Lokalsport

Läufst du noch oder rutschst du schon?

Standfestigkeit war das Maß aller Dinge bei der 26. Auflage des Kirchheimer Silvesterlaufs. Einem matschigen "Ho-Tschi-Minh-Pfad" folgte eine wahre Eispiste hinauf zur Teck koordiniertes Laufen war vor allem auf dem Rückweg zum Parkplatz Hörnle kaum möglich. Der guten Stimmung unter den 513 Teilnehmern tat dies jedoch keinen Abbruch.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM "Gelobt sei, was hart macht." Glaubt man dem Zitat von Friedrich Nietzsche, hättte sich der 26. Silvesterlauf vor Lob wohl kaum retten können selbst langjährige Mitglieder des ausrichtenden Kirchheimer Lauftreffs konnten sich an eine ähnlich witterungsgeprägte Veranstaltung nicht erinnern. So riet die 21-malige Finisherin und Lauftreff-Urgestein Eva Rother vielen Teilnehmern ob des vereisten Wegs, erst gar nicht bis ganz hinauf zu laufen. Zudem sorgte einsetzender Schneefall für diffuse Lichtverhältnisse unterhalb der Teck an langes Verweilen im Burghof war nicht zu denken, alle wollten schnell wieder zum Hörnle. "Viele haben unter dem Torbogen an der Teck gleich wieder kehrt gemacht", so Lauftreff-Schriftführer Reinhard Köster.

Nachdem ein geordneter Rückweg zum Hörnle angesichts des spiegelglatten Wegs aussichtslos war, geriet der Silvesterlauf kurzerhand zum Silvesterrutschen: Egal, ob auf dem Hosenboden sitzend, mit ein wenig Anlauf im Stehen oder wie der Teilnehmer, der sich von seinem Hund hinabziehen ließ jeder versuchte, so gut es eben ging wieder zum Parkplatz zu kommen. Besonders Pfiffige liefen kurzerhand mit ihren Schuhen in der Hand auf Socken die rutschige Eispiste hinab.

Trotz dieser widrigen Bedingungen war die Stimmung unter den 513 Teilnehmern bestens. Auch wenn unterwegs einige haderten ("So rutschig war's ja noch nie"), bekam Lauftreff-Leiterin Jutta Krehl nur positive Rückmeldungen: "Allen hat es wieder riesigen Spaß gemacht", resümierte die Strippenzieherin der größten Kirchheimer Breitensportveranstaltung nach 504 Teilnehmern im Jahr 2004 und 528 im Jahr 2006 wurde vorgestern zum dritten Mal in der 26-jährigen Geschichte des Silvesterlaufs die magische Teilnehmermarke von 500 geknackt.

Dass die Hatz auf die Teck auch überregionale Zugkraft hat, bewies der laut Jutta Krehl weitgereisteste Teilnehmer aus Forchheim bei Nürnberg. Den Gegenbeweis zur angeblich so bewegungsfaulen Jugend lieferte der zwölfjährige Jonathan aus Zell, der die 18 Kilometer lange Strecke problemlos bewältigte. Zusammen mit dem Großteil des Teilnehmerfeldes (einige waren schon mit dem Erreichen der Teck zufrieden und verzichteten auf den Rückweg nach Kirchheim) konnte der Youngster die letzten Meter gemeinsam mit den Fackelläufern genießen, ehe am Rathaus bei heißem Tee und Gebäck erste Erfahrungsberichte ausgetauscht wurden schließlich verlangten die Witterungsverhältnisse allen Teilnehmern ein gehöriges Maß an Überwindungskraft ab. Ob es nun härter gemacht hat, sei dahin gestellt, Lob haben auf jeden Fall alle Läufer verdient.