Lokalsport

Leftakis fordert "seriöses Spiel"

Game, Set and Match Kirchheim? Die VfL-Basketballer gastieren am morgigen Samstag in der Heimatstadt von Tennis-Legende Boris Becker, in Leimen. Gegen die dort beheimatete KuSG zählt im Leimener Sportpark ab 17 Uhr nur ein Sieg.

KIRCHHEIM Erst ein einziges Mal konnte die Leimener Mannschaft von Michael Haidle in dieser Saison bisher gewinnen: vor drei Wochen 84:62 beim Schlusslicht TSV Crailsheim. Eine Woche später setzte es zu Hause gegen die BSG Ludwigsburg eine 70:83-Niederlage, wonach heftig über die Schiedsrichter geklagt wurde: "Die Leimener wurden von einem scheinbar parteiischen Unparteiischen um den verdienten Sieg gebracht", heißt es auf der Homepage des Vereins.

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Coach Michael Haidle ist auch zwei Wochen später noch sauer: "Der eine Schiedsrichter war offensichtlich mit dem Ludwigsburger Trainer befreundet. Ich begreife nicht, wie so jemand eingesetzt werden konnte." Allerdings war auch Center Horst Marschall mit einem dicken Knie verletzt ausgefallen, was den Doktoranden der Mineralogie wohl auch am Samstag daran hindern wird, gegen den VfL aufzulaufen. Haidle: "Ich glaube nicht, dass Horst spielen kann."

Da hätte VfL-Coach Theo Leftakis eine Sorge weniger, denn der meinte: "Leimen ist Marschall und sonst nichts. Aber er kann Spiele auch nicht alleine gewinnen." Es könnte sein, dass die anderen Spieler das anders sehen. Immerhin hat Marschalls Centerkollege Markus Wahlandt bisher im Schnitt mehr Punkte (16,3) erzielt als dieser (15,7). Ferner gilt Ex-Zweitliga-Aufbauspieler Stefan Ingerfurth (11,2), der bei der KuSG ausgebildet wurde und nun zurückkehrte, als einer der besseren der Liga. Auch sollte man auf Flügelspieler Sandro Levedag (11,7) aufpassen, der schon mal den einen oder anderen Dreier versenkt.

Das größte Handicap am Samstag aber dürfte sein, dass Haidle selbst aus beruflichen Gründen gar nicht dabei ist. Für ihn wird Jugendtrainer Hartmut Schiek das Coaching übernehmen. Trotzdem bleibt Haidle Optimist: "Wir sind kein Kanonenfutter, ich sehe die Chancen 50:50. Natürlich ist Kirchheim auf dem Papier Favorit, aber wenn die einen schlechten und wir eine guten Tag erwischen, ist alles möglich." Schließlich täusche die bisherige Bilanz über das Leistungsvermögen seiner Truppe. "Unsere Gegner hatten immer einen Bombentag", erinnert sich Haidle an so manch unglückliche Schlappe. Sein Plan für morgen: "Ich werde die Jungs schon anheizen."

Das sollte auch Theo Leftakis tun. Der Sieg gegen Schwenningen muss aus den Köpfen und davon ersetzt werden, wie man ihn errungen hat: Mit Einsatz und Mannschaftsspiel. Leftakis ist trotzdem nicht allzu bange: "Wenn wir seriös spielen, können wir nicht verlieren." Im Training gab es unter der Woche einige Abstinenzen. David Bouwmeester setzte bis Mittwoch aus, da er sich eine leichte Grippe eingefangen hatte. Gestern Abend versuchte er aber schon wieder, zu trainieren. Ansonsten bereitet eigentlich nur der große Kader dem Trainer ein bisschen Probleme. Wenn jetzt Marco Stifel aus seinem Urlaub zurückkommt, muss Leftakis aus 13 Spielern auswählen, wirklich aufs Feld kommen meist nur acht bis neun. Leftakis: "Selbst der Sechste und Siebte meckert über seine Minuten. Aber es müssen sich alle im Klaren darüber sein, dass wir eine andere, bessere Mannschaft als in der letzten Saison haben."Deshalb könnte die Devise in Leimen ja heißen: Früh für klare Verhältnisse sorgen, dann kommen auch die Bankspieler wieder einmal zu Erfolgserlebnissen.

mad

VfL:

Bouwmeester, Bruck, Goehrke, Hayden, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic, Reiter, Tsouknidis, Weiß.