Lokalsport

Leftakis mosert und bekommt einen Hallenverweis

Das Rennen um die Aufstiegsrundenplätze in der Regionalliga ist wieder völlig offen. Die VfL-Basketballer taten ihren Part mit einem allerdings mühsamen 81:73 (44:32) bei der KuSG Leimen.

LEIMEN Ist das ein gutes Zeichen? Exakt wie in der vergangenen Saison passt sich der VfL Kirchheim jeweils dem Niveau des Gegners an. Mit dieser mentalen Schwäche wurde man immerhin Meister läuft es jetzt genauso? Am Samstag beim Tabellenvorletzten KuSG Leimen, der wirklich nur ein unterdurchschnittliches Team hat, taten die Schützlinge von Coach Theo Leftakis wieder einmal nur so viel, wie zum Sieg nötig war.

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Vor allem im Bereich Konzentration wird das deutlich. In Zahlen: 27 Ballverluste! Kommentar überflüssig. Leftakis selbst tat das, was er immer tut. Doch diesmal war es zu viel! Schiedsrichter Kolja Isijanov aus Stuttgart, nach eigener Aussage vom anwesenden Schiedsrichter-Einteiler und BBW-Vizepräsidenten Jürgen Unger (Leimen) zu null Toleranz angehalten, gab dem griechischen Trainer im dritten Viertel für eigentlich, nach Leftakis-Standard, harmlose Worte zwei technische Fouls und verbannte ihn damit aus der Halle. Beim ersten Mal hatte Leftakis mit "Was soll das überhaupt, er hat nur den Ball geschlagen", gegen eine Foul-entscheidung reklamiert (26.), beim zweiten Mal sagte er, "Er darf das machen", bei zweifelhaften Schrittfehlern gegen Jorgo Tsouknidis (30.). So musste Co-Trainer Pasko Tomic im Schlussviertel den Job auf der Bank übernehmen, und auch er bekam sein "T": Weil er "provozierend dagestanden" hätte.

Basketball gespielt wurde vor und nach diesen etwas bizarren Szenen auch noch, zumindest wurde es versucht. Der VfL wurde im ersten Viertel vor allem von Nenad Lukic (10/2) über Wasser gehalten und schlief besonders beim Defensiv-Rebound den Schlaf der Gerechten. Kurz vor und nach der Viertelpause nahm dann der Boss die Sache in die Hand: Ross Jorgusen machte sieben Punkte zum 23:18. Leimen konterte mit sechs Punkten, doch das 23:24 war die letzte Führung der Hausherren. James Hayden und nochmals Jorgusen zum 27:26 (13.), dann zwei Dreier des unauffälligen, aber effektiven Kai-Uwe Kranz mit dem 33:26 waren die Weichen gestellt. Jorgusen und David Bouwmeester setzten gleich noch einen drauf (39:26, 17.), doch damit war es mit der Herrlichkeit an diesem Abend vorbei. Wieder einmal hatten starke vier Minuten genügt, ein Spiel zu gewinnen, der Rest war meist zum Wegschauen.

Karlsruhe ist HerbstmeisterTrotzdem wurde es noch einmal spannend. Nach dem 70:56 (36.) holte Leimen auf 70:66 (38.) auf, der vierte Kranz-Dreier und zwei Jorgusen-Freiwürfe (mit 5:5 wieder mal perfekt von der Linie) machten aber den Sack zu. Der Rest waren Freiwürfe, von denen für den VfL Hayden vier von sechs traf Endstand 81:73, Schwamm drüber.

Nach der 106:113-Heimniederlage des MTV Stuttgart gegen Karlsruhe steht nun der SSC als Herbstmeister ganz alleine vorn (16:2). Dahinter reihen sich vier Mannschaften mit zwölf Punkten auf, die alle in die Aufstiegsrunde wollen: Stuttgart, Kirchheim, Schwenningen (alle 12:6) und Heidelberg-Kirchheim (12:8). Aber auch Ludwigsburg und Rastatt-Rheinau (beide 10:8) sind noch längst nicht aus dem Rennen. Die Prognose, dass dies die spannendste Regionalliga-Saison aller Zeiten werden könnte, scheint auch einen Spieltag vor Ende der Hinrunde noch hochaktuell.

mad

KuSG Leimen: Iglesias (2), Ingerfurth (15/1), Jurkewitz (9), Levedag (5), Lüdemann, F. Marschall (6/2), Schwalb (12), Stein (5), Wahlandt (19).VfL Kirchheim: Bouwmeester (9), Bruck (2), Goehrke, Hayden (8), Jorgusen (27/2), Kranz (18/4 Dreier), Lenger (2), Lukic (10/2), Reiter, Tsouknidis (5/1), Weiß.Dreier: 9 (VfL), 3 (KuSG).Fouls: 25 (VfL), 22 (KuSG).Freiwürfe: 14:21/66,6 % (VfL), 16:26/61,5 % (KuSG).Viertel: 18:20, 14:24, 18:15, 23:22.Schiedsrichter: Thomas Endriß und Kolja Isijanov (beide Stuttgart) wirkten nicht immer souverän, ihre Leistung hatte aber keinen Einfluss auf das Spiel. Zuschauer: 100