Lokalsport

Latzel fährt die Ernte ein

Die Kirchheimer Handballer im Glück: In einem torarmen und hart umkämpften Spiel der Bezirksklasse erzielte der VfL gegen den TSV Neckartenzlingen in den letzten Sekunden den glücklichen Ausgleichstreffer zum 18:18.

KIRCHHEIM Der VfL kam vor eigenem Publikum anfangs nur sehr schwer in Tritt. Die Defensiv-Abwehr der Gäste machte dem VfL teilweise schwer zu schaffen. Aber dies sollte nicht das einzige Problem der Teckstädter an diesem Abend sein. Denn kamen die VfL-Schützen schließlich zum Wurf, war meist das Aluminium oder der glänzend aufgelegte TSV-Torhüter Commercon im Weg. In der ersten Hälfte verbuchte Kirchheim nicht weniger als 13 Treffer auf das Gebälk, was in der zweiten Halbzeit seine Fortsetzung fand. Während der gesamten Partie gelang es den Gastgebern kein einziges Mal, in Führung zu gehen. Bis Mitte der ersten Hälfte lag der VfL mit 2:7 zurück. Doch dann brach die Zeit der Blau-Gelben an. Bis zum Halbzeitpfiff holte Kirchheim Tor um Tor auf. Beim 8:9 war das Spiel wieder offen.

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In der Pause mahnte Kirchheims Trainer Thomas Neukamm in deutlichen Worten die mangelnde Torausbeute an. Die Abwehr stimmte bis dahin halbwegs, neun Gegentore in 30 Minuten ist eine Bilanz, die stimmt. Doch auch in der zweiten Hälfte verbesserte sich die Chancenauswertung des VfL nicht nennenswert. Anfangs konnten die Hausherren noch zweimal ausgleichen (9:9, 10:10), dann aber wieder das gleiche Bild: Entweder war der Mann im TSV-Tor auf dem Posten oder das Aluminium rettete für die Gäste. Die zogen abermals davon, während dem VfL die Felle beim Stand von 12:15 davonzuschwimmen drohten.

Nun setzte sich auch Kirchheims Torwart Frank Härterich in Szene, der seine Farben im Spiel hielt. Er vereitelte einige Großchancen mit sehenswerten Paraden und Reflexen. Dennoch schafften es seine Vorderleute nicht, den Rückstand zu verkürzen (14:18). Die letzten fünf Minuten des Spiels gehörten dem VfL Kirchheim. Neckartenzlingen, im Gefühl des sicheren Sieges, sah sich plötzlich einer Mannschaft gegenüber, die nochmals Morgenluft witterte. Kirchheim stellte nun auf offene Manndeckung um. Ein Risiko, das zunächst bestraft zu werden schien: Der Neckartenzlinger Slawitsch tankte sich erfolgreich durch die Abwehrreihen, doch beim Torschuss versagten ihm die Nerven. Was folgte, war ein Alleingang des besten VfL-Torschützen, Simon Latzel, der fünf Sekunden vor dem Abpfiff den Ball im TSV-Gehäuse zum 18:18-Endstand versenkte. Zwar nahmen die Gäste nochmals eine Auszeit, doch der Siegtreffer wollte nicht mehr fallen.

mp

VfL Kirchheim:

M. Porstner; M. Mayer; F. Härterich; C. Karschin (1); R. Keller (4); S. Latzel(6/1); M. Pradler; F. Richter; T. Schafhitzel (3/2); A. Schmid; R. Schulenburg (3/2); M. Weber (1); J. Müller.