Lokalsport

Lado Fumic verliert Trinkflaschen und den Podestplatz

Zum Sprung aufs Treppchen reichte es nicht: Mountainbiker Lado Fumic beendete den dritten Weltcup-Lauf im belgischen Houffalize auf Platz sieben. Damit war er bester Deutscher und sieben Ränge besser platziert als sein jüngerer Bruder Manuel.

EDGAR VELOCI

Anzeige

HOUFFALIZE Ein Platz unter den ersten drei blieb für Lado Fumic bis zur letzten von sieben Runden offen. Doch er selbst wusste wohl, dass er die zahlreichen Attacken, die in den letzten drei 6,6-Kilometer-Schleifen zu erkennen waren, nicht kontern konnte. Mit Routine rettete er sich über die Runden und sicherte wenigstens mit 3,47 Minuten Rückstand auf Überraschungs-Sieger Marco Bui aus Italien (2.05,53 Stunden) den siebten Platz.

Die erste Runde hatte Lado Fumic an erster Stelle beendet, danach kam etwas, das er als "Blackout" beschrieb. "Mir war es so heiß, dass ich Tempo rausnehmen musste. Dann habe ich auch noch Trinkflaschen verloren", erzählte der Kirchheimer. Dafür sei der siebte Platz ein "super Ergebnis".

In Willingen nächsten Samstag müsste er mit den Temperaturen "wieder besser zurechtkommen", meinte Lado Fumic. Bui war bereits in der zweiten Runde ausgerissen und auch Christoph Sauser, der mit 1,47 Minuten Rückstand Zweiter wurde, konnte den Italiener nicht stoppen. Der Spanier Jose Hermida, mit dem Fumic noch in der vorletzten Runde gemeinsam unterwegs war, wurde Dritter.

Manuel Fumic hatte keine Probleme mit der Hitze, er hatte in der ersten Runde ein Problem mit einem Konkurrenten. Der fuhr ihm ins Rad, sodass er im Vorderrad alle Speichen verlor. Er tauschte und ging etwa an Position 40 wieder ins Rennen. "Als ich das Ziel passiert habe, war ich 38. Da habe ich gedacht, das kommt ja nicht so gut". Deshalb startete er eine Aufholjagd, die ihn schließlich noch auf Rang 14 brachte. In der vierten Runde fuhr er dabei die fünft-beste Zeit. "Es ärgert mich schon mächtig, dass mir schon wieder was passiert ist", sagte er. Am Ende gab es Trost: Bundestrainer Frank Brückner zollte ihm großen Respekt für seine gezeigte Moral.

Stefan Sahm (Bissingen) hatte wie erwartet mit dem Handicap des schlechten Startplatzes zu kämpfen. Er versuchte in der Anfangsphase möglichst viel Boden gut zu machen und zollte diesem Kraftaufwand Tribut. "Ich habe gedacht, ich probiere es einfach und habe mich in der ersten Runde richtig nach vorne gebohrt, das hat wohl zu viele Körner gekostet", meinte er. Bei Platz 28 war das Maximum erreicht. Danach versuchte er bei großer Hitze seine Position zu halten. In der letzten von sieben Runden verlor er noch einige Plätze und wurde mit 9,10 Minuten Rückstand 33. "Am Schluss bin ich ein wenig kaputt gegangen", sagte Sahm, der aber nicht ganz unzufrieden war.

Eine ähnliche Renngeschichte konnte Marc Gölz erzählen. "In den ersten eineinhalb Runden ging es super gut, dann hatte ich zwei Runden lang einen Hänger. Gölz, der am Samstag die Qualifikation als Vierter beendet hatte, fiel zurück auf Platz 104, unter 195 Startern. Danach kletterte er wieder nach vorne. "Ich habe am Anfang zu viel riskiert, anders kann ich es mir nicht erklären. Zufrieden bin ich mit Rang 81 nicht", meinte der Weilheimer.

In der Weltcup-Gesamtwertung führt weiter Julien Absalon, der gestern Magenprobleme hatte und nur 17. wurde, vor Sauser und Roel Paulissen (Belgien). Lado Fumic ist Siebter, Manuel Fumic jetzt 16.

Bei den Damen sorgte Sabine Spitz (Murg-Niederhof) als Zweite für die beste deutsche Ausbeute. Mit 1,12 Minuten Rückstand auf Gunn-Rita Dahle (Norwegen) beendete sie das Rennen. Sie hatte 30 Sekunden Vorsprung auf die Drittplatzierte.