Lokalsport

Latte besiegelt Kirchheimer Schicksal

Fußball-Landesliga: TSV Weilheim bezwingt Nachbar VfL Kirchheim vor 450 Besuchern mit 1:0

Der TSV Weilheim hat das Schicksal des VfL Kirchheim in der Fußball-Landesliga endgültig besiegelt: Der knappe 1:0 (1:0)-Erfolg im Nachbarschaftsderby vor 450 Besuchern sorgte für den endgültigen Abstieg der Teckstädter. Torschütze des Tages per verwandeltem Foulelfmeter war Michele Latte.

TSV Weilheim (rot) - VfL KirchheimLennart Zaglauer (Weilheim) umringt von Kirchheimern
TSV Weilheim (rot) - VfL KirchheimLennart Zaglauer (Weilheim) umringt von Kirchheimern

Weilheim. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ein altes Sprichwort, das aber für den VfL Kirchheim in Weilheim keine Bewandtnis mehr hatte, denn von der ersten Minute an hatten die Teckstädter schlechte Karten. Von den anderen Plätzen hatten sich die VfL-Verantwortlichen aber keine Zwischenergebnisse eingeholt. „Wir schauen nur nach uns“, sagte Kirchheims Spielleiter Thomas Beller vor der Partie. Tatsächlich wollten sie etwaige aufkommende Nervosität von der Mannschaft fernhalten.

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Unterm Strich war es ein verdienter Weilheimer Sieg, der bei besserer Chancenverwertung sogar höher ausgefallen wäre. Bei den Teck­städtern fehlte der Wille, das Unmögliche vielleicht doch noch möglich zu machen. Obwohl für die Kirchheimer ein Sieg noch eine Mini-Chance gebracht hätte, war von leidenschaftlichem Kampf zumindest im ersten Spielabschnitt wenig zu sehen. Es gab nur eine nennenswerte Einschussmöglichkeit zu verzeichnen, aber die hatte es in sich. Nach einer Kopfballverlängerung kam Sascha Beck frei zum Kopfball, doch der VfL-Angreifer scheiterte an Weilheims Keeper Bastian Treiber, der mit einer glänzenden Parade den Ausgleich verhinderte (34.). Zuvor waren die Limburgstädter in Führung gegangen.

In der Anfangsphase setzte sich die spielerische Überlegenheit der Gastgeber durch, allen voran Michele Latte gefiel. Der agile Italiener war in der ersten halben Stunde von den Kirchheimer Abwehrspielern nicht in den Griff zu bekommen, deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass der 23-Jährige maßgeblich am Führungstor beteiligt war. Zunächst wurde der ehemalige Catania-Spieler im Strafraum von den Beinen geholt. Den Foulelfmeter verwandelte Latte in gewohnt sicherer Manier zur 1:0-Führung (20.). Es war sein zehnter verwandelter Elfmeter in Folge in dieser Saison und sein 16. Treffer insgesamt. Damit ist der 23-Jährige der beste Weilheimer Torschütze. Für den VfL-Trainer war es ein ärgerliches Gegentor: „Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keine Torchance für den TSV Weilheim“, sagte Kienle. Danach konnten die Teckstädter die Partie ausgeglichener gestalten und kamen kurz darauf zu ihrer ersten Torchance. Noch vor dem Seitenwechsel hätte erneut Latte für eine gewisse Vorentscheidung sorgen können, doch nach einer Flanke von Steffen Kuch (der 90 Minuten lang ein sehr gutes Spiel machte) setzte der Weilheimer Stürmer das Leder am Kirchheimer Gehäuse vorbei (41.).

Nach dem Pausensprudel waren die Gäste bemüht, dem Spiel eine Wende zu geben, aber gegen die gut organisierte Weilheimer Hintermannschaft gab es kaum ein Durchkommen. Dazu kam noch, dass Abstiegskontrahent SV Vaihingen zur gleichen Zeit beim TSV Bad Boll mit 3:1 führte, und dadurch wäre der VfL Kirchheim bei einem möglichen Sieg in Weilheim trotzdem abgestiegen.

Die beste Möglichkeit zum Ausgleich vergab Nebih Kadrija durch einen Flachschuss, den der Weilheimer Torwart um den Torpfosten lenken konnte (52.). In der Folgezeit boten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch mit wenigen Strafraumszenen. Die besten Möglichkeiten für den TSV Weilheim ergaben sich durch Standardsituationen. Ein abgefälschter Freistoß von Latte strich knapp am Kirchheimer Tor vorbei (62.), und auch der ehemalige Kirchheimer Emrah Polat hatte kein Glück, als seinen direkten Freistoß der Kirchheimer Torhüter Onur Cekic um den Torpfosten lenkte (68.).

Trotz des knappen Ergebnisses war es für den Weilheimer Trainer ein absolut verdienter Sieg: „Wir hatten eindeutig mehr Torchancen“, erklärte Hübbe. Auf der anderen Seite war der Kirchheimer Übungsleiter trotz der Niederlage nicht gänzlich unzufrieden: „Meine Mannschaft hat einmal mehr gezeigt, dass sie richtig gut Fußball spielen kann.“ Für den Klassenerhalt reichte es trotzdem nicht.me

TSV Weilheim: Treiber – Gabriel, Kirschmann, Strohmaier, Heisig (68. Uluköyli) – Elsässer (64. Mettang), Polat, Kuch, Latte, Er (87. Zimmermann) – Zaglauer.

VfL Kirchheim: Cekic – Heger, Mende, Bozkurt, Vögele (25. Fähnrich) – Bublica (38. Yildirim), Kisakol, Uysal (78. Wagner), Kadrija, Beck – Özkahraman.

Tor: 1:0 Latte (20./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Mettang – Kisakol.

Zuschauer: 450

Schiedsrichter: Wolfram Bosch (Lonsee)