Mobile will mit einer klaren Aussage bis nach den Olympischen Spielen warten.


So lastet viel Druck auf Lado Fumic. Den konnte der 28-Jährige allerdings bisher immer bestens wegstecken. Was Edelmetall angeht, ruhen die deutschen Hoffnungen tatsächlich nur auf ihm. Manuel Fumic sieht sich selbst noch nicht so weit, um im Konzert der ganz Großen mitzu-spielen. "Ich bin hier, um zu lernen und wenn es geht Lado zu helfen. Mein Bruder kommt schließlich als einziger Deutscher für eine Medaille infrage. Für mich persönlich sind die Top-Acht das Ziel."


Als Topfavorit geht Lado Fumic am Samstag ab 10 Uhr nicht ins Rennen. Der Belgier Roel Paulissen, das Schweizer Trio Christoph Sauser, Ralph Näf und Thomas Frischknecht, die Franzosen Julien Absalon und Miguel Martinez und nicht zuletzt Hermida die Konkurrenz der Medaillen-Mitbewerber ist groß. Dazu kommt T-Mobile-Teamkollege Bart Brentjens (Niederlande). Jeder will in Athen seine Topleistung abrufen um einen Tag vor dem Olympia-Ende nochmals Meriten für sich und sein Land zu sammeln.


"Olympische Rennen haben ihre eigenen Gesetze", sagt Lado Fumic. Eine mögliche gemeinsame Taktik mit seinem Bruder Manuel wird schwierig. Weil man auf dem unübersichtlichen Kurs schnell den Überblick über die Rennsituation verliert, ist jedes taktische Geplänkel risikoreich. Manuel Fumic, als ausgewiesener Schnellstarter, müsste eigentlich am Anfang vorne mitmischen können. Wie lange er mitfahren kann, ist offen. "Es wird sehr hart", glaubt der 22-Jährige.


Der dritte Deutsche, Carsten Bresser aus Neustadt/W., fühlte sich nach dem zweiten Trainingstag auf der Strecke noch nicht so wohl. "Aber vielleicht wird es noch", meinte Bresser. Er hat sich einen Platz besser als acht (wie in Sydney) zum Nahziel gesetzt.