Lokalsport

Leftakis setztauf Teamspirit

Morgen Abend um 19.30 Uhr ist es so weit: Die Aufstiegsrunde zur zweiten Basketball-Bundesliga beginnt mit dem Spiel VfL Kirchheim Knights gegen TuS Treis-Karden in der Sporthalle Stadtmitte. Die VfL-Generalprobe misslang derweil: Im Testspiel gegen den Zweitligisten TSV Crailsheim gab es eine 54:82-Niederlage.

KIRCHHEIM Basketball-Trainer reden gern von den Schlüsseln zum Sieg. Bei Theo Leftakis haben sich diese Schlüssel vor dem Start in die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga in Wenns verwandelt: "Wenn wir clever spielen, haben wir eine Chance. Wenn wir unsere Stärke von der Dreierlinie nutzen, haben wir eine Chance. Wenn wir alle zusammen spielen, haben wir eine Chance." Man könnte hinzufügen: Wenn das Team alle drei Dinge beherzigt, haben die Knights gegen TuS Treis-Karden eine gute Chance.

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Vom Auftakt morgen Abend hängt viel ab: Er soll das Selbstvertrauen stärken, er soll beweisen, dass man stärker ist als die Nord-Teams, er soll den Standort bestimmen. Dazu kommt: Zu Hause sollte der Meister des Südens den Zweiten des Nordens schon schlagen, wenn er auf den ersten Platz am Ende der Runde spekuliert. Vor allem, wenn anschließend drei Auswärtsspiele anstehen. Die Form war am Mittwochabend auf jeden Fall noch nicht hundertprozentig da. Nach zwei schweren Trainingseinheiten am Montag und am Dienstag mit vielen konditionellen Anteilen wurde das Testspiel gegen den Zweitliga-13. TSV Crailsheim nach ganz schwacher zweiter Hälfte 54:82 verloren.

Zur Pause hatte es lediglich 35:39 gestanden, doch dann schwanden nacheinander Kraft, Konzentration und Disziplin. Sieben Dreier vor der Pause, ein einziger danach: Das spricht Bände. Mit dem leichten Training vom Donnerstagabend und den anschließenden 48 Stunden Pause sollte dieses Problem aber zu bewältigen sein. Nenad Lukic, der weiter mit seinen Achillessehnenproblemen zu kämpfen hat, setzte in diesem Spiel aus, mit ihm ist am Samstag aber auf jeden Fall zu rechnen. Auch Wilu Lenger ist alles andere als fit, er hat muskuläre Probleme in den Beinen, die derzeit von Knights-Physiotherapeut Jürgen Görs behandelt werden. Wie man das VfL-Kampfschwein kennt, wird er sich trotzdem voll reinhängen, optimistisch stimmen solche Abnützungserscheinungen schon vor dem Beginn der extrem Kräfte zehrenden Runde aber natürlich nicht.

In Treis-Karden sieht alles etwas anders aus. Coach Edo Hotic: "Alle meine Spieler sind fit, frisch und munter. Natürlich auch die Team-stars Mansah Taylor, Josip Bosniak, Colin Stein und Joe Robisch. Alle hatten während der langen Saison immer mal wieder mit Blessuren zu kämpfen, keiner konnte alle 22 Spiele mitmachen." Beim VfL schafften das immerhin drei der besten Fünf: Ross Jorgusen, James Hayden und Bill Goehrke, Kai-Uwe Kranz und Lenger fehlten nur ein einziges Mal.

Dennoch wird es im ersten Spiel weniger auf die Physis denn auf die Psyche ankommen: Wer wird mit dem Druck des Gewinnenmüssens besser fertig, wen beeindrucken die über 1000 Zuschauer, die in der Sporthalle Stadtmitte erwartet werden, mehr, wer findet zuerst seinen Rhythmus gegen ein fast völlig fremdes Team? Denn das eine Spiel, das die Knights per DVD von Treis-Karden gemeinsam analysiert haben, hat aus dem schwarzen Loch noch lange keine helle Sonne gemacht: Man weiß eigentlich nicht so genau, was da auf einen zukommt. Deshalb wird sehr viel von der Defensive abhängen, wie man mit dem etwas unorthodoxen, wenig strukturierten Spiel der Moselaner zurecht kommt.

Bei der DVD-Analyse legte Leftakis deshalb auch sehr viel Wert darauf, wie der Treiser Angriff funktioniert: "80 Punkte machen wir gegen die auf jeden Fall." Es kommt also darauf an, möglichst wenig zu kassieren. Alle Spekulationen, alle Prognosen, alle Erwartungen weichen allerdings morgen um halb acht der Realität: Dann geht die schwere Reise über sechs Spiele los. Das VfL-Ziel ist eindeutig: Zweite Liga. Doch nur einer der vier Passagiere wird dort ankommen.

mad