Lokalsport

Last-Minute-Dreier rettet Kirchheim

Obwohl die Basketballer des VfL Kirchheim das Regionalligaduell gegen den TV Rastatt-Rheinau über weite Strecken dominierten, war ein Dreier von Kai-Uwe Kranz eine Sekunde vor Schluss nötig, um hauchdünn mit 68:67 (41:26) zu gewinnen.

KIRCHHEIM Erst die Dramatik, dann die Ekstase: Der letzte Wurf von Kai-Uwe Kranz eine Sekunde vor Schluss aus fast acht Metern fährt durch die Reuse knapp 900 Zuschauer springen vor Begeisterung auf. Die Regionalliga-Basketballer des VfL Kirchheim hatten mit diesem Wurf ein Spiel gewonnen, das dem Spielverlauf nach schon früher hätte entschieden sein müssen. Coach Theo Leftakis drückte es wohl am Besten aus: "Das war ein paradoxes Spiel. Wir haben mit viel Glück gewonnen, aber verdient."

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Mit dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten um einen Platz in der Aufstiegsrunde kann der VfL auf dem zweiten Tabellenplatz liegend Weihnachten feiern. Vor dem Happy End lagen jedoch 40 Minuten hochdramatischen Basketballs, die für die Saisonrekord-Kulisse von 900 Zuschauern zu einem Wechselbad der Gefühle wurden.

Nach der Vorstellung des neuen Namens (siehe Kasten), des Logos und des Klubsongs präsentierten sich beide Teams zu Beginn hypernervös. "Mein Team hat wohl gedacht, es muss eine Bescherung für den Gegner machen", so Leftakis leicht angesäuert bezüglich der Unzulänglichkeiten seiner Starting-Five. Der VfL traf zu Beginn fast nichts, lag schnell 2:9 hinten (4.), bis "der Boss" die Sache in die Hand nahm: Ross Jorgusen, an diesem Abend in jeder Ecke des Feldes der überragende Spieler, machte sechs Punkte zum 8:11 (6.). Ab der 12. Minute gab der VfL dann richtig Gas. Kai-Uwe Kranz erzielte sieben Punkte in Folge vom 12:16 (7.) bis zum 19:20 (14.). Von der Bank kamen im weiteren Verlauf Bill Goehrke, Wilu Lenger und Jorgo Tsouknidis. Zusammen mit Jorgusen und James Hayden zeigten diese Fünf den Badenern klar die Grenzen auf. Nach 17 Minuten stand es 30:20, dann wurde kurz Luft geholt (34:26, 19.), um noch einmal durchzustarten (41:26).

Im zweiten Durchgang reduzierte sich die VfL-Offensive auf zwei Spieler. Von den 27 Punkten bis zum Schluss machten Jorgusen und Kranz alleine 26. War diese Tatsache Ausdruck für das Unvermögen der anderen? Hayden (0:3), Tsouknidis (0:3), Goehrke (0:2) und Lukic (0:1) warfen jedenfalls nur Fahrkarten, Bouwmeester gar nicht. Lenger versuchte es einmal, wurde gefoult und sorgte so für das einzige Extra-Pünktchen. Trotzdem schien die Partie drei Minuten vor Schluss beim Stande von 65:55 entschieden.

Drei seltsame Schiedsrichter-Entscheidungen der ansonsten hervorragenden Unparteiischen, spektakuläre Treffer von TV-Spielertrainer Seatovic sowie VfL-Ladehemmung führten zum 65:65 30 Sekunden vor Schluss. Entsetzen auf Seiten der Kirchheimer, als Lars Moysich 14 Sekunden vor dem Ende sogar das 65:67 erzielte. Leftakis nahm eine Auszeit, danach wurde Hayden gefoult erneute Auszeit mit letzten Instruktionen. Schließlich kommt Kranz aus der Tiefe, bekommt den Ball, dribbelt einmal und wirft die Kugel weg Treffer, drei Punkte, Sieg.

mad

VfL Kirchheim:

Bouwmeester (2), Bruck, Goehrke (6), Hayden (3), Jorgusen (26/1), Kranz (22/6), Lenger (7), Lukic, Reiter, Stifel, Tsouknidis (2), Weiß.TV Rastatt-Rheinau:

Seatovic (14/3), Moysich (8/2), Nganko (17), Orschulko, Hermann, Tolo (4), Ullrich (10), Parrisius, Daw (8/1), Binkovski (6).Dreier:

7 (VfL), 6 (TV).Fouls:

21 (VfL), 14 (TV).Freiwürfe:

3:10/30 Prozent (VfL), 15:26/57,7 Prozent (TV).Viertel:

14:18, 27:8, 15:19, 12:22.Schiedsrichter:

Alen Vukic (Böblingen) und Peter Reil (Nersingen) machten ihren Job hervorragend.Zuschauer:

900.