Lokalsport

Last-Second-Sieg in Langen

Kirchheim Knights machen‘s beim 86:85 spannender als nötig

Mit dem minimalsten Abstand von nur einem Punkt haben Kirchheims Pro-A-Basketballer zwei Punkte beim TV Langen entführt. Der 86:85-Sieg stand bis zur letzten Sekunde auf der Kippe, nachdem die Knights einen Zehn-Punkte-Vorsprung drei Minuten vor Schluss noch beinahe verspielten. Ein sichtlich erleichterter Frenkie Ignjatovic, der herzlich in seiner alten Heimat empfangen wurde, war dennoch zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die ohne den erkrankten Gordon Scott antreten musste.

Langen. Drei Minuten vor Schluss sank für viele Kirchheimer Fans der Nervositäts-Pegel: Nach einer über die gesamte Spielzeit hinweg äußerst engen und ausgeglichenen Partie, lagen die Knights dank eines herausragenden Radi Tomasevic und eines erfolgreichen Dreiers von Tom Klemm mit zehn Punkten in Führung – als Langens Coach Fabian Villmeter beim Stand von 70:80 eine Auszeit nahm, rechnete Kirchheims Team-Manager Volker Oesterle fest damit, dass seine Jungs das Spiel nun ruhig nach Hause schaukeln würden. Denkste – unter dem Jubel der Langener Fans holten die Gastgeber Punkt für Punkt auf. Die Kirchheimer Defensive stellte ihre Bemühungen mehr oder weniger ein und sah tatenlos zu wie Langens Jeffers nach Belieben unter dem Korb schalten und walten konnte. Kurze Zeit später waren die gastgebenden „Giraffen“ wieder dran, die Knights nur noch mit zwei Punkten in Führung. Der Rest war Nervenkitzel: Dank zweier verwandelter Freiwürfe von Tom Klemm konnte der aus neun Metern getroffene Dreier Robert Benzings nichts mehr an Kirchheims knappem Sieg ändern.

Zu Spielbeginn agierten die Knights äußerst nervös, kamen wieder einmal nicht richtig in die Partie. Schnell lag die Mannschaft mit 2:7 hinten, bis Baumann, Heyden und Chennoufi mit ihren Punkten den 9:9-Ausgleich markieren konnten. Nach fünf Minuten erzielte Cliff Crawford die erste Führung für seine Mannschaft, die bis zum Ende des ersten Viertels auch nicht wieder hergegeben wurde. Auffälligster Akteur auf Seiten der Gäste: Phillipp Heyden, der elf seiner 15 Punkte in den ersten zehn Minuten erzielte.

Die Rechnung von Frenkie Ignjatovic schien aufzugehen: Das Spiel der Knights lief hauptsächlich über die Center, die ihre Überlegenheit unter dem Korb ausnutzten und entsprechend punkteten. Diese Kirchheimer Stärke hatte auch bei Langen ihre – negative – Auswirkung: Kyle Jeffers war früh foulbelastet und musste von Villmeter längere Zeit vom Platz genommen werden.

Um ihren Topcenter beraubt, hatten die Langener auch im zweiten Viertel keine Chance gegen die Kirchheimer Insidespieler: Das Reboundverhältnis von 41:22 zugunsten der Schwaben spricht eine eindeutige Sprache. Alle drei Center – Baumann, Heyden und Hornig – waren dafür verantwortlich, dass Kirchheim zur Halbzeit mit fünf Punkten in Führung lag (46:41). Höhepunkt der ersten Halbzeit war ein „Monster-Block“ von Andi Hornig, der den Wurf des Langeners Ruben Spoden auf spektakuläre Art vereitelte.

In der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber besser mit den schwäbischen Brettspielern zurecht: Die Verteidigung wurde intensiver, die Center gedoppelt, sodass die Überlegenheit unter dem Korb langsam schwand. Unterstützt wurden die Langener dabei von den Gästen, die durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Ballverlusten und leichtfertig vergebenen Würfen das Heft aus der Hand gaben. Ein 7:0-Lauf der „Giraffen“ zum Ende des dritten Viertels brachte ihnen den zwischenzeit­lichen Ausgleich (58:58), ehe die Knights sich in erster Linie durch Radi Tomasevic zur Viertelpause mit 63:61 in Führung bringen konnten. Danach begannen die spannenden zehn Minuten, die einmal mehr zeigten, wie nervenaufreibend und unvorhersehbar Basketball sein kann.

„Es ist für jede Mannschaft schwer, in Langen zu gewinnen, darum bin ich sehr froh, dass wir das erwartet knappe Spiel für uns entscheiden konnten – erst Recht ohne Gordon Scott“, resümierte ein zufriedener Frenkie Ignjatovic, dem noch sehr viele Sympathien aus seiner alten Heimat entgegen gebracht wurden. „Radi hat uns mit seinen tollen Würfen in der zweiten Halbzeit am Leben gehalten und Tom hat am Ende von der Bank kommend ein cleveres Spiel gemacht“, lobte Ignjatovic zwei Spieler besonders und sprach zudem Andi Hornig für seine Leistung am gestrigen Abend ein Kompliment aus.

Mit nunmehr 22 Punkten auf der Habenseite konnten die Kirchheim Knights ihren fünften Tabellenplatz erfolgreich verteidigen und freuen sich schon auf den nächsten Gegner: Am kommenden Samstag gastiert der Traditionsclub USC Heidelberg in der Sporthalle Stadtmitte.

Ein ganz anderes Problem beschäftigt derzeit das Knights-Management: Nach dem Rückzug des Hallensprecher-Urgesteins Wilu Lenger sind die Organisatoren auf der Suche nach einem Nachfolger. Interessierte können sich telefonisch mit Stefan Schmauder in der Geschäftsstelle, Telefon 0 70 21/5 09 60 in Verbindung setzen. bs

TV Langen: K. Barth (12), Feist (4), S. Barth (16), Kuhn, Völler (2), Spoden, Chappel (17), Benzing (18), McCulloch, Jeffers (16)

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic (20; 4/7 Dreier), Chennoufi (4; 7 Reb.), Baumann (14; 12 Reb.), Crawford (15; 1/3; 5 Reb.), Klemm (7; 1/3), Heyden (15; 5 Reb.), Hornig (11; 7 Reb.)

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