Lokalsport

Lange Anfahrt nervt den Trainer

Manchmal müssen Handballer(innen) auch abseits des Spielfeldes lange Wege gehen: Wenn der Gegner geografisch weit entfernt ist. Tatsächlich müssen die Landesliga-Spielerinnen der SG Lenningen diesmal das Navigationsgerät programmieren: Die Reise geht zur HSG Frankenbach/Neckargartach. Das sind 108 Kilometer und fast zwei Stunden Autoanfahrt.

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Lenningen. Die weite Anreise schmeckt Lenningens Trainer Uli von Petersenn überhaupt nicht: „Da weiß man nie was passiert, wenn man nach solch einer langen Fahrt aus dem Auto steigt.“ Das zeigt, dass die Gedanken des SG-Coachs über die 60 Minuten Spielzeit hinausgehen. Derweil hat die Unterländer Spielgemeinschaft eine große handballerische Vergangenheit vorzuweisen: Der VfL Neckargartach spielte in den Achtzigerjahren lange Zeit in der ersten Frauen-Bundesliga. In jener Mannschaft gab es Spielerinnen mit so klangvollen Namen wie Heike Deininger, Silvia Schmitt und Kathrin Blacha. Trainer war damals Dr. Gerlach, der später mit Lützellinden Meistertitel sammelte.

Doch die Meriten von einst sind zwar nicht vergessen, aber Schnee von gestern. Seit 2002 Jahren bilden Neckargartach und Frankenbach eine Spielgemeinschaft. Man muss lange forschen, will man wissen, ob es einmal zu Spielen mit der SG gekommen ist. Doch man wird schließlich fündig – exakt am 9. Februar 1997 kam es im HVW-Pokal zu einem Spiel zwischen dem Regionalligisten Neckargartach und dem Bezirksligisten Lenningen, und die SG verlor damals mit 18:21.

Seither gehört die HSG zu den etablierten Teams in der Landesliga. Nach gut einem Drittel der Spielzeit dümpeln die Unterländerinnen mit 6:10 Punkten allerdings auf dem zehnten Platz. Von ihren sechs Pluspunkten holten sie vier zu Hause. Dass sie die Heimspiele gegen die Esslingen/Teck-Vereine TB Neuffen (22:28) und Deizisau/Denkendorf (21:22) verloren, wird man in Lenningen als gutes Omen werten. Doch auf Statistik will sich von Petersenn nicht verlassen: „Wenn man oben steht, muss man Stärke zeigen. Die Runde ist noch lang.“

Der Lenninger Coach hat seinen Gegner inzwischen unter die Lupe genommen und sagt: „Die HSG ist eine der jüngsten Landesliga-Mannschaften. Das erklärt, dass sie in ihren Leistungen sehr schwankend ist.“ Zu den HSG-Aktivposten zählen üblicherweise Julia Gmelin, Ramona Grzes und Dominka Schramm. Bei der SG stellt sich die Mannschaft gewissermaßen von selbst auf. Steffi Röhm (krank) und Jeanette Ulmer (Beruf) fallen aus (heute, 20 Uhr, Leintal-Sporthalle, Heilbronn-Frankenbach). döl

SG Lenningen: Hahn, Reichle – Baermann, Blocher, Emmenegger, Kazmaier, Rau, Schmack, Schweikert, Timar.