Lokalsport

Lado Fumic wirdzum Spekulanten

Für die internationale Mountainbike-Spitze wird's nun ernst: Spa-Francorchamps erlebt am Wochenende den Weltcup-Auftakt 2005.

ERHARD GOLLER

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KIRCHHEIM "Wenn Rennen ist, dann wird Rennen gefahren". So einfach bringt Lado Fumic seine beeindruckende Vorstellung vom vergangenen Sonntag in Münsingen auf den Punkt, obwohl er nicht als Tiefstapler bekannt vorher noch davon gesprochen hatte, dass seine Form noch nicht optimal sei. Das mag man nachvollziehen können: Viele Konkurrenten, wie der Schweizer Ralph Näf oder noch mehr Jose Hermida, haben bereits Rennkilometer auf dem Bike in den Beinen. Doch Fumic hält's mit einer (selbst kreierten) Bauernregel: "Kommt der Mai, sind die Beine frei".

Spaß beiseite. Im Weltcup-Rennen in Spa-Francorchamps wird Lado Fumic noch "nicht so offensiv fahren. Ich werde spekulieren. In diesem Jahr habe ich acht Chancen, um ein Weltcup-Rennen zu gewinnen", sagt der 28-jährige Kirchheimer.

"Ich habe am Gashahn gedreht und konnte am Schluss noch zulegen", hat Manuel Fumic vom Bundesliga-Rennen derweil ebenfalls ein gutes Gefühl mitgenommen. Das Bild mit dem Gashahn passt für nächsten Sonntag bestens: Der Weltcup-Kurs liegt auf Michael Schumachers Lieblingsstrecke in der Formel-1. Natürlich ist er nicht auf Asphalt gebaut, aber er hat einen steilen Berg drin jener, der sich auch den Formel-Eins-Piloten in den Weg stellt. Da ist Kondition gefordert.

Zum ersten Mal in dieser Saison trifft die Weltelite komplett aufeinander. "Ein Platz in den Top Ten wäre ein guter Einstieg", sagt Manuel Fumic. Das schlechte Wetter in der vergangenen Woche hat den U23-Weltmeister zu einer ungewöhnlichen Maßnahme veranlasst: "Ich bin vier Stunden auf der Rolle gefahren. Sowas habe ich noch nie in meinem Leben gemacht", erzählte er.

Stefan Sahm (Bissingen) war hingegen zum Gar-nichts-machen verdammt: Tagelang lag er mit Grippe-Verdacht flach. Danach wurde Münsingen zu einer unbefriedigenden Angelegenheit für ihn (Platz 17). "Jetzt weiß ich wenigstens, warum es dort nicht lief." Weil die Virus-Attacke noch nicht beendet ist, will er nach Konsultation seines Arztes erst kurzfristig entscheiden, ob er mit nach Belgien fährt.

Marc Gölz (Weilheim) fühlt sich indes gut: Er hat dem jüngsten Regen getrotzt und gut trainiert. Obwohl im die Qualifikationsmühle droht, sieht er in der Ausscheidung kein Problem. Eine schlechte Startpositon sei das größere Handicap. Das hieße, in der ersten Runde auf Risiko zu fahren, um Plätze gut zu machen. "Lieber verliere ich am Ende noch ein paar Plätze als von Anfang an hinterher zu fahren", sagt er.